CDU-Kandidatin möchte im Landtag bleiben

Landtagskandidatin Lena Arnoldt ist für den Erhalt von Landarztpraxen

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Kandidatin mit Kuchen: Lena Arnoldt hatte sich als Treffpunkt für Gut Mönchhof entschieden. Auf dem historischen Hof, der nur einen Spaziergang von ihrem Heimatort Germerode (Werra Meißner-Kreis) entfernt liegt, hat sie einen Großteil ihrer Kindheit verbracht.

Am 28. Oktober wählt Hessen einen neuen Landtag. Wir stellen die sieben Direktkandidaten des Wahlkreises 10 (Rotenburg) vor. Diesmal ist es Lena Arnoldt (CDU) aus der Gemeinde Meißner.

Sieben Direktkandidaten werben im Wahlkreis 10 (Rotenburg) um Stimmen. Alle wollen in den Landtag. Eine ist schon da – und will dort auch bleiben: Lena Arnoldt. Wir haben die 36-Jährige aus der Gemeinde Meißner (Werra-Meißner-Kreis) bei einem Picknick auf Gut Mönchhof, keine 30 Gehminuten von ihrem Elternhaus in Germerode entfernt, getroffen. Arnoldt hat Schokoladenkuchen gebacken, schenkt Kaffee aus.

Warum sie sich ausgerechnet auf dem geschichtsträchtigen Anwesen treffen wollte? „Ich habe hier einen Großteil meiner Kindheit verbracht“, sagt sie und schaut auf das historische Herrenhaus, das lange leer stand. Seit einem Jahr leben auf dem idyllisch gelegenen Gut wieder zwei Familien, die ökologische Landwirtschaft betreiben. „Da hinten“, sagt sie und zeigt auf eine alte Halle, in der Heuballen gelagert werden, „bin ich immer vom Dachbalken ins Stroh gesprungen“.

Später, als Schülerin, begann sie, sich für Politik zu interessieren. Dass sie einmal bei der CDU landen würde, war wenig überraschend: Die Eltern waren beide kommunalpolitisch in der Union tätig, ihr Vater Friedrich war Bürgermeisterkandidat in der Gemeinde Meißner. Nachdem sie 2006 in den Kreistag einzogen war, bewarb sie sich 2013 auch für den Landtag.

2013 zog Lena Arnoldt als Nachrückerin in den Landtag ein

Die damals jüngste Kandidatin verpasste knapp das Direktmandat, kam aber wenig später als Nachrückerin über die Landesliste nach Wiesbaden. „Das ist diesmal aussichtslos“, sagt die Landtagsabgeordnete, die in der parteiinternen Reihenfolge auf Platz 26 steht, „deshalb setze ich alles daran, das Mandat direkt zu gewinnen“.

Damit das klappt, tourt sie seit Wochen durch den Wahlkreis, macht Haustürwahlkampf, besucht Kreisseniorentage, verteilt Flyer an Infoständen, darf im Auftrag der Regierung öffentlichkeitswirksam Förderbescheide verkünden und erhält einflussreiche Unterstützung für ihre eigenen Wahlkampfveranstaltungen: darunter von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (in Alheim und Eschwege), Finanzminister Thomas Schäfer (Rotenburg), Innenminister Peter Beuth (Meißner) und dem schleswig-holsteinischen Ministerpräsident Daniel Günther (Herleshausen). So viel Prominenz kann sonst kaum einer der heimischen Direktkandidaten aufbieten.

Arnoldt setzt sich für den Erhalt von Landarztpraxen ein

„Ich bin sehr optimistisch, dass ich fünf weitere Jahre im Landtag bleiben kann“, sagt sie selbstbewusst und bietet ein zweites Stück Kuchen an. Zwar seien sieben Kandidaten im Rennen, ihre Hauptkonkurrentin sieht sie aber eindeutig in Karina Fissmann von der SPD. Auch deshalb wird Lena Arnoldt nicht müde, bei Auftritten die Sozialdemokratin verbal zu attackieren.

Vor allem beim Thema Straßenbeiträge verschwindet das sonst für sie so typische Lächeln aus ihrem Gesicht: „Da werden von der SPD, aber auch von Bürgerinitiaitven, viele falsche Versprechen gemacht, und es wird mit falschen Zahlen hantiert“. Arnoldt meint, es sei am gerechtesten, wenn die Kommunen über die umstrittenen Beiträge selbst entscheiden können.

Genau so vehement will sich die CDU-Politikerin für den Erhalt von Landarztpraxen und für eine zügige Fertigstellung der Autobahn 44 einsetzen. Sie will im ländlichen Raum Arbeitsplätze schaffen, indem sie Behörden aufs Land verlegt. Sie befürwortet mehr Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen. Und sie will familiär geführte landwirtschaftliche Betriebe in der Region unterstützen. Damit Höfe wie Gut Mönchhof weiter erhalten bleiben.

Zur Person

Lena Arnoldt (36) wurde in Eschwege geboren und ist in Germerode, einem Ortsteil der Gemeinde Meißner, aufgewachsen. Nach ihrem Abitur absolvierte sie erst eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten, danach ein BWL-Studium an der Uni Göttingen. Bevor sie in den Landtag einzog, arbeitete sie bei einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen in Kassel. 

Arnoldt ist seit 2006 Kreistagsabgeordnete im Werra-Meißner-Kreis, seit 2016 Kreisvorsitzende der CDU. Bei der Landtagswahl 2013 unterlag sie mit 41 Prozent knapp Dieter Franz von der SPD (43,7 Prozent). Über die Landesliste kam sie 2014 als Nachrückerin dennoch nach Wiesbaden. Sie ist ledig und hat keine Kinder.

Kandidaten kurz und knapp

1. Die Breitband-Versorgung ist ... auf einem guten Weg. Vier von fünf Haushalten in Hessen sind mit Breitband versorgt, den Rest werden wir mit Unterstützung der Breitband Nordhessen GmbH in Kürze versorgen.

2. Die ärztliche Versorgung verbessere ich, indem ... mich für die Einführung von Gemeindeschwestern, den Ausbau von Medizinischen Versorgungszentren mit angegliederten Mobilitätsangeboten wie Bürgerbussen und die finanzielle Unterstützung von Medizinstudenten, die Landarztpraxen übernehmen wollen einsetze.

3. Die Abschaffung der Straßenbaubeiträge ... Entscheidungen in den Kommunen mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Jede Stadt und Gemeinde hat hier andere Voraussetzung. Eine gerechte Lösung für die eigenen Straßen kann nur vor Ort gefunden werden, unter Beteiligung aller Betroffenen. Deshalb kann jede Gemeinde selbst entscheiden, ob man Straßenbaubeiträge erhebt.

4. Die Polizei im Kreis muss ... personell und technisch verstärkt werden, beispielsweise durch Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen.

5. Unsere Kinder bekommen in der Schule ... keine Zwangs-Ganztagsschule sondern echte Wahlfreiheit der Eltern für unterschiedliche Schulformen und Betreuungsmöglichkeiten am Nachmittag, freies WLAN und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer.

6. Die Feuerwehren müssen in der Zukunft ... noch mehr wertgeschätzt werden! Unsere Feuerwehren verdienen eine gute Ausbildung und Ausstattung vor Ort, damit der Nachwuchs stabil bleibt und wir uns, wie bisher auch, auf unsere ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen verlassen können.

7. Die Landtagswahl wäre für mich ein Erfolg, wenn … das Direktmandat für unseren Wahlkreis erreiche. Die Menschen haben eine verlässliche Ansprechpartnerin, die anpackt und zuhört, verdient. Dafür stand ich in den letzten 5 Jahren und werde ich auch weiterhin stehen.

8. Wenn ich mal keine Politik mache, dann … verbringe ich am liebsten Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden, gehe mit unserem Hund spazieren, treibe Sport und backe zuhause Kuchen.

9. In meinem Lieblingsrestaurant bestelle ich am liebsten, … die Karte rauf und wieder runter. Ein Dessert darf niemals fehlen. Ich habe eine Schwäche für Süßes.

10. Als Lesestoff besonders beeindruckt hat mich in letzter Zeit … leider habe ich momentan wenig Zeit für ein gutes Buch. Daher beeindruckt mich momentan nur die Tagespresse.

11. Wenn ich für einen Tag Bundeskanzler sein dürfte, würde ich … den Tag damit verbringen, raus zu gehen, den Menschen zuzuhören um zu verstehen, was den Bürgerinnen und Bürgern auf dem Herzen liegt, anstatt mich mit Personaldebatten herumzuärgern. Ein Tag wird dafür nicht reichen.

12. Diese Marotte würde ich mir am liebsten abgewöhnen: Ich bin sehr ungeduldig.

13. Mit diesen drei Eigenschaften würden mich meine besten Freunde beschreiben: Aufmerksam, ehrlich und zuverlässig, dabei immer mit einem Lächeln auf den Lippen unterwegs.

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