Nentershäuser Etat 2017 ausgeglichen: Gemeinde muss auch beim Straßenbau sparen

Muss dringend saniert werden: Die Straße Weißmühle in Nentershausen wird im kommenden Jahr erneuert. Foto: Dupont

Nentershausen. „Ich bin seit zehn Jahren Bürgermeister. Zum ersten Mal in meiner Amtszeit wird unser Haushalt 2017 ausgeglichen sein. Aber ich bin nicht stolz darauf." So lautet das Fazit des Nentershäuser Bürgermeisters Ralf Hilmes zum Haushaltsentwurf der Gemeinde für 2017. Hilmes präsentierte den Entwurf am Mittwochabend der Gemeindevertretung. Wir stellen das Zahlenwerk im Schnellcheck vor.

Gute Nachrichten

Erstmals seit vielen Jahren gibt die Gemeinde 2017 nicht mehr aus als sie einnimmt: 3,9 Millionen Euro. Unterm Strich ergibt sich sogar ein Plus von 132 Euro. Damit gleicht die Gemeinde den Haushalt ein Jahr früher aus als vereinbart. Ende diesen Jahres fehlen im Haushalt noch 64 500 Euro. Aus dem Schutzschirm des Landes wird die Gemeinde entlassen, wenn sie drei Mal hintereinander einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt.

Eine gute Nachricht ist außerdem, dass die Gemeinde auch für 2017 nicht an der Steuerschraube dreht. An der Grundsteuer A und B (650 Prozent) und an der Gewerbesteuer (400 Prozent) ändert sich nichts. Auch Gebührenerhöhungen sind nicht geplant.

Schlechte Nachrichten

Der Haushalt der Gemeinde ist zwar ausgeglichen. Der Preis dafür aber ist sehr hoch. Die Gemeinde musste auch in diesem Jahr wieder 100 000 Euro einsparen. In der Verwaltung und beim Bauhof wurden alle Ausgaben auf den Prüfstand gestellt.

Um 10 000 Euro reduziert wurden im Vergleich zum Vorjahr auch die Ausgaben für die Sanierung von Gemeindestraßen. Jetzt stehen noch 59 000 Euro bereit. „Obwohl die Einnahmen sprudeln, kommt unterm Strich nicht das bei uns an, was wir uns erhofft haben und auch brauchen“, sagt der Nentershäuser Bürgermeister. Im Vergleich zu diesem Jahr plant die Gemeinde 2017 etwa 35 000 Euro weniger Gewerbesteuer ein. Da nützen dann auch die Mehreinnahmen von 40 000 Euro aus der Einkommensteuer nichts.

Hier wird investiert

Die Gemeinde kann nicht so viel investieren wie sie müsste. 2017 will die Gemeinde insgesamt 700 000 Euro für Investitionen ausgeben. Projekte sind unter anderem:

• Grundlegende Sanierung der Straßen Weißmühle/Unter den Linden in Nentershausen, zweiter Bauabschnitt. Geschätzte Kosten: 350 000 Euro. Dazu kommen 25 000 Euro für die Erneuerung der Bachverrohrung in dem Bereich.

• Planungskosten für neues Feuerwehrgerätehaus in Süß: 23 800 Euro. Neubau 2018.

• Einbau einer Toilettenanlage ins Feuerwehrgerätehaus in Bauhaus: 25 000 Euro. Bislang konnte die Wehr die Toilette im benachbarten DGH nutzen, das aber verkauft worden ist.

• Digitalfunk für die Feuerwehr: 27 500 Euro, Zuschuss vom Land: 10 300 Euro.

• Errichtung eines Erlebnisbergbaupfades zur Präsentation der Bergbaugeschichte zwischen Sontra und Nentershausen mithilfe des Leader-Förderprogramms. Kosten für Nentershausen: maximal 3700 Euro.

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