Bürgermeister und Geschäftsleute begrüßen landesweite Regel

Maskenpflicht kommt im Kreis Hersfeld-Rotenburg gut an

Rotenburg, Corona, Carmen Heise näht ehrenamtlich Gesichtsmasken. Verkaufserlös ist für die Mitarbeiterinnen des Gama-Altenzentrums gedacht
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Jetzt ist sie noch gefragter im Bekanntenkreis: Carmen Heise aus Rotenburg näht ehrenamtlich Gesichtsmasken. Seit bekannt wurde, dass das Tragen von Masken Pflicht werden soll, steht ihr Telefon nicht mehr still. Der Verkaufserlös ist für die Mitarbeiterinnen des Gama-Altenzentrums gedacht.

Die ab Montag wegen der Corona-Pandemie hessenweit geltende Pflicht, in Geschäften, Bussen und Bahnen einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, kommt im Landkreis offenbar gut an.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald begrüßt „die konsequente Entscheidung, dass nun in ganz Hessen eine Maskenpflicht gilt. Reine Empfehlungen reichen nicht, um zu sagen, was Sache ist.“

Auch Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling lobte die einheitliche Regelung. Das Maskengebot zeige, dass die eingeführten Lockerungen noch nicht das Ende der Corona-Krise seien. „Im Bedarfsfall muss mit weiteren Pflichten oder Beschränkungen nachjustiert werden.“

Jörg Markert, Centermanager der Bad Hersfelder City-Galerie, heißt es gut, dass künftig in Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. „Genauso wichtig wie die Öffnung der Geschäfte ist es nun auch, einen Schutz zu tragen, damit sich das Virus nicht weiter ausbreitet.“

Heringens Bürgermeister Daniel Iliev (SPD) verweist auf die positiven Erfahrungen aus Jena, wo seit 18 Tagen eine Maskenpflicht gilt und praktisch keine Neuinfektionen mehr gemeldet werden. „Jena hat gezeigt, dass man das Virus so eindämmen kann“, sagt Iliev.

Auch in Bebra befürwortet Bürgermeister Stefan Knoche die Entscheidung der Landesregierung. „Der Mundschutz ist das Symbol für die Coronavirus-Krise. Hoffen wir, dass neben allen anderen Maßnahmen der Mundschutz helfen wird, das Leben ein Stück weit zu normalisieren.“

Stefan Pruschwitz, Chef der Bebraer Stadtentwicklung, die auch für das Einkaufszentrum „das be!“ verantwortlich ist, sprach von einem notwendigen Übel. „Aber wenn die Geschäftsleute so wieder am Marktgeschehen teilnehmen können und Geld verdienen, nimmt man das Tragen einer Maske natürlich in Kauf.“

Landrat Dr. Michael Koch, der kürzlich im Interview mit unserer Zeitung gesagt hatte, dass er „eine generelle Verpflichtung für unverhältnismäßig“ halte, da die medizinische Schutzwirkung gering sei, bleibt bei seiner Meinung. Schließlich habe das Land keine generelle Maskenpflicht angeordnet, „sondern das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung an wenigen, ausgewählten Orten.“ Er findet es gut, dass auch ein Tuch oder Schal ausreiche und man sich nicht extra eine Atemschutzmaske anschaffen müsse, um einkaufen zu gehen. 

Ohne Maske droht ein Bußgeld

Ab Montag müssen alle Hessen einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn sie Bus oder Bahn fahren sowie Geschäfte, Bank- und Postfilialen betreten. Laut Landesregierung wird das Nichttragen als Ordnungswidrigkeit gewertet, die mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden kann. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Schutz tragen können. (ses)

Was Bürger zur Maskenpflicht sagen und wer im Landkreis Masken näht beziehungsweise produziert: Mehr zum Thema lesen Sie in der gedruckten Zeitung und im E-Paper.

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