Gebührenerhöhung droht: Müllverband AZV muss mehr zahlen

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Symbolbild

Bei der Müllentsorgung muss der Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV) künftig tiefer in die Tasche greifen.

Das bisherige Kostenniveau sei nicht mehr zu halten gewesen, sagte AZV-Vorstandsvorsitzende Elke Künholz bei der Verbandsversammlung. Das Gremium, das eine Art Parlament des AZV bildet, hat am Montagabend die Entsorgungsaufträge ab 2020 für die kommenden fünf Jahre vergeben.

Was die Kostensteigerung für die Bürger im Landkreis bedeutet, sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, so Künholz.

Elke Künholz, Vorsitzende Abfallwirtschafts-Zweckverband Hersfeld-Rotenburg (AZV).

Gewonnen haben die Ausschreibung zwei Unternehmen, die sich schon heute um die Müllabfuhr des AZV kümmern. Demnach fährt die Firma Prezero (früher Tönsmeier) auch künftig den Restabfall und Biomüll ab. Fehr bleibt für Papier, Sperrmüll und die Sammlung von Elektrogeräten zuständig.

Über den finanziellen Umfang der Aufträge wollte sich der Verband, der mit Ausnahme von Bebra, Ronshausen und Rotenburg für den Müll im gesamten Landkreis zuständig ist, vorerst nicht konkret äußern.

Mitgeboten haben insgesamt fünf Firmen. Diejenigen, die bei der Ausschreibung nicht zum Zuge gekommen sind, haben nun allerdings die Möglichkeit, in den kommenden zehn Tagen ein Nachprüfungsverfahren anzustrengen. Das sei in der Geschichte des 1993 gegründeten AZV allerdings noch nie vorgekommen, so Künholz. Sollte es keine Einsprüche geben, werde der offizielle Zuschlag an Prezero und Fehr am 12. Juli erteilt.

Zum Auftragsvolumen sagte die Vorsitzende auf Nachfrage lediglich: „Bislang hatten wir mit die günstigsten Konditionen in ganz Hessen aushandeln können. Das ist jetzt nicht mehr so. Es wird teurer.“

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Die Gründe seien vielfältig: Bieterfirmen würden sich immer öfter zusammenschließen, was die Preise nach oben treibe. Ebenfalls auf den Preis wirkten sich die Mautgebühren aus. Und es gebe immer weniger Menschen, die in der Müllbranche arbeiten würden. „Ob und inwieweit sich das über die Gebühren auf unsere Kunden auswirkt, muss jetzt erst in Ruhe durchkalkuliert werden“, sagte AZV-Geschäftsführer Jörg Goßmann.

Die Aufträge an Prezero und Fehr sind zwar vorerst für fünf Jahre vergeben worden. Der AZV hat aber die Möglichkeit, die Verträge auf bis zu sieben Jahre zu verlängern. „Das würde dann auch bedeuten, dass wir sieben Jahre Preissicherheit hätten“, sagt Goßmann.

Über den AZV entsorgen 90 000 Menschen im Kreisgebiet ihren Müll. Nach eigenen Angaben hat der AZV 32 000 Tonnen für Restmüll, 30 000 Tonnen für Papiermüll und 20 000 Tonnen für Bioabfall. Dem Verband gehört die einzige Deponie (Ludwigsau-Friedlos) im Landkreis.

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