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Lusejungen aus Sontra begeistern bei Benefizkonzert im Kloster Cornberg

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Von: Wilfried Apel

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Bei der letzten Zugabe ganz nah am Publikum: Die Sontraer Lusejungen mit von links Winfried Wolf, Holger Fischbach, Susanne Marz und dem Tausendsassa Detlef Fischbach, der nicht nur – aber auch – mit seinem Dudelsack begeisterte.
Bei der letzten Zugabe ganz nah am Publikum: Die Sontraer Lusejungen mit von links Winfried Wolf, Holger Fischbach, Susanne Marz und dem Tausendsassa Detlef Fischbach, der nicht nur – aber auch – mit seinem Dudelsack begeisterte. © Wilfried Apel

Es dauerte nicht lange, bis der berühmte Funke übersprang: Beim Benefizkonzert der Lusejungen am Samstag, 30. April 2022, klatschte das Publikum im Kloster Cornberg schnell mit.

Cornberg – Nicht nur Regina Panitz-Itter, die gute Seele des Kulturvereins, freute sich am letzten Aprilabend, dass man sich mal wieder „live und in Farbe“ hinter Klostermauern mit Menschen treffen und musikalischen Träumen nachjagen durfte. Den Konzertbesuchern und den aus Sontra angereisten Lusejungen ging es bei ihrem ersten diesjährigen Auftritt genauso.

Vielleicht zog es die singenden und spielenden Brüder Detlef und Holger Fischbach sowie Susanne Marz und Winfried Wolf deshalb auch schon drei Minuten vor der Zeit von der Empore auf die Kulturbühne. In den im Hintergrund in zartes, irisches Grün getauchten altehrwürdigen Chorraum, wo sie sich und das erwartungsvoll zuhörende Publikum erst ganz sanft, dann aber immer lauter werdend, einstimmten: „Over the Hills and Far Away“.

Über die Hügel, so lautete das Thema am Vorabend des altirischen Festes Beltane, das Hoffnung weckt und die Rückkehr des Lichts verheißt. Angekündigt war mehr als nur ein großer musikalischer Bogen von Irland nach Übersee. Mitschwingen sollte immer auch ein Bedenken der Situation der Menschen, die ihre angestammte Heimat verlassen, um sich in einem fremden Land ein neues Leben aufzubauen – was in Irland jahrhundertelang der Fall war – oder verlassen müssen, was gerade jetzt wieder in der Ukraine der Fall ist.

„Drunken Sailor“, „Nancy Mulligan“ und ein „Galway Girl“ hinter Klostermauern

Es dauerte nicht lange, bis der berühmte Funke auf das Publikum übersprang, bis es mitklatschte, juchzte und reichlich Applaus spendete. Durchaus angenehm war es, wenn die Akteure ein paar Worte zu den Liedern und den mitunter neu geschriebenen Texten sagten, denn nicht immer hörte man gleich den „Drunken Sailor“, die an einen Song von Ed Sheeran angelehnte Geschichte von „Nancy Mulligan“ oder das „Galway Girl“ heraus.

Aber darauf kam es auch nicht unbedingt an. Wichtig war die Authentizität der Protagonisten, die eine Vielzahl von Instrumenten zum Einsatz brachten – allen voran Detlef Fischbach, der mit melodischen Tönen von diversen Flöten und vom Dudelsack begeisterte, zusammen mit seinen Mitstreitern aber auch gefühlvoll vorgetragene A-Cappella-Songs präsentierte.

„Wenn die Lusejungen singen und spielen, spürt man, dass sie mit Ehrlichkeit und mit Leib und Seele dabei sind“, kommentieren Andrea und Peter Hupfeld aus Eschwege-Niederhone. Für den aus Rotenburg stammenden und über Eschwege in Braunschweig gelandeten mit „Winnie“ befreundeten Uli Bämpfer ist der Abend Heimkehr, für seine Lebensgefährtin Renate Sievers eine „richtig gute“ Neuentdeckung. Beide loben, dass die Lusejungs das Publikum miteinbeziehen. Das forderte Zugabe um Zugabe nach über zwei Stunden Programm: vom „Irish Pub Song“ über den gefeierten „Stern vom Werratal“ bis hin zum vor der Bühne vorgetragenen Traditional „Loch Lomond“.

Es folgte Riesenapplaus und die gute Gewissheit, dass die Einnahmen des Abends, vom Veranstalter und von weiteren Spendern auf 1000 Euro aufgerundet, an die Ukraine-Hilfsaktion „Eschwege hilft!“ gehen. (Wilfried Apel)

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