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Mit guter Laune und flotten Reimen: Hönebacher feierten Kirmes mit Festzug

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Von: Wilfried Apel

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Wer’s kann, der kann’s: Die jungen Tänzerinnen des ESV Hönebach traten an unter dem Motto „Nicht nur die Musik der 2000er ist gut, auch die Geburtenzahl macht unserer Gruppe Mut!“
Wer’s kann, der kann’s: Die jungen Tänzerinnen des ESV Hönebach traten an unter dem Motto „Nicht nur die Musik der 2000er ist gut, auch die Geburtenzahl macht unserer Gruppe Mut!“ © Wilfried Apel

Der Wildecker Ortsteil Hönebach hat wieder kräftig Kirmes gefeiert. Wir waren beim Festzug im Tunnelhexen-Dorf dabei.

Hönebach – Einheimische und Gäste aus Nah und Fern waren am Sonntagnachmittag trotz Sperrung der Landesstraße Ronshausen-Heringen und damit einhergehender Umleitung in großer Zahl in Hönebach, um Kirmes zu feiern und vom Fenster oder vom Straßenrand aus endlich mal wieder einen mit viel Liebe gestalteten Festzug zu bestaunen und Spaß zu haben.

Ein Festzugbeitrag griff die Verkehrsproblematik sogar auf und stellte in den Raum, dass es dem Dorf angesichts immer neuer Baumaßnahmen immer schlechter gehe. „Baustellen nach Bodesruh, auf Autobahn und Mackenroth, in Hönebach der Verkehrskollaps droht“, reimten die in gelbe und orangefarbene Warnwesten gehüllten Sportkegler des SKV Alle Neune. Über schlechte Erfahrungen ließen sich auch die Frauenfußballerinnen des Eisenbahnsportvereins (ESV) aus. Trotz einer empfindlichen Niederlage gegen die gar nicht weg wohnende Konkurrenz waren sie aber nicht allzu sehr „geknickt“: „Im Suff, da schlägste keinen Gegner, Meister werden kann nicht jeder.“ Damit spielten sie darauf an, dass die Männerfußballmannschaft des ESV Kreisoberligameister geworden ist und glänzend dasteht.

Das unterstrichen die bestens aufgelegten Jungs auf ihrem Wagen, auf dem sie ihrer Freude freien Lauf ließen und immer wieder „Layla“ singend immer wieder blaue „Nebelkerzen“ zündeten.

Angeführt wurde der Kirmeslindwurm von Mitgliedern des die Kirmes veranstaltenden Jugendclubs Trichine und Vertretern der Ortsprominenz. Es folgte der Spielmanns- und Fanfarenzug Rotenburg und der von den Konfis geschmückte Erntewagen. Die „Trichinisten“ präsentierten sich als Maschinisten der wieder dampfenden Kirmeslok. Der Heimatverein ging zu Fuß und betonte seine „völlige Klimaneutralität“. Das war der fünfköpfigen Showtanzgruppe, die ebenfalls zu Fuß unterwegs war, ein bisschen zu wenig. Die in knalligem Rot gewandeten Damen tanzten unentwegt und wurden dafür mit viel Applaus belohnt.

Den gab es auch für den Tanz- und den Fußball-Nachwuchs sowie für die Alten Herren des ESV, die den Gehfußball für sich entdeckt haben: „Jetzt wird’s lustig: Es muss kein Schweiß mehr fließen und man kann dabei ein gutes Bier genießen.“ Die Damengymnastik-Abteilung Dienstag war „einfach nur so dabei“.

Aus Obersuhl war eine Abordnung der Kirmesgesellschaft vor Ort, die es gelassen hinnahm, dass ein unbekannter Fettfuchs und eine unbekannte Tunnelhexe behaupteten, dass die Straßen in Obersuhl sehr gut ausgebaut sind, während es in Hönebach gar nicht gut um sie steht. Aus „Kölle am Rhing“ war wie bei jeder Kirmes die in Hönebach geborene Karin Schulz mitsamt Familie ins Tunnelhexendorf gekommen, um mit der Familie ihres Bruders Jörg Hartmann die Verwandtschaft zu pflegen. Mit Kölsch und Konfetti ließen es die Schulzens auf ihrem Wagen ein ums andere Mal krachen, frei nach dem Motto: „In Kölle fiel der Umzug flach, drum feiern wir in Hönebach.“ Das schien bei einer Familienfeier, bei der ein von den „Kirmesfuzzis“ der Gruppe Linß auf die Schippe genommener Wirt auf einen „Schoppen-Rechner“ vertraut hatte, nicht ganz so gut geklappt zu haben. Retter in der Not war wie immer die Feuerwehr.

Die tollen Tage in Hönebach sind am Montag dann mit einem Katerfrühstück ausgeklungen.

Von Wilfried Apel

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