Insolvenzverfahren läuft

Neuer Investor für Nentershäuser Autozulieferer Bo Parts in Sicht

Ausgelastet: Die Auftragslage des Autozulieferers Bo Parts im Industriegebiet bei Nentershausen-Dens ist für die nächsten Monate gut bis sehr gut, berichtet Insolvenzverwalter Kai Dellit.
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Ausgelastet: Die Auftragslage des Autozulieferers Bo Parts im Industriegebiet bei Nentershausen-Dens ist für die nächsten Monate gut bis sehr gut, berichtet Insolvenzverwalter Kai Dellit.

Der Autozulieferer Bo Parts ist ins Schleudern geraten. Das Insolvenzverfahren läuft. Zurzeit sind die Auftragsbücher wieder voll.

Nentershausen/Sontra – Das Insolvenzverfahren der Bo Parts GmbH mit Sitz im Industriegebiet Reichenberg bei Nentershausen-Dens läuft. Insolvenzverwalter Kai Dellit aber ist optimistisch. Nach seinen Angaben laufen vielversprechende Gespräche mit neuen Investoren.

„Rechtsanwalt Kai Dellit hat mit den Kunden Fortführungsvereinbarungen geschlossen, die eine Investorenlösung ermöglichen sollen. Mit den potenziellen Investoren laufen aussichtsreiche Verhandlungen auf Hochtouren“, betont Claudia Hodurek von der bundesweit tätigen Kanzlei HWW Hermann Wienberg Wilhelm in Erfurt, für die Dellit arbeitet, auf Anfrage.

„Die Gespräche mit den Investoren sollen bis Mitte 2021 zum Erfolg geführt werden“, heißt es weiter. Das Amtsgericht Bad Hersfeld hatte das Insolvenzverfahren auf Antrag am 1. Januar eröffnet.

80 Mitarbeiter

Bo Parts produziert an zwei Standorten in Nentershausen-Dens und Sontra Ersatzteile für die Automobilindustrie und beschäftigt insgesamt etwa 80 Mitarbeiter. „Auch nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde und wird der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkung aufrechterhalten“, betont Hodurek.

Bo Parts sei als Spezialist für Ersatzteile bei seinen Kunden hoch angesehen. Das vorhandene Know-how der Mitarbeiter mit der Ausrichtung auf Ersatzteile, Prototypen und Kleinserien im Bereich Innenausstattung der Automobilindustrie sei exzellent. „Die Hauptkunden stehen daher zu Bo Parts und unterstützen Kai Dellits Bemühungen einer übertragenden Sanierung.“

Kündigungen zurzeit kein Thema

Kündigungen gab es bislang nicht. Sie seien auch aktuell nicht geplant. „Eines der wichtigsten Ziele ist der Erhalt möglichst aller Arbeitsplätze. Hierauf arbeiten Bo Parts und Kai Dellit intensiv hin“, betont die Pressesprecherin. Kurzarbeit sei zurzeit kein Thema und für die nächsten Monate auch nicht geplant. Die erarbeitete Auftragslage für die nächsten Monate sei gut bis sehr gut. Das Unternehmen sei damit voll ausgelastet.

Aufgrund des Strukturwandels in der Automobilindustrie und der Corona-Pandemie war die wirtschaftliche Lage bei Bo Parts angespannt. Die Geschäftsführung hatte sich deshalb zu einem Insolvenzantrag mit dem Ziel der Sanierung des Unternehmens entschlossen. Die Mengen und die Preise sowie das Fehlen neuer Aufträge in den vergangenen Jahren habe Bo Parts in Schieflage gebracht. 2019 erwirtschaftete das Unternehmen noch einen Umsatz in Höhe von rund 13,5 Millionen Euro. 2020 dann hat Bo Parts aus den genannten Gründen einen Verlust erwirtschaftet. Für das erste Halbjahr 2021 ist ein positives Ergebnis geplant.

Neue Aufträge

Die Preise wurden angepasst. Durch intensive Gespräche seien insolvenzbedingte Kündigungen von Kunden vermieden worden. „Auch für die Zeit nach dem Insolvenzverfahren laufen schon aussichtsreiche Verhandlungen über neue Aufträge“, heißt es.

Bo Parts gehört zur FrimoGruppe. Die Gruppe ist ein internationaler Hersteller von Werkzeugen und Fertigungsanlagen für die Produktion von Kunststoffkomponenten, bestehend aus 15 Unternehmen, mit Hauptsitz in Lotte bei Osnabrück. (Von René Dupont)

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