Wahl in Alheim

Bürgermeisterkandidatin Monika Riekhoff im Porträt: „Natürlich ziehe ich hierher“

Bürgermeisterkandidatin Monika Riekhof vor dem Alheimer Rathaus.
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Möchte ins Alheimer Rathaus einziehen: Bürgermeisterkandidatin Monika Riekhof.

In Alheim wird am 8. November ein neuer Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin gewählt. Wir stellen die drei Kandidaten vor. Heute: Kauffrau Monika Riekhof.

Alheim – Die Antwort auf eine Frage, die sie in den vergangenen Wochen immer wieder gestellt bekommen hat, nimmt Monika Riekhof mittlerweile vorweg. „Natürlich werde ich hierherziehen, falls ich gewählt werde. Das geht gar nicht anders. Man kann eine Gemeinde nicht aus der Ferne leiten“, sagt Monika Riekhof. Die 46-Jährige aus Schleswig-Holstein wird von CDU und SPD unterstützt.

Sie werde auch auf keinen Fall jeden Freitag nach Hetlingen, gleich westlich von Hamburg an der Elbe, fahren, wo sie mit ihrer Familie lebt. „Als Bürgermeisterin hat man selbstverständlich auch oft Termine am Wochenende. Das kennt meine Familie, die mich unterstützt. Mein Mann hat schon mit mir Flyer verteilt“, sagt die gelernte Kauffrau, die von 2014 bis 2018 Bürgermeisterin der Gemeinde Hetlingen (1300 Einwohner) war. Die Kommunen sind in Schleswig-Holstein anders strukturiert als in Hessen. Die zweifache Mutter war zwar ehrenamtlich tätig, aber unter anderem nicht nur Verwaltungs-Chefin, sondern auch Vorsitzende der Gemeindevertretung. Wenn sie die Wahl gewinnt, will sie auf jeden Fall vor Beginn der Amtszeit am 1. März eine Wohnung in Alheim eingerichtet haben.

Eines der zentralen Anliegen der Bürger, das sie aus dem Wahlkampf bisher mitgenommen hat, ist, dass die Internet- und Mobilfunkversorgung verbessert werden muss. „Corona hat gezeigt, wie wichtig Digitalisierung ist. Das gilt auch für Schulen. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihr Kind wenn nötig auch beim Homeschooling übers Internet vernünftig arbeiten kann und gut betreut wird. Mein Eindruck ist, dass das in Hessen weniger gut klappt als in Schleswig-Holstein“, sagt die 46-Jährige.

Was in den Ortsbeiräten beraten wird, muss in der Verwaltung ankommen und aufgenommen werden.

Bürgermeisterkandidatin Monika Riekhof

Beim Verteilen ihrer Flyer hat Monika Riekhof schon viel Neues gelernt. Sie kam mit Leuten in Kontakt, die gerade im Garten waren, am Auto schraubten oder mit dem Kinderwagen unterwegs waren. „In Heinebach gibt es ja Neubaugebiete – in den anderen Ortsteilen ist der Spielraum da geringer, aber Bedarf gibt es auch dort. Da geht es eher um Lückenbebauung. Das ist für die Gemeinde schwierig, weil die Grundstücke alle verschiedenen Privatleuten gehören.“ In Baumbach sei Leerstand ein besonders großes Problem. Auch bei den Straßen gebe es einiges zu tun.

Sehr gut klappt laut der Kandidatin die Zusammenarbeit mit SPD und CDU. Ihr Eindruck sei, dass auch die Bürger es gut finden, das sich die beiden Parteien auf eine Kandidatin geeinigt haben – im Kontrast zu den viel zitierten „Alheimer Verhältnissen“ von früher. Unzufriedenheit bei den Bürgern gibt es laut Riekhof bei der Zusammenarbeit und der Kommunikation des Rathauses mit Ortsbeiräten und Bürgern. „Was in den Ortsbeiräten beraten wird, muss in der Verwaltung ankommen und aufgenommen werden. Umgekehrt ist Demokratie zwar immer auch eine Holschuld – man kann sich zum Beispiel im Ratsinformationssystem informieren. Trotzdem kann man manches vielleicht etwas besser kommunizieren.“ So wäre die Frage um die Zukunft des Niederellenbacher Sees vielleicht nicht so emotionalisiert worden, wenn die Bürger davon nicht aus der Zeitung erfahren hätten.

Den Wahlkampf mit den anderen beiden Kandidaten beschreibt sie als fair. Auf der Internetplattform Facebook und in einem Leserbrief im Kreisanzeiger gebe es allerdings Kommentare, die unter die Gürtellinie gingen. So werde ihre Eignung für das Amt infrage gestellt, weil sie keine Verwaltungsfachfrau sei und im Norden nur so etwas wie eine Ortsvorsteherin gewesen sei. „Die anderen beiden Kandidaten sind auch keine Verwaltungsfachleute – und mit einem Ortsvorsteher sind die Aufgaben einer Bürgermeisterin in Schleswig-Holstein beim besten Willen nicht zu vergleichen“, sagt sie.

Sie habe schon, mithilfe der Verwaltungsmitarbeiter, Haushalte aufgestellt und Personal eingestellt. Beim Bauhof in Hetlingen sei man traurig, dass sie nicht mehr da ist. „Denen fehlt jetzt meine weibliche Schiene. Die hat dazu geführt, dass auch die Männer untereinander respektvoller miteinander umgegangen sind als vorher.“ Ihr sei ein offener und vertrauensvoller Umgang zwischen Chefin und Mitarbeitern wichtig – sie sei ein sehr kommunikativer Mensch.

Zur Person

Monika Riekhof (46) wurde in Erfurt geboren. Seit 2006 lebt die gelernte Kauffrau in Hetlingen bei Hamburg. Seit 2013 ist sie CDU-Mitglied, von 2014 bis 2018 war sie ehrenamtliche Bürgermeisterin in Hetlingen. 2019 machte sie sich als Beraterin im Bereich Nachhaltige Entwicklung selbstständig. Sie hat eine 20-jährige Tochter und einen 16-jährigen Sohn und ist verheiratet. Riekhof ist stellvertretende Vorsitzende des Vereins Elbkinderland, der sich für musische Förderung von Kindern und Jugendlichen einsetzt. 

Die Kandidatin kurz und knapp

1. Nachhaltigkeit ... ist etwas, wofür Alheim zurecht ausgezeichnet wurde. Die Gemeinde ist ein Vorbild für andere im ländlichen Raum. Das Geschaffene muss erhalten und weiter vorangebracht werden.

2. Der Niederellenbacher See ... ist zauberhaft schön, worum es sich zu kämpfen lohnt.

3. Der Verwaltungszweckverband Alheimer ... ist wirtschaftlich für Alheim notwendig. Eine Begegnung auf Augenhöhe mit Mitarbeitern und Vertragspartnern sollte für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gegeben sein.

4. Die Kitas in Alheim ... sind eine tragende Säule der Gesellschaft. Sie vereinen Spiel, Spaß und Bildung für die Jüngsten, was die Grundlage für deren späteres Leben ist.

5. Die Feuerwehren müssen in Zukunft ... in ihrem Ehrenamt unbedingt unterstützt werden, auch die Familienangehörigen der Freiwilligen. Es ist wichtig, dass Alheim auch künftig zu beiden Seiten der Fulda jederzeit personell gut aufgestellt ist.

6. Diese Marotte würde ich mir gerne abgewöhnen: Mir vorzunehmen, Sport zu machen, und es dann doch nicht zu tun.

7. Als Lesestoff hat mich in letzter Zeit besonders beeindruckt: Die Chroniken der Alheimer Ortsteile und die Dokumentationen für den Landeswettbewerb. An dem habe ich mit meiner Gemeinde in Schleswig-Holstein selbst schon teilgenommen und saß in der Jury.

8. Mit diesen Eigenschaften würden mich meine besten Freunde beschreiben: zuverlässig, empathisch, nicht nachtragend.

9. Wenn ich für einen Tag Bundeskanzlerin wäre, würde ich ... ein großes Fest für Kinder und Jugendliche vor dem Reichstag veranstalten.

10. Die Bürgermeisterwahl wäre für mich ein Erfolg, wenn ... viele Alheimer zur Wahl gehen und von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen.

Von Christopher Ziermann

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