So möchten sie auch spielen - junge Streicher an der Stiftskirche

Mit dem Bogen in der Hand: Streichmusik ist an der Stiftskirche in Rotenburg ein großes Thema. Das Streichorchester war auch schon in Gottesdiensten zu hören. Foto: Vera Walger

Rotenburg. Sie haben sich für Streichinstrumente entschieden: Junge Mädchen werden in zwei Klassen an der Rotenburger Stiftskirche unterrichtet. Ihr Ziel: Sie möchten im Orchester mitspielen.

Erst sind nur die Geigen zu hören. Konzentrierte Mädchengesichter sind auf die Noten gerichtet. Das energische Auf und Ab der Bögen. Jetzt setzen die Celli ein. Es klingt ein bisschen wild. Anastasia Boksgorn klatscht in die Hände wie eine Flamencotänzerin. „Bampampam“, ruft sie. „Einszweidrei!“ Elke Suck-Iffland gibt den Einsatz zu einem neuen Versuch. Auf einmal ist das Dietrich-Bonhoeffer-Haus mit Musik erfüllt. Die beiden Frauen lächeln einander zu.

Jeden Freitag probt hier an der Stiftskirche in Rotenburg das Streichorchester mit seinen beiden Leiterinnen Elke Suck-Iffland und Anastasia Boksgorn. 22 Mitglieder hat das Orchester, zurzeit sind es nur Mädchen. Sie sind zwischen acht und 16 Jahren alt. Sie spielen Geige oder Cello. Diana zum Beispiel hat sich vor drei Jahren für die Geige entschieden. „Ich habe in der Zeitung ein Foto von Anastasia mit der Geige gesehen“, erzählt die Elfjährige. „Und da habe ich gedacht: So was will ich auch können.“

Bevor die jungen Streicher ins Orchester aufgenommen werden, müssen sie auf ihren Instrumenten schon einiges gelernt haben. Unterrichtet wird an der Stiftskirche in Klassenform. Die erste Streicherklasse startete im August 2013, die zweite folgte ein Jahr später. Die Idee dazu hatte Elke Suck-Iffland.

Sind Streichinstrumente nicht besonders schwierig für Kinder? Schon, meinte Elke Suck-Iffland. Doch die meisten haben zuvor schon ein anderes Instrument gespielt. Sie werden motiviert von dem besonderen Reiz, der von einem Streichinstrument ausgeht. Und von der Aussicht, ins Orchester aufgenommen zu werden. Das hatte nämlich schon einige Auftritte. Der nächste wird bald folgen.

„Das war schon viel besser“, ruft Elke Suck-Iffland ihren jungen Musikerinnen zu. „Aber jetzt lasst uns noch mal von vorn spielen!“

Von Vera Walger

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