Mehrheit der Stadtverordneten billigt Defizit der Hersfelder Festspiele

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Dieter Wedel ist seit 2015 Intendant der Bad Hersfelder Festspiele.

Bad Hersfeld. Mit knapper Mehrheit haben die Bad Hersfelder Stadtverordneten am Donnerstag das Defizit der vergangenen Festspielsaison in Höhe von 600.000 Euro als überplanmäßige Ausgabe gebilligt.

Nach intensiver Debatte, in der das fehlende Controlling bemängelt und die Verantwortung von Intendant Dieter Wedel betont wurde, stimmten die Fraktionen von CDU, FDP, UBH und FWG/Die Linke mit Ja, SPD, die Vertreter der Grünen und der NBL-Stadtverordnete Jochen Kreissl mit Nein. Zwei weitere Parlamentarier der NBL enthielten sich.

Die Debatte machte deutlich, dass die Stadtverordneten aller Fraktionen mit dem neuerlichen Fehlbetrag mehr als unglücklich waren. Dass der Etat trotz Rekord-Budgets von knapp acht Millionen Euro und rund 100.000 zahlenden Besuchern so deutlich überzogen wurde, sorgte für Kritik aus allen Richtungen. Uneinig waren sich die Parlamentarier in der Konsequenz: Die Mehrheit sah keine Alternative, als zuzustimmen. Die Gegenseite sah keine Notwendigkeit, den Fehlbetrag auszugleichen, weil der Beginn des Vorverkaufs für 2018 im Haushalt 2017 abgesichert ist. Der Stadtverordnete Kreissl schlug gar vor, den Intendanten für die Überziehung in Regress zu nehmen. Auch wenn diese Sichtweise nicht mehrheitsfähig war, so war auch bei gemäßigteren Rednern von „haarsträubenden Begründungen“ für das Minus die Rede und von der Forderung, nun endlich Grenzen zu setzen.

Die kaufmännische Leiterin der Bad Hersfelder Festspiele, Andrea Jung, hatte in nicht öffentlicher Sitzung von Magistrat und Haupt- und Finanzausschuss zuvor noch einmal erläutert, wie der Fehlbetrag entstanden war, unter anderem durch erhöhte Kosten bei Personal und Orchester. Eine Initiative Kreissls, die Festspiele aus Kostengründen nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen, wurde allerdings von allen anderen außer dem Antragsteller abgelehnt.

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