Lullusfest

Die Rede des Feuermeisters Klaus Otto im Wortlaut

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Feuermeister Klaus Otto

In seiner traditionellen Rede zum Löschen des Lullusfeuers ließ Feuermeister Klaus Otto das Lollsjahr Revue passieren und verteilte Lob und Tadel:

Lollsgemeinde, Mückenstürmer und Ihr lieben

Lullusgäste,

die Ihr gekommen seid aus nah und fern.

Über das abgelaufene Lullusjahr berichte ich Euch nun gern!

Enner, zwoon, drai ,... Bruuuder Lolls!

Ein kleiner Rückblick auf 2018:

Das Lullusfest 2018 war ein rekordverdächtiges Fest!

Zu Beginn des Festes, ja so muss man es sagen, hatten wir Lolls-Sommer und ich hätte gern was Leichteres getragen!

Fast 25 ˚C am Lollsmontag, ich glaube, das gab’s noch nie,

der Wettergott übernahm die Lollsregie!

Das Fest war auch wieder ausgesprochen friedlich und gelassen, die Sicherheitskräfte hatten wieder alles fest im Griff, auf sie kann man sich halt verlassen.

Wenn die Zahl so stimmt, dann waren im letzten Jahr ca. 530.000 Gäste auf unserem Fest.

Das ist absoluter Rekord,

da sieht man mal wieder: Lolls is simply the best!

Um solch ein Fest zu stemmen, bedarf es sehr viel Organisation und Geschick, da darf es an nichts klemmen!

Darum wieder ein grosses Lob und vielen Dank an Julia Scholz, Helge Assi und natürlich Felix Wimhöfer!

Die Organisatoren und all ihre Helfer haben tolle Arbeit geleistet, sie boten uns wieder ein tolles Lolls und darauf sind wir alle stolz!

Ihr Lieben, vieles wird heute im Klartext sein, sonst geht es bei manchen nicht in den Schädel rein!

Am 2. Juni diesen Jahres wurde unser Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke durch einen menschenverachtenden, brutalen und sinnlosen Terrorakt jäh aus dem Leben gerissen. Lübcke war ein Demokrat durch und durch und ein Mensch, der zugehört und der sich der Probleme der Menschen immer angenommen hat. Er hat sich nie gescheut, denjenigen entgegenzutreten, die unsere freiheitliche, demokratische Gesellschaft nicht achten und Hass verbreiten. Auch unserer Stadt und unserer nordosthessischen Heimat war Dr. Walter Lübcke sehr verbunden. So hielt er 2017 die Festrede anlässlich der Premiere unserer Festspiele und er war auch oft auf den Empfängen zur Eröffnung unseres Lullusfestes zugegen.

Ich möchte Sie hiermit bitten, mit mir seiner zu gedenken.

Langsam ist es schon fast zur Gewohnheit geworden, dass wir an dieser Stelle Menschen gedenken, die durch Terror ihr Leben verloren.

Halle an der Saale ... wieder ein Terrorakt gegen die dortige jüdische Gemeinde, begangen von Neonazis, die in ihrer vollkommen verblendeten Weltanschauung Hass, Wut und unsagbares Leid verbreiten. Ewig Gestrige, die aus unserer Geschichte nichts gelernt haben und versuchen, durch ihre Taten diese Saat des Bösen zu verbreiten.

Liebe Lollsschwestern und -brüder, Terror - egal ob von rechts, links oder mit islamistischem Hintergrund: Wir sind das Volk und wir müssen zusammenstehen, damit diesen irren Menschen das Handwerk gelegt wird. Und vor allem dürfen wir dieser Saat keine Chance zum Keimen geben!

Bürger dieser Stadt, gefeiert haben wir dieses Jahr echt schon satt:

Der Hessentag ... Alle haben am Anfang auf den Hessentag geschimpft, son Schess, bruche mer net, kost’ nur viel Geld.

Doch er hat gestrahlt, nicht nur in Hessen, ich glaube in alle Welt!

Komisch, wie schnell doch die kritischen Stimmen verstummten, als man sah, was für ein tolles Hessenfest diese Stadt auf die Beine gestellt hat! Mit grosser Sicherheit wird dieser Hessentag als einer der „besten“ Hessentage, die gefeiert wurden, den Menschen noch sehr lange in guter Erinnerung bleiben. Sicher mussten viele Bürger in diesen 10 Tagen mit Einschränkungen und Unannehmlichkeiten kämpfen, aber ich denke, dieser Missmut war schnell vergessen bei der guten und ausgelassenen Stimmung, die wir jeden Tag hatten.

Jedoch gibt es auch noch diejenigen, die nach dem Hessentag versuchen, das Fest für Missstände verantwortlich zu machen, etwa für die finanzielle Schieflage bestimmter Einrichtungen hier im Kreis. Doch all diese Kritik und Schlechtrederei wiegen den Erfolg unseres Hessentages lange nicht auf.

Darum an dieser Stelle nochmals ein Riesenlob an die Stadt, das Orga-Team, das Land Hessen und natürlich an alle freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer ... das war ‘ne echt „great performance“!

Jörn Hinkel, die Schauspieler, die Komparsen, die Bühnenbildner, das Orchester und alle anderen Mitwirkenden unserer Festspiele haben uns dieses Jahr wieder eine geniale Festspielsaison geboten! 96.000 verkaufte Karten - ein Super-Erfolg! Das macht richtig Lust und Laune und wir freuen uns auf die nächste Saison.

„70 Jahre Festspiele“ heißt es im nächsten Jahr - ein Jubiläum steht an, 70 Jahre großes Theater für jedermann.

Großes Theater wurde auch dieses Jahr im Umfeld unserer Festspiele gemacht, durch Gerüchte, die in die Welt gesetzt wurden, wer hat das nur vollbracht?

Nur weil Dr. Wedel Bad Hersfeld privat besuchte, um Freunde und Bekannte zu treffen, wird daraus gleich abgeleitet, dass Wedel wieder Intendant der Festspiele wird oder werden soll!? Ich sag Euch mal was ... keine Ahnung, wer sich dazu genötigt fühlt, so einen Schwachsinn zu verbreiten, aber eines ist sicher, damit erreicht man nur unnötige Irritationen, die unseren Festspielen garantiert nicht förderlich sind. Und zum anderen machen Jörn Hinkel und sein Team einen super Job! Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der groß propagierte Hessentagszusammenhalt hat nicht lange gehalten, nach ein paar Wochen schon war alles wieder beim Alten!

Es wurde wieder ein Sommertheater aufgezogen, das war vom Feinsten. Die Berichterstattung einiger Medien zum Thema Dr. Wedel war genauso überflüssig und unglücklich wie auch die Kommentare unseres Bürgermeisters im Internet. Ihr habt es geschafft mit euren Querelen, dass der Rückenwind vom Hessentag zum Gegenwind wurde! Und bestimmten Medien möchte ich sagen, dass man versuchen sollte, nicht bei jeder Gelegenheit das Haar in der Suppe zu suchen!

Ein echter Pannenbau steht am Ufer der Fulda, an der Oberau! Das Stadion sollte schon lange den Sportlern zur Verfügung stehen, doch sie mussten notgedrungen nach Asbach flüchten, weil der Bau eine einzige Katastrophe ist. Es ist einfach nicht nachzuvollziehen, was dort im Argen liegt, ein Neubau der anscheinend schon in der Bauphase verpfuscht wurde!

Ein paar Fakten:

In den sanitären Anlagen und im Gebäude ist der Schimmel mittlerweile auf einer Höhe von zwei Metern angekommen, weil die Belüftung nicht eingeschaltet werden konnte. Die Beregnungsanlage ist unbrauchbar, weil bei Baggerarbeiten die Wasserleitung beschädigt wurde, und die Flutlichtanlage ist defekt, weil bei Baggerarbeiten die Stromleitungen gekappt wurden!

Da fragt man sich im Ernst, was für Dilettanten dort gebaut haben. Seit Wochen herrscht dort Baustopp. Mal sehen, wie es weiter geht. Aber vielleicht hat ja auch hier niemand die Absicht, ein Stadion zu eröffnen, so wie es ja schon in Berlin mit dem tollen Flughafen vorgemacht wird!

Das Areal des alten Schlachthofes am Peterstor ist nun wirklich kein Hingucker, umso wichtiger ist es, dass nun endlich konkrete Pläne für dieses Areal vorliegen. Die Ansiedlung eines Kauflandmarktes ist meiner Meinung nach sehr wichtig, um die Kaufkraft und die Innenstadt zu stärken. Vom Stadtparlament ist dieses Vorhaben bereits einstimmig beschlossen, jedoch muss Kassel noch zustimmen, da die Fläche 100 Meter vom Regionalplan abweicht. Ich hoffe, dass auch diese Zustimmung bald erfolgt, die Zeichen stehen ja gut, damit dieses Gelände endlich entwickelt werden kann.

Hänsel und Gretel, ein weiteres Märchen der Gebrüder Grimm. Diesem Märchen hörten wir als Kinder schon gerne zu und es ist ein Stück Kulturgut! Doch heutzutage hört man nur noch von der Schweden-Greta und einem Püschel, der im Wahn des Klimawandels vorschlägt, unser Feuer schon donnerstags zu löschen. Püschel und Greta - ein neues Märchen? Nein, sie sind der Inbegriff von vollkommen überzogenem Aktionismus. Den Klimawandel können wir nicht von der Hand weisen und auch nicht die Tatsache, dass wir gegen den Klimawandel etwas tun müssen. Aber ganz ehrlich - wir hier in Deutschland machen uns gerade zum Gespött in der ganzen Welt!

Klar muss man Zeichen setzen, aber es müssen alle an einem Strang ziehen. Wir stellen uns her und verhängen Dieselfahrverbote, z.B. in Hamburg. Dort sind etliche Straßen gesperrt, die Menschen müssen große Umwege fahren und verbrauchen noch mehr Sprit. Aber in geringer Entfernung im Hafen drehen die dicken Pötte mit Schweröl ihre Runden!?

Fridays for future ... eine tolle Sache der Jugendlichen, doch auch hier muss man sagen, dass es fast nur reiner Aktionismus ist, denn ich glaube kaum, dass auch nur einer bereit ist, z. B. in den Ferien auf den Urlaub zu verzichten – ob mit Auto oder dem Billigflieger nach „Malle“!

Die Schweden-Greta macht ‘ne große Show, segelt über den großen Teich, will die Welt verändern ... aber wie kam denn ihre restliche Crew über den großen Teich? Oder was ist mit all den Begleitbooten und vor allem, wie kam denn Greta wieder heim? Also, wie gesagt, für mich nur reiner Aktionismus!

Noch ein paar Worte zu unserem Püschel: Keiner in dieser Stadt hat Bock auf Ihre wirklich mehr als überflüssigen Vorschläge und Kommentare! Sei es die Kritik an der Bundeswehr anlässlich des Hessentages oder sei es der Vorschlag, unser geliebtes Feuer früher zu löschen, um CO2 zu sparen! Ach ja, übrigens, Holz verbrennt fast CO2-neutral! Unser Feuer brennt bis Sonntag, und so wird es bleiben! Es gibt, weiß Gott, andere Dinge, über die man sich Gedanken machen sollte!

Und ‘nen Hergeloffenen, der Irritationen und Missmut verbreitet, bruche mer schon gar net!

Krümel, der „Kastanienmeister“ – eine tolle Idee, die da ins Leben gerufen wurde! An die Initiatoren an dieser Stelle ein großes Lob und Dank, und man hat ja gesehen, dass der „Krümel“ super angenommen wurde. Mir persönlich hat es Riesenspaß gemacht, mit dem kleinen Ian diese Figur des „kleinen“ und des „großen“ Feuermeisters zu verkörpern.

Lieber Ian, Dir rufe ich zu: „Du warst super, fast schon wie ein Großer, und ich denke, Du hast heute Abend die lauteste Attacke verdient!“

Enner,...

Auch an dieser Stelle wieder mein herzlichster Dank an den Lullusfestverein, die Hersfelder Mönche, die Schaustellerfamilien und natürlich an den Ski-Club Neuenstein. Ihr habt uns wieder ein tolles Fest beschert, dafür seid gelobt und geehrt!

Die Zeit ist weit vorangerückt,

unser Feuer hat fast eine Woche unser Fest geschmückt,

noch leuchtet uns der Flammenschein,

doch fordert es der alte Brauch,

dein Ende soll nun gekommen sein!

Lollsgemeinde, Bürgersleute!

Uns’re schönste Lullusfreude,

Die uns heilig ist und teuer,

Unser einzig Lullusfeuer

Soll mit Wasser und mit Erden

Ausgelöscht, begraben werden.

Was den Flammen ward zum Raube

Asche ward bedeckt vom Staube

Soll nun dreihundertachtundfünfzig Tage

Ruhn im dunklen Schoß der Erde,

Die es hüte, die es trage,

Bis dass ein neuer Lollstag werde!

Nun schüttet in den Flammenschein

Des Wassers Todesstrahl

und mit Erde decket ein

Feuer und verkohltes Holz

Während wir zum letzten mal

Rufen unser „Bruder Lolls“:

Enner,....

Quelle: Hersfelder Zeitung

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