Bienenzüchter bleiben trotzdem gelassen – Vorräte vorhanden

Maue Honigernte bei Imkern im Landkreis

Hersfeld-Rotenburg. Die frühe Obstblüte nach einem milden Winter, gepaart mit dem nasskalten Frühjahr, hat den heimischen Imkern erneut die Honigernte verdorben. Laut des Hessischen Imkerverbands lag der Ertrag bei etwa 30 Kilogramm Honig pro Volk, normal seien um die 40.

„Die erste Schleuderung war noch gut“, berichtet Gunther Koch, Vorsitzender des Imkervereins Blumenstein Wildeck. Dann habe die Tracht aber wegen des schlechten Wetters im Mai und Juni nachgelassen. „Durchschnittlich war es die schlechteste Ernte während meiner Zeit als Imker. Der Ertrag lag bei etwa 50 Prozent der vergangenen Jahre“, sagt Koch, der seit 34 Jahren Bienen hat. Etwa 200 Völker sind in seinem Vereinsgebiet aktiv. Nun komme es darauf an, mit gesunden, starken Völkern in den Winter zu gehen. „Wichtig ist eine junge, vitale Königin im Volk“, weiß Koch. „Der Imker ist nur der Moderator.“

Nicht ganz so negativ wertet Dieter Werner, Vorsitzender des Imkervereins Rotenburg, die Saison. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“, so Werner, der die Ziele von Anfang an nicht zu hoch gesteckt hat. „Ich habe schon alles erlebt, sehr gute Ernten und schlechte. Das ist ein ständiges Auf und Ab. Wir jammern auf hohem Niveau.“ Die Ernte pro Volk habe im Durchschnitt 40 bis 45 Pfund betragen. Mit Blick auf das frühe Frühjahr und den nassen Sommer, erklärt Werner: „Bienen blühen bei Wärme auf.“ Zudem seien viele Völker noch durch die Varroamilbe geschädigt gewesen. „Wer da nicht aufpasst, bekommt Probleme.“

Auch Frank Rössing als Vorsitzender des Imkervereins Bad Hersfeld spricht von einer unterdurchschnittlichen Ernte. Er bleibt aber gelassen: „Die Natur ist keine Fabrik, wir müssen mit wechselnden Bedingungen klarkommen, das ist ein natürlicher Prozess.“ Knapp werde der Honig noch nicht, auch wenn die Nachfrage vor Weihnachten steige. „Honig ist gut lagerfähig.“

Von Nadine Maaz

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