Ein morgendlicher Streifzug durch Wahllokale

Morgendlicher Streifzug durch Wahllokale

Cornberg/Nentershausen/Bauhaus/Iba. Kurz vor 8 Uhr am Sonntagmorgen herrscht im Cornberger Kindergarten bereits Betrieb. Wo sonst die Kinder der Gemeinde spielen, sollen hier gleich Erwachsene ihre Kreuze zur Kommunalwahl machen.

Bevor es losgehen kann, stellt der Wahlvorstand den ordnungsgemäßen Zustand der Urne fest und verschließt sie dann. „Wir sind schon ein eingespieltes Team“, erklärt der stellvertretende Wahlleiter Jan Stunz, der auch für den Posten des Ortsvorstehers kandidiert. Nachdem er pünktlich um 8 Uhr das Wahllokal offiziell für eröffnet erklärt hatte, gibt er als Erster seine Stimme ab.

Wenige Minuten später kommt der erste Bürger vorbei, um an der Wahl teilzunehmen. „Ich will in zwei Stunden in Coburg sein und meine Tochter besuchen“, erklärt Thomas Sadel seinen frühen Gang in die Wahlkabine.

Auch das evangelische Gemeindehaus in Nentershausen ist Wahllokal. Eckhardt Siegfried bezeichnet das Wahlhelfer-Team als altes Inventar. „Wir arbeiten schon seit Jahren in dieser Besetzung zusammen“, bestätigt auch Peter Stein. In dem Raum, in dem sonst der Konfirmandenunterricht stattfindet, ist heute morgen nicht viel Betrieb. Ein Versuch, die Stereoanlage in Gang zu bringen, scheitert. Zwischendurch wird Kaffee geholt. Auch der Zeitungsausträger kommt, um seine Kreuzchen zu machen, und bringt den Wahlhelfern gleich Lektüre mit. Man kennt und unterhält sich. „Wird das Formel 1-Rennen eigentlich wiederholt?“

In Bauhaus erledigt Heidemarie Gernert den Urnengang. Bis zum Wahlsonntag war sie Ortsvorsteherin hier, doch aus Mangel an Kandidaten wird es in Bauhaus künftig keinen Ortsbeirat mehr geben. „Ich finde das nicht gut. Man kann nicht einerseits kritisieren und sich andererseits nicht zur Wahl stellen“, sagt sie. Adam und Amei von Trott zu Solz finden den Wegfall des Ortsbeirates ebenfalls schade. Gernert und sie kennen sich, es wird vor der Tür diskutiert. Um kurz vor 10 Uhr haben ganze sechs Wähler ihre Stimmen abgegeben.

Das Gegenteil ist in Iba der Fall. Um 10.45 Uhr kann Ortsvorsteher und Wahlleiter Günther Hobert schon 39 abgegebene Stimmen ins Wahlamt durchgeben. Alle paar Minuten kommen Wähler herein, die drei Kabinen sind besetzt.

Das Wahllokal befindet sich in einem Gasthaus, und ein älterer Herr bestellt scherzhaft ein Getränk bei Hobert, als er den großen Stimmzettel für den Kreistag entfaltet. „Das kann ja hier länger dauern“, meint er.

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