Naturschutzbund kritisiert Regionalplan Nordhessen für Windkraft

Blick von der Dankeröder Höhe Richtung Kuppenrhön: Das Bild zeigt die Aufstellungsflächen an der Franzosenstraße und auch des Seulingswaldes in einem Ausschnitt. Die Kuppenrhön befindet sich im Hintergrund. Die Sicht ist weitgehend ungestört auf eine schützenswerte Landschaft mit hoher Lebensqualität und großer Artenvielfalt. Foto:  privat

Hersfeld-Rotenburg. Der Regionalplan Nordhessen drohe, ein Instrument der Naturzerstörung zu werden. Das befürchtet der Naturschutzbund Nabu-Kreisverband.

Der Politik in Hessen fehle der Kompass für ein ausgewogenes Handeln, selbst in Schleswig-Holstein habe man sich „nur“ einen Ausbau der Windkraft auf 1,5 Prozent der Fläche verordnet.

Die Regionalplanung Nordhessen dagegen sehe momentan weit über zwei Prozent Waldhessens als geeignet für Windkraft an. Damit unterstütze sie hauptsächlich die Interessen von Geschäftemachern, erklärt der Nabu. Die vom Land Hessen vorgesehenen zwei Prozent Vorrangflächen gingen somit zulasten der waldreichen, dünner besiedelten Bereiche Nord- und Osthessens.

Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Bau von so vielen neuen Windenergieanlagen auf fast 40 Windfeldern in Waldhessen im Regionalplanentwurf als unbedenklich angesehen werde, kritisiert der Nabu-Kreisverband.

Nicht nur den Vertretern des ehrenamtlichen Naturschutzes sei in den Genehmigungsverfahren Wehneberg Bad Hersfeld, Roteberg Friedewald/Bad Hersfeld sowie Sontra-Heyerode und Diemerode noch deutlicher geworden, dass Natur und Landschaft gegenüber wirtschaftlichen Interessen zurückstehen müssten. Die naturschutzfachlich hoch umstrittenen Genehmigungen durch das Regierungspräsidium hätten bei Bürgern und Verbänden für Empörung gesorgt. (red/ank)

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