Märtyrerin geehrt: Barbarafeier in Nentershäuser Kirche

Zu Ehren der Schutzpatronin: Die Legende von der heiligen Barbara trugen – stehend von links – Georg Lorenz, Heiner Schmidt und Heinz Probst im ökumenischen Gottesdienst mit Barbarafeier in der evangelischen Kirche in Nentershausen vor. Rechts im Bild die Statue der Schutzpatronin Barbara, die mit einer Grubenlampe im ökumenischen Gottesdienst ausgestellt wurde. Ganz links sitzend die Pfarrer Pfarrer Janosz König und Joachim Hartel. Fotos: Vöckel

Nentershausen. Bergmannstraditionen pflegt der Heimat- und Bergbaumuseumsverein Nentershausen. Dazu gehört die Barbarafeier, die am Freitag in einem ökumenischen Gottesdienst stattfand.

Nentershausen. Bergmannstraditionen pflegt der Heimat- und Bergbaumuseumsverein Nentershausen. Die Gemeinde war schließlich jahrhundertelang ein Zentrum des Kupfer-Schiefer-Bergbaus. Viele Einwohner verdienten ihr Geld in diesem Gewerbezweig.

In alten Aufzeichnungen wird der Bergbau in Nentershausen erstmals im Jahr 1460 erwähnt. Die lange Geschichte der Arbeit unter Tage in unserer Region dokumentiert der Nentershäuser Verein in seinem Heimat- und Bergbaumuseum. Aber auch die Feste und Feiern der Bergleute werden wachgehalten. Die Barbarafeier wurde im Gottesdienst in der Nentershäuser Kirche ausgerichtet.

Die Märtyrerin Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und vieler anderer Berufsgruppen, deren Tätigkeit gefährlich ist. Die Geschichte der Schutzpatronin ist in zahlreichen Legenden verewigt. Im ökumenischen Gottesdienst trugen Vorsitzender Georg Lorenz, sein Stellvertreter Heinz Probst und Kassierer Heiner Schmidt eine Episode aus Oberschlesien vor.

Nach dieser Erzählung flüchtete die zum christlichen Glauben übergetretene Barbara vor ihrem heidnischen Vater zu den Bergleuten, die ihr Schutz unter Tage boten. Doch ihre Sehnsucht nach Licht und Sonne war größer und brachte ihr einen grausamen Tod.

Nach der Überlieferung sollen am Weihnachtstag alle Blumen auf ihrem Grab in voller Blüte gestanden haben. Dieser Zauber des Blütenwunders ist in den Barbarazweigen lebendig geblieben. Das sind geschnittene Obstbaumtriebe, die der katholische Pfarrer Joachim Hartel mitgebracht hatte, die er segnete und nach dem Gottesdienst an die Besucher verteilte. Weihnachten sollen sie blühen.

Der Bergbau war das Thema des evangelischen Pfarrers Janosz König in der Predigt. Das sei früher der Abbau von Kupfer, Schiefer und Schwerspat in unserer Region gewesen, heute Kali und Salz, das als weißes Gold im Berg abgebaut und gefördert werde.

Mit Liedern und Melodien wurde der Gottesdienst vom Männergesangverein Nentershausen und den Weißenhaseler Musikanten mitgestaltet. Als Organistin wirkte Ursula Ruland.

Nach der Feier trafen sich die Mitglieder des Heimat- und Bergbaumuseumsvereins mit ihren Gästen im Jugendheim zum traditionellen Tzscherper-Essen, benannt nach einem speziellen Messer der Bergleute.

Von Herbert Vöckel

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