Nabu in Sorge um die Naturschätze

Magerrasenfläche bei Solz: Pflegeeinsätze der Nabu-Gruppe Solz und anderer Unterstützer helfen beim Erhalt. Foto:  privat

Hersfeld-Rotenburg. Um die Naturschätze und das Netz von FFH-Gebieten in der Region und darüber hinaus sorgt sich der Nabu-Kreisverband.

Er befürchtet eine Verwässerung und Entwertung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie, weiteren Landverbrauch und die Industriealisierung der Landwirtschaft. Anlass sind Pläne der EU-Kommission. Bereits 2016 werde diese entscheiden, ob die Fauna-Flora-Habitat (FFH)- und die EU-Vogelschutzrichtlinie bleiben oder überarbeitet werden.

Die Niederländer wollen das Thema laut Nabu zu einem der Schwerpunkte ihrer EU-Ratspräsidentschaft 2016 machen, auch die Briten und der Deutsche Bauerverband erhöben Forderungen, die zu einer Schwächung des Naturschutzes führten.

Trumpf für Tourismus

Waldhessen verfüge über viele Naturschätze und ein Netz von FFH-Gebieten mit hohem Wert für bedrohte Arten. Dies sei auch ein großer wirtschaftlicher Gewinn für die Region. So bezeichne der Regionalmanager Holger Schacht Natur und Landschaft der Grimm-Region als Trümpfe für das nachhaltige touristische Angebot.

Der Naturschutzbund ruft die Menschen in Waldhessen dazu auf, unter www.NABU.de/naturschaetze gegen die „umweltfeindlichen Planungen der rückwärts orientierten EU-Kommission vorzugehen und die Stimme zu erheben“ - wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Nur noch bis Freitag, 24. Juli, kann jeder über das Internet abstimmen und dazu beitragen, dass auch nach 2016 die attraktiven Lebensräume in Waldhessen nicht untergehen. Der Nabu setzt dabei auf eine intensive Zusammenarbeit mit dem heimischen Bauernverband und allen verantwortungsvollen Akteuren.

Alle bemüht um Biotope

In diesen Tagen wurde der vom Nabu Solz mitinszenierte neue Wanderweg „Quincunx“ in Bebra im Zechsteingebiet zwischen Sontra und Morschen eröffnet. Auch dies zeigt, dass sich viele Menschen und Verbände wie etwa der Nabu, die NGMF, die HGON oder der BUND ehrenamtlich seit Jahren um die Entwicklung blütenreicher mit seltenen Arten ausgestatteten Biotopen bemüht haben. Viele Landwirte haben mit dies mit gezielten Maßnahmen und Fachkenntnis unterstützt, damit weitere Erlebniswege entwickelt werden konnten.

„Zwischen Kuppenrhön mit dem Juwel Dreienberg, Rhäden, Seulingswald, Trottenwald, dem Werra -und Fuldatal bis hin zum Stölzinger Gebirge und den Randbereichen des Knüll hat dieser Kreis viele Naturschätze zu bieten“, betont der Nabu-Kreisverband. (red/ank)

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