61 Fälle im vergangenen Jahr kosteten rund 97.000 Euro

Amt muss immer mehr Bestattungen zahlen

Hersfeld-Rotenburg. Immer mehr Menschen in Deutschland können laut des Statistischen Bundesamts die Bestattung ihrer nahen Verwandten nicht bezahlen.

Auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist die Zahl der sogenannten Sozialbestattungen in den vergangenen drei Jahren wieder gestiegen.

61 Sozialbestattungen gab es 2014, 54 waren es 2013 und 40 ein Jahr zuvor. Damit sind natürlich auch die Kosten gestiegen – von 73.103 Euro im Jahr 2012 auf 97 420 Euro im vergangenen Jahr. Durchschnittlich wurde 2014 ein Zuschuss von 1570 Euro gewährt. Auch für 2015 sind im Haushalt des Landkreises rund 100.000 Euro für diese besondere Art der Sozialhilfe eingestellt.

Einen Anspruch darauf haben diejenigen, die verpflichtet sind, für eine Bestattung aufzukommen, wie Eltern, Kinder und Ehepartner. Der Sozialhilfeträger übernimmt bei Bedürftigkeit die kompletten oder einen Teil der Kosten für eine „klassische“ Bestattung ohne besondere Extras. Über die Art der Bestattung kann der Betroffene selbst entscheiden.

Was zulässig ist und was nicht, müsse jedoch immer im Einzellfall entschieden werden, sagt der Leiter des Fachdienstes Soziales beim Landkreis, Marco Butchereit. Im Idealfall wenden sich die Hilfebedürftigen direkt an den Fachdienst, meist werden die potenziell Anspruchsberechtigten aber über den Bestatter an diesen verwiesen, berichtet Butchereit.

Die Bearbeitungszeit variiere und hänge mitunter auch vom Verhalten des Antragstellers ab, sagt Butchereit. Länger dauern könne es zum Beispiel, wenn weitere Erben über das Nachlassgericht ausfindig gemacht werden müssten. Für die Zukunft rechnet Butchereit mit einer weiteren Zunahme der Sozialbestattungen, auch weil die Altersarmut zunimmt. Ähnlich äußern sich die befragten Bestatter im Landkreis. Zum Tage, Hintergrund, Seite2

Von Nadine Maaz

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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