50 Jahre bei Raiffeisen: Viele Landwirte kennen Herbert Möller

Möller weiß Rat

Jubilar Herbert Möller kennt sich im Lager von Raiffeisentechnik bestens aus. Dort lagern allerdings nur noch die gängigsten Teile, alles andere bestellt er am Computer, wo er den größten Teil seiner Arbeitszeit mit kaufmännischen Tätigkeiten verbringt. Foto: Hefter

Bebra. Herbert Möller war knapp 14 Jahre alt, als er im Frühjahr 1961 seine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker im Raiffeisen-Maschinenlager in Altmorschen antrat. Er steht noch immer im Berufsleben - beim selben Arbeitgeber. Heute feiert der Heinebacher bei Raiffeisen Technik in Bebra sein 50. Berufsjubiläum.

Seit 1979 ist er als Lagerist beschäftigt, verantwortlich unter anderem für die Ersatzteilbeschaffung, Kundenberatung und den Verkauf von Kleingeräten. Die Landwirte in der Region kennt er alle und auch die Maschinen, die sie auf dem Hof haben. „Der Herbert weiß das oft besser als der Kunde“, sagt Werkstattleiter Heinz Börner und lacht. Er und Möller arbeiten seit 35 Jahren zusammen.

Gefragt ist Herbert Möllers Spezialwissen besonders bei Besitzern von Oldtimer-Traktoren weit über die Region hinaus. Denn Ersatzteile sind für die alten Trecker nur schwierig oder gar nicht mehr zu bekommen, und Herbert Möller weiß, welche anderen Teile statt der Originale verwendet werden können. „Ich habe diese Maschinen schließlich früher repariert und habe zu Hause selbst welche, die noch eingesetzt werden“, berichtet er. Der jetzt 63-Jährige erinnert sich noch gut daran, wie er als Lehrjunge jeden Tag mit dem Rad oder mit dem Zug von Heinebach nach Altmorschen fuhr, anfangs auch an Sonn- und Feiertagen, um die Koksheizung im Betrieb zu befeuern. Seinen Lehrlingslohn, 45 Mark im Monat, gab er fast komplett zu Hause ab, denn seine verwitwete Mutter bekam nur eine schmale Rente für sich und drei Kinder.

Landmaschinenmechaniker machten damals noch viele Schmiedearbeiten, sogar Kühe, die als Zugtiere eingesetzt wurden, hat Herbert Möller beschlagen. „Heute fahren bei uns Traktoren mit 360 PS auf den Hof, die mit einem Joy-Stick gesteuert werden. Ohne Laptop geht beim Landmaschinenmechaniker gar nichts mehr.“

Nach Abschluss seiner Ausbildung 1964 arbeitete er als Mechaniker für Raiffeisen in Altmorschen, Melsungen, Homberg und Bebra. Dann wurde im Ersatzteillager in Bebra eine Kraft gebraucht. Herbert Möller sprang eher zufällig als Aushilfe ein - und blieb dabei.

Die Zeit der Grenzöffnung wird ihm in besonderer Erinnerung bleiben. „Der ganze Hof war voller Trabbis, und die Menschen bestaunten ungläubig unsere Maschinen“, erinnert er sich.

Ende dieses Jahres geht Herbert Möller in Rente. Angst, dass er sich dann langweilen wird, hat er nicht. Schließlich ist seine kleine Landwirtschaft zu versorgen, und an den Oldtimer-Maschinen gibt es immer etwas zu schrauben.

Von Susanne Hefter

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