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Nachfrage nach Corona-Impfung nimmt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg weiter ab

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Von: Sebastian Schaffner

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Neuer Impfstoff wird nicht oft nachgefragt.
Neuer Impfstoff wird nicht oft nachgefragt. © Weyh, Anna-Laura

Nach dem Nein des Bundestags zur Impfpflicht verliert die Impfkampagne gegen das Coronavirus im Kreis Hersfeld-Rotenburg weiter an Zugkraft.

Hersfeld-Rotenburg – In den vergangenen vier Wochen haben sich kreisweit nur noch 111 Menschen für eine Erstimpfung entschieden. Das geht aus Statistiken des Landkreises und der Hausarztpraxen hervor, die unsere Redaktion ausgewertet hat.

Wer sich jetzt noch impfen lässt, holt sich vor allem eine der beiden Auffrischungsimpfungen ab. Seit Mitte März haben sich rund 1000 Menschen zum dritten Mal piksen lassen, 2300 zum vierten Mal. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die vierte Dosis bislang nur für Menschen ab 70 Jahren sowie für besonders Gefährdete.

Insgesamt sind in den vergangenen vier Wochen zwischen Alheim und Breitenbach/H. 3700 Spritzen gegen Corona verabreicht worden. Zum Vergleich: So viele Dosen verbrauchten Ärzte und Impfteams im Dezember, zum Start der Booster-Impfungen, innerhalb weniger Tage.

Die beiden Landkreis-Impfstationen in Bad Hersfeld und Bebra kommen seit Mitte März auf 1000 Impfungen. Beschäftigt sind nach Angaben des Klinikums, das die Mini-Impfzentren betreibt, dort pro Schicht fünf bis sechs Mitarbeiter.

Einen Nachfrageschub hatten sich Bundespolitiker durch die Einführung des Wirkstoffs von Novavax erhofft. Das proteinbasierte Präparat, das in den Impfstationen seit März erhältlich ist, entpuppt sich aber weiterhin als Ladenhüter.

„Die Nachfrage nach dem Novavax-Impfstoff ist seit dessen Einführung auf konstantem niedrigen Niveau“, sagt Klinikumsprecherin Loreen Sippel. Immerhin: Probleme mit der Haltbarkeit der Impfstoffe spielten kaum eine Rolle: „Aktuell läuft nur wenig bis gar kein Impfstoff ab.“

Aufgrund der sinkenden Nachfrage haben die beiden Impfstationen nur noch im Wechsel vier Tage für vier Stunden geöffnet – statt jeweils sieben Tage für sieben Stunden wie noch im März. „Solange eine Nachfrage vorhanden ist und das pandemische Geschehen auf diesem leider hohen Niveau bleibt, möchten wir auch unser Impfangebot aufrechterhalten“, sagt Loreen Sippel.

Die Öffnungszeiten der Mini-Impfzentren werde wöchentlich der Nachfrage angepasst.

Die Kosten für die Stationen teilen sich laut Kreissprecherin Jasmin Krenz Bund und Land zu jeweils 50 Prozent. (Sebastian Schaffner)

Jeder Vierte im Kreis ist noch ungeimpft

Vor allem bei der ersten Booster-Impfung steht Hersfeld-Rotenburg gut da: 62 Prozent der Kreisbevölkerung haben eine Auffrischung bekommen – deutschlandweit sind es 59 Prozent. 3500 Menschen haben bereits die vierte Spritze. Drei von vier Waldhessen (74 Prozent) sind mindestens einmal geimpft, etwas weniger zweimal (72 Prozent). Das heißt aber auch: Jeder Vierte ist noch ungeimpft. Das geht aus Zahlen des Landkreises sowie der Haus- und Betriebsärzte hervor. (ses)

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