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Bad Hersfelder Festspiele und HZ präsentierten Werkstatteinblicke

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Von: Christine Zacharias

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Bei der traditionellen Festspiel-Matinée der Hersfelder Zeitung, in der es Kostproben aus den Produktionen und Werkstatteinblicke in die Theaterarbeit gab, war die Stiftsruine fast komplett besetzt. Weitere Bilder gibt es auf hersfelder-zeitung.de
Bei der traditionellen Festspiel-Matinée der Hersfelder Zeitung, in der es Kostproben aus den Produktionen und Werkstatteinblicke in die Theaterarbeit gab, war die Stiftsruine fast komplett besetzt. Weitere Bilder gibt es auf hersfelder-zeitung.de © Steffen Sennewald

Am Sonntag erhielten viele Hundert Besucher in der fast voll besetzten Stiftsruine nach zwei Jahren Corona-Pause wieder Werkstatteinblicke in die laufenden Produktionen.

Bad Hersfeld - Was können die Zuschauer in der kommenden Festspielsaison erwarten? Wer sind die neuen Darsteller? Wie läuft die Probenarbeit unter Coronabedingungen? Und was wird es noch geben, außer den großen Produktionen in der Stiftsruine? Diese und viele andere Fragen wurden bei der Festspielmatinée unserer Zeitung gestellt und beantwortet. Moderiert wurde die Veranstaltung von HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm und Redaktionsleiter Kai A. Struthoff.

Wie sehr das Publikum hinter seinen Festspielen steht, das wurde deutlich, als Intendant Joern Hinkel die Bühne betrat. Jubelnder Beifall begrüßte den Mann, der in den vergangenen Jahren mit großem Engagement den Festspielen seinen Stempel aufgeprägt und gleichzeitig für ein menschliches Miteinander gesorgt hat.

Hinkel machte deutlich, dass trotz des Endes aller Beschränkungen die Theaterarbeit unter Coronabedingungen eine besondere Herausforderung sei. Alle Mitwirkenden würden jeden Tag getestet – schließlich arbeiteten sie in engem Körperkontakt miteinander. Dennoch blieben auch Mitarbeiter von Infektionen nicht verschont. Schwierig sei aber vor allem die Abstimmung mit den anderen Theater-, Film- und Fernsehproduktionen, bei denen viele Darstellerinnen und Darsteller ebenfalls eingebunden seien. Dort müsse praktisch jeden Tag neu terminiert werden, was dann auch bedeute, dass die Probenpläne in Bad Hersfeld ständig geändert werden müssten.

Gleich zwei Produktionen werden in diesem Jahr bei den Festspielen wieder aufgenommen: Das Musical „Goethe!“ und das Schauspiel „Club der toten Dichter“. Beide Produktionen hatten im vergangenen Jahr das Publikum begeistert, konnten aber nur mit eingeschränkten Besucherzahlen laufen, berichtete Hinkel und versicherte, dass es sich lohne, sie in diesem Jahr noch einmal anzusehen.

Ein großes, lautes, Yawp: Michael Rotschopf als Lehrer Keating bringt den schüchternen Todd Anderson (Nico Ramon Kleemann) dazu, aus sich herauszugehen.
Ein großes, lautes, Yawp: Michael Rotschopf als Lehrer Keating bringt den schüchternen Todd Anderson (Nico Ramon Kleemann) dazu, aus sich herauszugehen. © Steffen Sennewald

Bei „Goethe!“ gibt es unter anderem eine neue Hauptdarstellerin. Iréna Flury sieht ihre Lotte zerrissen zwischen dem Verantwortungsgefühl für ihre Familie auf der einen und ihren eigenen Wünschen nach Selbstverwirklichung und der großen Liebe auf der anderen Seite. Für die Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin ist es das erste große Engagement seit der Geburt von Sohn Theodor, den sie mit dabei hatte. Der Spagat zwischen verschiedenen Rollen ist ihr also nur zu gut vertraut.

Im „Club der toten Dichter“ ist sogar über die Hälfte der Besetzung neu, darunter auch der Hauptdarsteller. Michael Rotschopf wird sich die Rolle des Lehrers John Keating mit Götz Schubert teilen. Er wolle seine Version des Keating zeigen und habe sich deshalb auch keine Videos von der Produktion 2021 mit Götz Schubert angesehen, sagt Rotschopf. Zu seiner Vorbereitung gehöre auch das Studium amerikanischer Dichter, wie des oftmals im Stück erwähnten Walt Whitman, erklärte Rotschopf.

Nach vielen Jahren mit modernen Stücken und zwei Jahren Coronapause gibt es im Eichhof dieses Jahr wieder eine klassische Komödie, erklärte Intendant Joern Hinkel. Das Stück habe sie begeistert mit seiner Boshaftigkeit und der Entlarvung menschlicher Schwächen, schwärmte Regisseurin Christine Bossert, die mit Matthias Renneisen eine Szene vorführte.

Besonders gespannt ist das Publikum aber auf „Notre Dame“. Aus dem Roman von Victor Hugo haben Tilman Raabke und Joern Hinkel ein Theaterstück gemacht, in dem aber sehr viel Originaltext von Victor Hugo zu hören sein wird. Ein Erzähler wird zudem durch die Handlung führen. Zwei Szenen – die Hochzeitsnacht und Quasimodo mit der Glocke – machten Appetit auf mehr. Die visuellen Effekte durch das Mapping, das aus der romanischen Stiftsruine die gotische Kathedrale Notre Dame machen soll, kann man allerdings nur bei den Abendvorstellungen genießen.

Von Christine Zacharias

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