Mario Basler maß sich in Bad Hersfeld mit Fußballern aus Wildeck

+
Na, was erwartet mich wohl? Mario Basler und Florian Wild, der Organisator des Events.

Bad Hersfeld. Bastian Roth bekommt den Ball ideal auf den Kopf. Der Kicker der SG Wildeck drückt den Ball vorschriftsmäßig, platziert ihn ins Eck. Doch sein Gegenspieler hat aufgepasst. Er erwischt das Leder ebenfalls mit dem Kopf - und der Ball trifft die Kante der Platte, unerreichbar für Roth.

Kante? Platte? Statt auf dem grünen Rasen landet der Fußball auf einem grünen Tischtennistisch. Und Bastian Roths Gegenspieler ist auch nicht irgendwer. Es ist Mario Basler, 30-facher Fußballnationalspieler, Deutscher Meister mit dem FC Bayern München, jahrelang für Kaiserslautern und Bremen in der Bundesliga am Ball. Für den Kopfball bekommt der 48-Jährige Beifall von Gegenspielern und Zuschauern auf dem Hessenplatz an der Oberau.

Basler war nach Waldhessen gekommen, weil Florian Wild eine Idee hatte. Der 32-jährige Versicherungskaufmann aus der Kreisstadt knüpfte über einen Bekannten Kontakte zum Management des Ex-Profis, lotste ihn nach Bad Hersfeld. Nicht für eine Autogrammstunde, sondern für witzige Wettspiele: Einen Nachmittag maß sich Basler, dem durchaus der Ruf des Fußball-Künstlers anhaftet, mit Kickern aus den heimischen Kreisligen. Die Aufgaben: Den Ball aus gut und gern 30 Metern in ein leeres Ölfass platzieren. Die Torlatte treffen. Ihn von der Mittellinie ohne vorherigen Aufprall ins Tor befördern. Eine Ecke direkt verwandeln. Und eben Fußball-Tischtennis.

„So eine Veranstaltung war komplett neu für mich“, gestand Basler anschließend und lobte: „Das hat Riesenspaß gemacht!“ Per Mikrofon hatte er den Wettkampf mit launigen Sprüchen kommentiert.

Konzentration: Mario Basler (hinten) erwartet den Kopfball des Wildeckers Bastian Roth. Dessen Teamkameraden verfolgen das Geschehen an der Platte gespannt-amüsiert.

Auch seine Gegner waren voll des Lobes: „Ein toller Typ, super-witzig“, waren sich die Wildecker einig. „Man sieht, er hat nichts verlernt.“ Nachdem sie am Vormittag sich in einem Kleinfeldturnier gegen acht weitere Teams aus dem Kreis durchgesetzt hatten, durften Christian Winter, Marc Hoffmann, Thomas Winter, Pascal Dreis, Thomas Herrmann, Bastian Roth und Till Heinzerling gegen Basler ran. Im Ecken-direkt-Verwandeln, einst Baslers Spezialität, trat Christian Winter, immerhin einer der torhungrigsten Kicker im Kreis, gegen den Ex-Profi an und traf auch. Nur: Basler traf öfter. Und hatte am Ende der Wettbewerbe die Nase vorn. Einen Satz Trikots gewannen die Wildecker trotzdem.

Und Basler verschnaufte auf der Tribüne, gab Autogramme, stand Zuschauern und Presse Rede und Antwort. Verriet zum Beispiel, dass er privat wenig mit Facebook zu tun hat: „Was soll ich der Welt mitteilen, was ich zum Mittagessen hatte? Das macht keinen Spaß.“ Erklärte, dass „der Fußball sich verändert, kommerzieller wird. Früher haben die Profis immer öffentlich trainiert, heute sind sie abgeschottet. Der Fan wird mehr und mehr ausgeschlossen.“

Ausgeschlossen waren die Fußballfans in Bad Hersfeld nicht - dennoch war die Besucherzahl der Wermutstropfen des Nachmittags. Etwa 100 Zuschauer fanden den Weg ins Hessen-Stadion - das war bei weitem nicht das, was Florian Wild sich erhofft hatte. Dabei hatte auch er für Mario Basler nur lobende Worte übrig: „Ein absolut geiler Typ.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.