1016 Haushalte

Nach Reform: Mehr Wohngeld-Empfänger im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Symbolbild Kreis Landkreis Hersfeld-Rotenburg
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Das Landratsamt des Kreises Hersfeld-Rotenburg.

In Hessen ist die Zahl der Haushalte mit Anspruch auf Wohngeld von 2019 auf 2020 um 22 Prozent gestiegen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamts.

Hersfeld-Rotenburg – Ähnlich sieht es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg aus. 840 Empfängerhaushalte gab es dort im vergangenen Jahr, der durchschnittliche Wohngeldanspruch lag bei monatlich 163 Euro. 2019 waren es laut Statistischem Landesamt 687 Haushalte. Nach der Reform stieg bis zum 31. Oktober 2021 die Zahl der Haushalte auf 1016. Der Wohngeldanspruch stieg um 2 Euro auf durchschnittlich 165 Euro – je nach dem, wie viele Personen im Haushalt leben, erklärt Marco Butchereit, Leiter des Fachdienstes Soziales beim Kreis.

„Diese Reform ist gut für die Bedürftigen, denn jetzt kommen mehr Menschen in den Genuss der Hilfen“, sagt Sozialdezernentin Elke Künholz. Die Kosten tragen Bund und Land, nur die Sach- und Personalkosten liegen beim Kreis. Die gestiegene Zahl an Wohngeldberechtigten bedeute daher auch einen höheren Personalaufwand, den der Kreis tragen müsse. Ab kommenden Jahr soll eine „Dynamisierung des Wohngelds“ eingeführt werden, was dann zu einer regelmäßigen Anpassung des Wohngelds an die Entwicklung von Mieten und Einkommen führen soll, erklärt Künholz.

Zuschuss für Mieter und Eigentümer

Das seit 1965 existierende Wohngeld ist ein Zuschuss zu den Wohnkosten, den sowohl einkommensschwache Mieter als auch Eigentümer erhalten können, sofern sie berechtigt sind. Ein Antrag muss bei der örtlich zuständigen Behörde gestellt werden, in Hersfeld-Rotenburg ist das der Landkreis. Die Kosten tragen Bund und Länder je zur Hälfte. Wohngeld wird nur an Personen geleistet, die keine Transferleistungen wie ALG II, Sozialhilfe oder Grundsicherung im Alter beziehen, da die Unterkunftskosten darin bereits berücksichtigt werden.

Auch die jetzige, seit 1. Januar 2020, geltende Wohngeldreform sei aufgrund deutlich gestiegener Mieten und Verbraucherpreise notwendig geworden, erläutert das zuständige Bundesbauministerium auf seiner Internetseite. Das Leistungsniveau und die Reichweite des Wohngeldes hätten nicht mehr ausgereicht, um dessen wohnungs- und sozialpolitische Ziele zu erreichen, heißt es vom Ministerium.

Anspruch und Höhe des Wohngelds hängen im Wesentlichen von drei Faktoren ab: der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder, der Höhe des wohngeldrechtlichen Gesamteinkommens sowie der Höhe der zuschussfähigen Miete beziehungsweise der Belastung bei Eigentümern.

Da vor der Reform das Einkommen vieler Haushalte trotz Wohngeld nicht ausreichte, um den Lebensunterhalt zu decken, wechselten laut Ministerium viele Haushalte vom Wohngeld ins Arbeitslosengeld II oder in die Sozialhilfe. Zugleich führten Einkommensanstiege zu einer Verringerung oder zum Verlust des Wohngeldanspruchs, sodass sich die Zahl der Wohngeldbezieher stetig verringerte. (Nadine Maaz/Kai A. Struthoff)

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