1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra

Nahwärmenetz für Oberhaun - bald geht‘s los

Erstellt:

Von: Kim Hornickel

Kommentare

Hier soll gebaut werden: Die Nahwärmeanlage in Oberhaun ist auf der Fläche zwischen Brunnenstraße und Bahndamm geplant.
Hier soll gebaut werden: Die Nahwärmeanlage in Oberhaun ist auf der Fläche zwischen Brunnenstraße und Bahndamm geplant. © Kim Hornickel

Oberhaun hat sich entschieden: Nach sechs Jahren Planungs- und Organisationsphase hat der Haunecker Ortsteil jetzt eine Nahwärme-Genossenschaft.

Hauneck – Bei der Gründungsveranstaltung unterschrieben 87 von 200 Hausbesitzen den Wärmeliefervertrag und besiegelten die Umstellung auf erneuerbare Energien.

Dass das Vorhaben tatsächlich umgesetzt wird, war im Herbst vergangenen Jahres nicht abzusehen. Damals fehlten noch Unterstützer. Mindestens 70 Anschlüsse benötige das Projekt einer Machbarkeitsstudie zufolge. Nun ist diese Zahl überschritten und Vorstand und Aufsichtsrat hoffen auf noch mehr Teilnehmer. „Es gibt eine Karenzzeit von zwei Wochen“, erklärt Reinhard Christen von der Genossenschaft. Am 8. August soll dann feststehen, wer Teil des genossenschaftlichen Projektes sein wird. Zwar können sich Unschlüssige auch nachträglich anschließen, allerdings werde es dann teurer.

„Je mehr Leute mitmachen, desto günstiger wird es“, erklärt Kai Sattler vom Vorstand der Genossenschaft.

Sie treiben das Projekt voran: Der Aufsichtsrat und der Vorstand des Bioenergiedorfs Oberhaun.
Sie treiben das Projekt voran: Der Aufsichtsrat und der Vorstand des Bioenergiedorfs Oberhaun. © Bioenergiedorf Oberhaun

Der nächste Schritt auf dem Weg zum Nahwärmenetz ist der Kauf von zwei Grundstücken zwischen dem Bahndamm und der Brunnenstraße in Oberhaun. Darauf hatten sich die 16 Teilnehmer des Organisationsteams zuletzt geeinigt. Derzeit ist für die Nahwärme-Anlage eine Fläche von insgesamt einem Hektar eingeplant. Eines der Grundstücke gehört Ortsvorsteher und Nahwärme-Gründungsmitglied Bernd Eidam. Ein zweites, das an Eidams Wiese anschließt, soll hinzukommen. „Dann wird auf 800 Quadratmetern die Solarthermie stehen“, erklärt Jochen Hickmann. Die Module produzieren mithilfe der Sonne warmes Wasser und sollen nahe dem Bahndamm aufgestellt werden. Die Heizanlage, die mit Hackschnitzeln befeuert wird, soll laut den Organisatoren nahe der Brunnenstraße stehen. „Wir planen diese Aufteilung aufgrund der Feuchtigkeit im unteren Wiesenbereich“, erklärt Ortsvorsteher Eidam. Damit die Heizanlage günstig mit Strom versorgt werden kann, ist auch eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände geplant. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich 2023 starten.

„Die Anlage hat fast keine Nachteile und spart der Gemeinde Kosten“, sagt Eidam. Wenn das Nahwärmenetz fertig ist, muss Astschnitt aus der Gemeinde nicht mehr teuer entsorgt werden, sondern landet in der Biomasse-Heizung. Privater Grünschnitt kann kostenlos entsorgt werden. In Zukunft sollen auch Gärtner ihre Grünabfälle zur Entsorgung in die Anlage bringen können. Dafür wird die Genossenschaft eine Genehmigung beantragen. (Kim Hornickel )

Auch interessant

Kommentare