Wochenendporträt

Ronshäuser Rapper hat für verstorbene Großmutter ein Musikvideo in Hersfeld gedreht

Stadtkirche als Drehort: Christopher Heinz alias Krobex aus Ronshausen macht Rapmusik der etwas anderen Art. Sein neues Musikvideo hat er im Internet auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht.
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Stadtkirche als Drehort: Christopher Heinz alias Krobex aus Ronshausen macht Rapmusik der etwas anderen Art. Sein neues Musikvideo hat er im Internet auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht.

Mit seinen emotionalen und tiefgründigen Texten, gepaart mit melancholischen Melodien, erfüllt Christopher Heinz so gar nicht das Klischee der Rapmusik-Szene.

Bad Hersfeld/Ronshausen – „Mir ist es wichtig, eine Botschaft zu übermitteln“, sagt Christopher Heinz. In seinem aktuellen Lied „Flieg mit den Engeln“ verarbeitet der Ronshäuser den Tod seiner Großmutter. Im August hat Heinz das Musikvideo zu seinem neuen Lied aufgenommen – gedreht wurde in Bad Hersfeld. Unter dem Künstlernamen Krobex veröffentlicht der 29-Jährige seine Musik im Internet, auf der Video-Plattform Youtube. Dass Krobex seine Zuhörer erreicht, sieht man an den Kommentaren unter dem Video – die sind durchweg positiv, einige schreiben von Verlusten, die sie selbst erlitten haben.

Während Rapmusik bei Kritikern als Kunstform für Vulgärsprache, Frauenfeindlichkeit und Kriminalitätsglorifizierung gilt, legt Heinz seinen Fokus auf etwas anderes: „Ich versuche, meine Texte so zu schreiben, dass sich möglichst viele mit dem Inhalt identifizieren können“, sagt der Hobby-Musiker. In seinen Texten verarbeitet er zumeist seine Gefühle und Gedanken.

Die Musik begleitet Heinz schon seit seiner frühen Kindheit. Geboren und aufgewachsen ist er in Berlin, wo er viel Zeit bei seinen Großeltern verbrachte. Sein Opa spielt Gitarre, zuhause wurde häufig gesungen. „Meiner Oma hat meine Musik immer gefallen“, erinnert sich Christopher Heinz an die Frau, der er sein jüngstes Werk gewidmet hat. Auch sein Opa sei stolz auf ihn. Für ihn hat der 29-Jährige bereits ein Dankeslied geschrieben. Er selbst spielt seit seiner Kindheit Klavier und seit etwa sechs Jahren Gitarre. Erste lyrische Texte schreibt der gebürtige Berliner bereits in der Grundschule. Im neuen Eigenheim in Ronshausen hat sich der Hörgeräteakustiker ein eigenes Musikzimmer eingerichtet. Dort steht neben einem Keyboard auch die nötige Technik für Tonaufnahmen.

Nachdem es fünf Jahre ruhig auf dem Youtube-Kanal des Musikers war, haben er und sein Bekannter Julian Kesten Anfang August gemeinsam das neue Musikvideo aufgenommen. Kesten ist Tontechniker, hat ein eigenes Studio und bereits Erfahrungen in Sachen Videoproduktion. Sechs Stunden haben die Dreharbeiten gedauert, die unter anderem auf dem Bad Hersfelder Friedhof und in der Stadtkirche stattgefunden haben. Das Drehbuch hat Heinz selbst geschrieben, auch den Schnitt des Video- und Tonmaterials hat er übernommen.

„Ich habe es immer als Hobby betrachtet“, reflektiert Heinz seine Musik. In Zukunft wolle er aber aktiver werden und mehr mit Kesten und einem weiteren Bekannten zusammenarbeiten. „Wir wollen mehr in die Videoproduktion gehen“, sagt Heinz. Sein aktuelles Video hat der Musiker auch über die sozialen Netzwerke Instagram und Facebook beworben. Bekannte und Freunde teilten dass Video ebenfalls auf ihren Kanälen. So sei das Video auf Youtube bereits in der ersten Woche über 8000 mal angesehen worden. „Ich bin total fasziniert, wie schnell das die Runde gemacht hat“, freut sich Heinz. Auf der großen Bühne sieht sich der Ronshäuser nicht, das Internet als Plattform begreift er aber als Chance. Mit Schlagworten, sogenannten Hashtags (#), könne man Hörer gezielt erreichen, erklärt er.

Ein neues Lied steht auch schon kurz vor der Veröffentlichung, die Arbeiten für das dazugehörige Musikvideo laufen noch. Ohne zu viel verraten zu wollen, gibt der Ronshäuser Musiker zumindest preis, dass sich der Text rund um das Thema Selbstreflexion dreht.

Zur Person

Christopher Heinz (29) wurde in Berlin geboren und ist auch dort aufgewachsen. 2011 kam er nach Bad Hersfeld, wo er Verwandtschaft hat. Vor kurzer Zeit ist er mit seiner Verlobten nach Ronshausen gezogen. Seit seiner Kindheit macht Heinz Musik, seit 2008 widmet er sich vorrangig dem Rap. Sein Künstlername „Krobex“ habe keine bestimmte Bedeutung, meint er. Unter diesem Namen veröffentlicht er seine Musikvideos im Internet auf der Video-Plattform Youtube.

Von Laura Hellwig

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