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Negativzins kein Thema mehr: Heimische Banken haben Gebühren für Tagesgeld abgeschafft

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Von: Daniel Göbel

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Geldscheine
Negativzinsen für Tagesgeld sind bei den heimischen Kreditinstituten kein Thema mehr © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Negativzinsen für Tagesgeld sind bei den heimischen Kreditinstituten kein Thema mehr, eine schnelle Rückkehr ist ebenfalls nicht geplant.

Das erklärtender VR-Bankverein und die Sparkasse Hersfeld-Rotenburg auf Nachfrage. Beide Kreditinstitute erheben aktuell keine Negativzinsen auf Tagesgeldkonten.

Die VR-Bank hatte laut Michaela Ulm, Generalhandlungsbevollmächtigte beim VR-Bankverein, seit 2016 damit begonnen, für Einlagevolumen von mehr als einer Million Euro den Negativzins in Anlehnung an den Einlagezinssatz der Europäischen Zentralbank weiterzugeben. Zwischen Januar und März 2021 galt die Negativverzinsung für Einlagevolumen von mehr als 250 000 Euro. Ab April vergangenen Jahres wurde für Einlagen von mehr als 100 000 Euro pro Kunde ein Verwahrentgelt von 0,5 Prozent berechnet. „Seit August dieses Jahres werden in unserem Haus keine Verwahrentgelte mehr erhoben. Der normale Sparer war somit von den Negativzinsen in der Vergangenheit nicht betroffen“, so Ulm. Der Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist beträgt pro Jahr 0,01 Prozent.

In der Regel seien die Vereinbarungen von den Kunden akzeptiert worden, oder sie wählten stattdessen eine alternative Anlagemöglichkeit im Bereich der Fonds- und Wertpapieranlagen. In Einzelfällen hätten Kunden aber auch ihre Bargeldbestände erhöht.

Im Bereich der kurz- bis mittelfristigen Anlagehorizonte gebe es momentan wieder attraktive festverzinsliche Wertpapiere, die aktuell von den Kunden auch wieder vermehrt nachgefragt würden.

Die Rückkehr zu einem höheren Zinsniveau ist, trotz Inflationserwartungen einiger Volkswirte, aktuell nicht in Sicht, wie es von der Sparkasse heißt. Das mache Anlageklassen, die noch Rendite versprechen, umso wertvoller. Sachwerte wie Investmentfonds, Aktien, Immobilien oder Gold dürften daher mittel- bis langfristig weiter gefragt bleiben. Allerdings sollte sich jeder mit der aktuellen Entwicklung der Anlageklassen auseinandersetzen, rät die Sparkasse.

Zudem unterliegen die Kurse von Wertpapieren Schwankungen und könnten somit auch fallen. Deswegen sei es enorm wichtig, das individuelle Rendite-/Risikoprofil regelmäßig in einer Beratung zu überprüfen und auch die Wertpapiersparplanstrategie mit dem jeweiligen Berater regelmäßig zu besprechen.

Strafgeld für überschüssige Einlagen

Bis zum Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am 21. Juli 2022 mussten Banken auf einen Teil ihrer überschüssigen Einlagen selbst 0,5 Prozent Strafzinsen zahlen. Diese Kosten gaben viele Geldhäuser in Form von Negativzinsen an ihre Privatkunden weiter. Zahlreiche Banken haben die Verwahrentgelte für ihre Kunden schon gestrichen. Aktuell weisen bundesweit noch 32 Banken Negativzinsen für Privatkunden aus. Zum Höchststand im Mai 2022 waren es 455. dag

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