189 Betriebe im Landkreis

Mindestlohn im Gastrogewerbe: Gewerkschaft fordert mehr Kontrollen in Hersfeld-Rotenburg 

Hersfeld-Rotenburg. Verstöße gegen den gesetzlichen Mindestlohn werden im Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu selten geahndet – vor allem im Gastgewerbe. Das bemängelt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Nach Angaben der NGG kontrollierte das zuständige Hauptzollamt Gießen im vergangenen Jahr 158 Gastro-Betriebe. Das sind lediglich drei Prozent aller Hotels und Gaststätten im Bereich der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) beim Gießener Zoll. Allein im Kreis Hersfeld-Rotenburg zählt die Branche 189 Betriebe.

Insgesamt überprüfte das Hauptzollamt im vergangenen Jahr 1212 Arbeitgeber auf Schwarzarbeit, Lohn-Prellerei und Betrug bei der Sozialversicherung. Wegen Verstößen gegen den gesetzlichen Mindestlohn verhängten die Kontrolleure dabei Bußgelder in Höhe von 719.000 Euro und leiteten 68 Ermittlungsverfahren ein – 26 davon im Gastgewerbe.

NGG-Geschäftsführer Andreas Kampmann nennt die Zahlen „alarmierend“: „Von der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns 2015 sollten besonders die Beschäftigten im Gastgewerbe profitieren. Aber viele Kellner, Köche und Co. gehen offenbar leer aus.“ Der Zoll müsse seine Kontrollen auch in Hersfeld-Rotenburg nun dringend ausweiten, fordert Kampmann. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, der Mindestlohn gelte nur auf dem Papier. 

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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