Abfallverband AZV erweitert Fläche bis 2023

Millionenschwere Großprojekte auf der Mülldeponie in Ludwigsau

Das Luftbild zeigt die verschiedenen Bereiche der Mülldeponie in Ludwigsau von oben.
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Die Mülldeponie in Ludwigsau.

Gleich zwei millionenschwere Großprojekte stehen in den kommenden Jahren auf der Mülldeponie „Am Mittelrück“ in Ludwigsau an.

Ludwigsau - Der Abfallwirtschaftszweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV) will die Deponiefläche auf dem fast 20 Hektar großen Areal bis 2023 erweitern – und muss einen bereits 2005 stillgelegten Bereich endabdichten. Beide Vorhaben kosten insgesamt 25 Millionen Euro.

Allein 14 Millionen Euro sind für die Deponie-Erweiterung kalkuliert. Vergrößert werden soll die Deponie um eine sechs Hektar große Fläche, was rund acht Fußballfeldern entspricht. „Damit schaffen wir Entsorgungssicherheit“, sagt AZV-Geschäftsführer Jörg Goßmann. Der Verband rechnet, dass auf der neuen Fläche 70 000 Tonnen Abfall pro Jahr anfallen. „Das reicht für weitere 25 Jahre“, so Goßmann.

Zwar nimmt der AZV auf der Deponie grundsätzlich nahezu alle Abfallarten an – ein Großteil davon wird jedoch nur wenige Tage in Containern oder auf dem Umschlagplatz zwischengelagert, bevor er von Entsorgungsunternehmen abgeholt und dann weiterverarbeitet oder recycelt wird. Auf der Deponie dürfen seit Inkrafttreten der Abfallablagerungs-Verordnung (2005) nur noch sogenannte inerte Stoffe abgelagert werden, etwa Abfälle aus der Kali-Verarbeitung, die einen Großteil der Anlieferungen ausmachen, aber auch Bauschutt, Beton, Ziegel und Fliesen. Vor 2005 sah das noch ganz anders aus. Papiertonnen, getrennte Bioabfallsammlungen und den Gelben Sack gab es noch nicht.

„Damals wurde hier vieles einfach abgekippt“, sagt Goßmann. In einem vor 15 Jahren stillgelegten Teil der Deponie, wo unsortiert auch organischer Abfall lagert, muss der AZV nun aus Umweltschutzgründen die Oberfläche abtragen und mineralisch abdichten.

Sickerwasser sorgt dafür, dass sich Deponiegase bilden. Das Wasser muss aufwändig gesammelt und aufbereitet werden. Das Gas wird aufgefangen und im deponieeigenen Blockheizkraftwerk in elektrische Energie umgewandelt, die dem Betrieb der Sickerwasserreinigungsanlage dient.

Das Abdichten, das laut Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel bis 2024 beendet sein muss, kostet elf Millionen Euro.

Die 14 Millionen Euro für die Erweiterung der Fläche sollen laut AZV-Geschäftsführer Jörg Goßmann über die Gebühren für den angelieferten Deponie-Abfall finanziert werden. Eine Tonne kostet derzeit 43,69 Euro. Das Geld für die Abdichtung der Alt-Deponiefläche, elf Millionen Euro, komme aus Rückstellungen, die der AZV dafür gebildet habe. (Sebastian Schaffner)

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