Konferenz zur Justiz in der Zeit des Nationalsozialismus’ am 16. und 17. April

Mahnen zur Wachsamkeit

Ausstellung wieder daheim: von links Direktor Lothar Seitz, Rainer Jurczyk (stellvertretender Fachbereichsleiter) und Kurator Wolfgang Form beschließen die Wanderausstellung über die NS-Justiz in Hessen mit einer Konferenz. Foto: Geier

Rotenburg. Die Wanderausstellung über die Verstrickung der deutschen Justiz in das NS-System ist wieder zum Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg zurückgekehrt. Eine Konferenz und die Herausgabe eines Buchs sollen das Forschungsprojekt beenden.

„Es ist ein Anliegen der Justiz, sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen und dadurch gestärkt zu werden“, sagt Dr. Wolfgang Form, Kurator der Ausstellung und Dozent an der Philipps-Universität in Marburg. Die Forschung sei für die hessische Justiz von immenser Bedeutung. Bis zum 4. Mai kann die Ausstellung „Verstrickung der Justiz in das NS-System von 1933 bis 1945“ wieder im Studienzentrum an der Josef-Durstewitz-Straße 2 besucht werden.

Von Rotenburg aus wurde sie in neun hessischen Landesgerichten an insgesamt neun Stationen gezeigt. An jedem Standort hatte die Präsentation zwischen 3500 und 4000 Besucher, schätzt der Kurator. „Auf der Reise hat sich die Ausstellung weiterentwickelt. Sie hat dazu animiert, vor Ort weiterzuforschen, und so wurde die Ausstellung stets ergänzt“, berichtet Rainer Jurczyk, Fachbereichsleiter des Studienzentrums der Finanzverwaltung und Justiz.

Es entstand etwas, das für ganz Hessen von großer Bedeutung sei, berichtet Lothar Seitz, Direktor des Rotenburger Studienzentrums. Die Rückkehr der und die Forschung zur Ausstellung wird noch einmal in einer Konferenz am Donnerstag und Freitag, 16. und 17. April, gewürdigt. Fünf Vorträge und ein Runder Tisch setzen sich mit der NS-Justiz in Hessen auseinander. Führende Wissenschaftler auf dem Gebiet sollen die Bilanz und die Herausforderungen im Umgang mit dem NS-Unrecht thematisieren. „Über 100 Wissenschaftler haben bereits Interesse an unseren Ergebnissen und Perspektiven gezeigt“, berichtet Form.

Die Forschung ende nicht mit dem Jahr 1945, man betrachte auch die letzten NS-Gesetze, die noch bis 2010 galten. Nicht nur die theoretischen Aspekte waren in der Forschung wichtig, auch Einzelschicksale finden Beachtung.

Sammelband

In einem 700 Seiten starken Sammelband werden die Vorträge der Wanderausstellung zusammengefasst. „Die einzelnen Vorträge an den verschiedenen Standorten waren sehr wichtig und sollen nicht vergessen werden“, erklärt Form. Außerdem enthalte das Buch noch einmal alle Tafeln der Ausstellung.

Weitere Ausstellung: Die Wanderausstellung des Hessischen Hauptarchivs Wiesbaden „Die historische Wahrheit kund und zu wissen tun“ wird außerdem bis 4. Mai am Studienzentrum gezeigt.

Von Christiane Geier

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