Kassenärztliche Vereinigung bleibt Betreiber

Medibus rollt weiter durch Region Cornberg und Nentershausen

In Nentershausen macht der Medibus vor der Tannenberghalle Station.
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In Nentershausen macht der Medibus vor der Tannenberghalle Station.

Der Medibus rollt weiter durch die Region zwischen den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. Und er bleibt unter der Regie der Kassenärztlichen Vereinigung (KV).

Nentershausen/Cornberg – Eigentlich war alles ganz anders geplant: Eine Hausarztpraxis in der Gemeinde Ringgau im Werra-Meißner-Kreis wollte den Betrieb des Medibusses übernehmen – wir berichteten. Doch daraus wird nichts. Kurz vor Abschluss des Vertrages machte die Hausarztpraxis einen Rückzieher. Grund zur Sorge für die Patienten ist das nicht. Jetzt bleibt die Kassenärztliche Vereinigung Hessen der Betreiber des Pilotprojekts.

Möglich wird das mit einer starken finanziellen Unterstützung durch das Land Hessen. 1,4 Millionen Euro stellt das Land zur Verfügung, um den Betrieb des Medibusses bis mindestens 2024 zu sichern. Das teilte das Hessische Sozialministerium am Montag mit. Seit Juli 2018 steuert die rollende Hausarztpraxis von montags bis donnerstags im Halbtageswechsel mehrere Orte in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner an: Cornberg, Nentershausen, Herleshausen, Sontra und Weißenborn. Der Medibus soll die medizinische Versorgung in diesen Kommunen aufrechterhalten in der mit Hausärzten stark unterversorgten Region – bis dauerhafte Lösungen gefunden sind.

Das Angebot des Medibusses soll unter anderem um Pflegeberatung erweitert werden. Neue Projektpartner dabei werden die Diakonie Eschwege Land und der Hospizdienst Freunde und Förderer der Diakonie sein.

„Für Cornberg ist es essenziell, dass das Projekt weitergeführt wird. Darüber sind wir sehr froh“, sagte Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras. Das Angebot werde auch sehr gut genutzt. In Cornberg gibt es seit Langem schon keinen Hausarzt mehr.

„Es ist schön, zu hören, dass die Kassenärztliche Vereinigung, die für die Versorgung mit Ärzten verantwortlich ist, nun gemeinsam mit dem Land Hessen die Verantwortung übernommen hat, den Betrieb des Medibusses für die nächsten drei Jahre zu sichern“, sagte der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes. Das schaffe Klarheit.

.„Es freut mich, dass unsere andauernden Bemühungen um eine Fortführung des Projektes bei der Landesregierung erfolgreich waren“, betonte die Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt (CDU).

„Wir wollen die medizinische und pflegerische Versorgung auch in ländlichen Gebieten langfristig sichern“, sagte Hessens Sozialminister Kai Klose. Dazu sei die Umsetzung neuer innovativer Ideen gemeinsam mit allen Beteiligten nötig. Dafür sei der Medibus ein Musterbeispiel.

„Selbstverständlich versuchen wir parallel weiterhin mit großem Einsatz, Ärzte für eine Niederlassung in der Region zu finden“, sagte Dr. Eckhard Starke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen. „Wir sind der Landesregierung dankbar für die weitere Unterstützung. Der Medibus ist eine wichtige Anlaufstelle.“ (René Dupont)

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