Projekt der Dorfgemeinschaft

Graffiti-Künstler gestaltet Mauer an der Ortsdurchfahrt in Weißenhasel

Ein lebendiges Dorf festgehalten in einem Kunstwerk: Die 50 Meter lange Stützmauer an der Ortsdurchfahrt Weißenhasel ist jetzt ein Blickfang. Darüber freuen sich auch Emma Wetterau und Lena Schäfer, die auf die Darstellung der Schule deuten. Sie stand dort, wo heute das Dorfgemeinschaftshaus seinen Platz gefunden hat. Julius Wetterau zeigt auf die Biene – das Logo der Landfrauen. Das Foto zeigt nur einen kleinen Teil des Kunstwerks.
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Ein lebendiges Dorf festgehalten in einem Kunstwerk: Die 50 Meter lange Stützmauer an der Ortsdurchfahrt Weißenhasel ist jetzt ein Blickfang. Darüber freuen sich auch Emma Wetterau und Lena Schäfer, die auf die Darstellung der Schule deuten. Sie stand dort, wo heute das Dorfgemeinschaftshaus seinen Platz gefunden hat. Julius Wetterau zeigt auf die Biene – das Logo der Landfrauen. Das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des Kunstwerks.

Ein Jahr hat die Planung gedauert. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Graffiti-Kunst an der Betonmauer in der Ortsdurchfahrt in Nentershausen-Weißenhasel ist ein Blickfang.

Weißenhasel – Ob für Fußgänger, Radler oder Autofahrer – in der Ortsmitte von Weißenhasel lohnt es sich jetzt, einen Stopp einzulegen und einen Blick auf ein Kunstwerk der besonderen Art zu werfen. Der Graffiti-Künstler Dustin Schenk von der Kunstprojekt-Gruppe Kolorcubes aus Kassel hat die graue, trostlos wirkende Betonwand an der Ortsdurchfahrt liebevoll gestaltet.

Das Kunstwerk verschönert nicht nur den Ort, sondern zeigt auch, wie gut die Dorfgemeinschaft in Weißenhasel funktioniert. Denn die Bürger waren es, die die Anregungen für die Gestaltung der Stützmauer gegeben haben. Eine Zeitreise durch die Geschichte des Dorfes sollte es werden. Ein Spiegel des Lebens im Ort.

Auch alle Vereine aktiv

„Das Projekt entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Ortsbeirat Weißenhasel, den Vereinen sowie der Gemeinde Nentershausen“, berichtet Ortsvorsteherin Anna-Lena Noll, die auch Vorsitzende des Kirmesvereins ist. Beteiligt waren neben dem Kirmesverein, der die Federführung innehatte, alle Vereine. Dazu zählen in Weißenhasel der Männergesangverein, die Landfrauen, die Feuerwehr, der Sportverein und die Weißenhaseler Musikanten.

In zwei Informationsveranstaltungen für alle Bürger waren das Projekt vorgestellt und Anregungen entgegengenommen worden. Das Kunstwerk sollte auf keinen Fall zu bunt werden. Es sollten dezente Farben verwendet werden, zum Beispiel das Grün, das ja auch das Wappen der Gemeinde Nentershausen prägt. „Auch das haben wir als Anregung von den Bürgern so umgesetzt“, berichtet Anna-Lena Noll.

Eigentümer der Mauer ist Hessen Mobil. Der Beitrag der Verkehrsbehörde des Landes war, die Gestaltung der Mauer zu erlauben.

Auch Bergbau und Landwirtschaft

Das Kunstwerk hält auf einer Art Zeitreise fest, was für Weißenhasel wichtig war und ist, was Weißenhasel ausmacht. Da ist natürlich die alte Förderbahn aus den Zeiten des Kupferschieferbergbaus nicht wegzudenken. „Auch die alte Schule hat eine große Rolle gespielt“, sagt die Ortsvorsteherin. Geprägt ist das Dorf von Kirche und Landwirtschaft. Deshalb dürfen auf dem Kunstwerk der Kirchturm und ein Pferdegespann nicht fehlen. „Ein tragendes, unverzichtbares Element in Weißenhasel sind die Vereine. Deshalb fanden auch sie mit ihren Wappen selbstverständlich einen Platz in dem Kunstwerk“, sagt Noll. Ganz aktuell ist auch der neue Radweg in die Graffiti-Kunst einbezogen. Sehr schön eingefangen ist außerdem die Hügellandschaft, die Weißenhasel umgibt.

Projekt kostet 5000 Euro

Nicht nur die Gestaltung des Kunstwerks haben die Bürger gemeinsam erarbeitet. Auch bei der Finanzierung haben alle Vereine ihr Scherflein beigetragen. 5000 Euro kostet das Kunstwerk insgesamt. Davon werden 4000 Euro finanziert aus einem Programm des Bundes zur Förderung von Kleinvorhaben von Vereinen, Initiativen und Kommunen in anerkannten Leader-Regionen der EU. Die restlichen 1000 Euro haben die Vereine zur Verfügung gestellt: 500 Euro der Kirmesverein und die anderen Vereine jeweils 100 Euro. (René Dupont)

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