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Mr. Lolls berichtet über das Lullusfest im Wandel der Zeiten

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1988 in der Amtsstube: Wilfried Roßbach beim maßstabsgerechten Beplanen und Koordinieren des Festplatzes zum Lullus-Fest in Bad Hersfeld.
1988 in der Amtsstube: Wilfried Roßbach beim maßstabsgerechten Beplanen und Koordinieren des Festplatzes zum Lullus-Fest in Bad Hersfeld. © Geschichtsverein

In Bad Hersfeld kennt man ihn als Mr. Lolls. Der 67-jährige Wilfried Roßbach war von 1980 bis 2015 für die Organisation des Lullusfests zuständig. Darüber hält er einen Vortrag.

Bad Hersfeld – Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit, auch wenn man sie gerne macht und wenn sie einem immer wieder Vergnügen bereitet. So sah und sieht es der inzwischen 67-jährige Wilfried Roßbach, der legendäre Mr. Lolls, der von 1980 bis 2015 in der Verwaltung der Lullusstadt für die Organisation und auch für die Vermarktung des Lullusfestes zuständig war.

Was er dabei alles erlebte, schildert er unter der Überschrift „Lolls – ein Traditionsfest im Wandel“ in einem abwechslungsreichen Vortrag mit Bildern, zu dem der Hersfelder Geschichtsverein am Mittwoch, 5. Oktober, 18.30 Uhr, in den Großen Konferenzraum der Stadthalle einlädt.

Mr. Lolls, mit etwas weniger Haaren als 1988, im Ruhestand.
2022 bei sich zu Hause beim Lesen der Schaustellerzeitung: Mr. Lolls, mit etwas weniger Haaren als 1988, im Ruhestand. © Wilfried Apel

Nur gut sieben Jahre nach Beginn seiner Ausbildung bei der Stadtverwaltung betraute der damalige Kulturamtsleiter Hans „Negus“ Schmidt seinen jungen Kollegen Wilfried Roßbach als Nachfolger von Gust Voit mit der Aufgabe des Lullusfest-Organisators. Sie sollte zur Herzens- und Lebensaufgabe von Roßbach werden. Über 35 Jahre lang übte der „Herrschfeller Jung“, der wie jeder vor Ort Geborene von Kindheit an mit dem Lolls-Virus infiziert war, sie aus. Natürlich erlebte er so manche Neuerung mit, und die eine oder andere brachte er selbst auf den Weg.

In seinem Vortrag stellt Wilfried Roßbach vor allem die Veränderungen dar, die das im Jahr 852 erstmals urkundlich erwähnte Lullusfest in „seiner“ Epoche erfahren hat. Ebenso geht er auf das ein, was das Besondere des Festes ausmacht. Dazu werden bei ausgewählten Themenkreisen die Entwicklungen und Zusammenhänge vertieft und unterhaltsam dargestellt. So wird beispielsweise über die spektakulärsten Lollsattraktionen der Jahre 1980 bis 2015 berichtet, aber auch darüber, wie es zum Feuerwerk vom Kirchturm der Stadtkirche aus kam oder was das Lullusfest von Großstadtvolksfesten unterscheidet.

Darüber hinaus beleuchtet Roßbach, welche Entscheidungen das Lullusfest für Schausteller und Besucher attraktiver gemacht haben, wie sich der Fall der Zonengrenze und die Euphorie der Deutschen Einheit auf das Fest ausgewirkt haben.

Auch die bei der sonntäglichen Feierstunde in der Stiftsruine, beim Festumzug oder beim „Dippenmarkt“ vorgenommenen Änderungen werden kommentiert, genauso wie die Kernelemente des Volksfestes: der Festbeginn am Montag, das Entzünden des „Fierches“, der Feuermeister, das Kastanienwerfen und natürlich der Schlachtruf „Enner, zwoon, dräii – Bruuuder Lolls“.

Oberamtsrat im Ruhestand Wilfried Roßbach pflegt auch nach seinem Abschied vom aktiven Dienst Kontakt zu vielen der 5300 Schausteller in Deutschland. Zudem schreibt er seit 1998 für die seit fast 140 Jahren erscheinende Schaustellerzeitung „Der Komet“ Kolumnen und Rezensionen über namhafte Volksfeste, wie zum Beispiel das bekannte Würzburger Kiliani-Volksfest.

Die Eintrittskarten zum Vortrag mit Bilderschau sind ab 18 Uhr an der Abendkasse erhältlich. (Wilfried Apel)

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