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Mehr als 1000 Flüchtlinge im Kreis Hersfeld-Rotenburg: Noch mehr als 700 Plätze frei

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Von: Sebastian Schaffner

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Eine von zwei Notunterkünften: Das Bürgerhaus in Wildeck-Obersuhl. Hier finden rund 50 Kriegsvertriebene auf Feldbetten Platz.
Eine von zwei Notunterkünften: Das Bürgerhaus in Wildeck-Obersuhl. Hier finden rund 50 Kriegsvertriebene auf Feldbetten Platz. © Sebastian Schaffner

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge im Kreis Hersfeld-Rotenburg steigt weiter.

Hersfeld-Rotenburg – Wie viele Ukrainer inzwischen im Landkreis gemeldet sind, kann das Landratsamt nach eigenen Angaben zur Zeit nicht exakt benennen, da noch nicht alle erfasst worden seien. Es geht allerdings davon aus, dass es inzwischen mehr als 1050 sein dürften.

Aktuell kommen die vom Land Hessen zugewiesenen Flüchtlinge einmal wöchentlich nach Hersfeld-Rotenburg. Damit sich die Menschen – hauptsächlich Frauen, Kinder und Ältere – erst einmal ausruhen können, hat der Landkreis in Bad Hersfeld (früheres Jobcenter) und in Wildeck-Obersuhl (Bürgerhaus) mit tatkräftiger Unterstützung von Feuerwehr, DRK und THW zwei Notunterkünfte eingerichtet.

107 Plätze sind aktuell reserviert und 706 sind noch verfügbar

Das Obersuhler Bürgerhaus ist bislang zweimal für jeweils 24 Stunden in Anspruch genommen worden. Vorgesehen ist, dass die notdürftig mit Feldbetten ausgestatteten Räumlichkeiten nur für maximal einen Tag genutzt werden. „Die uns vom Land Hessen zugewiesenen ukrainischen Flüchtlinge wurden vom Fachdienst Migration-Asyl alle in Privatunterkünften untergebracht“, heißt es aus dem Landratsamt. Alleinreisende Männer seien in Monteurwohnungen gezogen. „Eine Gemischtunterbringung von alleinreisenden Männern, Frauen, Frauen mit Kindern und Familien in den Notunterkünften erfolgt nicht.“

Durch die „riesige Hilfsbereitschaft der Bevölkerung“ seien dem Landkreis bislang in ihren privaten Häusern und Wohnungen 1218 Plätze für ukrainische Flüchtlinge angeboten worden. „Hiervon wurden von uns bereits 405 Plätze an ukrainische Flüchtlinge vergeben. 107 Plätze sind reserviert und 706 sind noch verfügbar.“ Insgesamt habe der Fachdienst Migration-Asyl bislang 846 Kriegsflüchtlinge erfasst, für die auch Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beantragt worden seien. Das seien aber noch nicht alle.

Ukrainer dürfen sie sich die ersten 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten

Neben den offiziell zugewiesenen Menschen sind vor allem zu Beginn des Krieges auch auf private Initiative Ukrainer nach Hersfeld-Rotenburg gekommen.

Grundsätzlich dürfen sie sich, sofern sie über einen biometrischen Pass verfügen, die ersten 90 Tage visumsfrei in Deutschland aufhalten. Sie können bei Freunden, Verwandten, Bekannten, in Hotels oder Pensionen wohnen und jederzeit ihren Aufenthaltsort ändern.

Landrat Torsten Warnecke hatte zuletzt immer wieder private Flüchtlingshelfer und Organisationen aufgerufen, den Landkreis zu informieren, um einen realistischen Überblick zu bekommen, wer sich wo aufhält. Zudem könnte so möglicherweise notwendige medizinische Hilfe, etwa für chronisch Kranke, organisiert werden. (Sebastian Schaffner)

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