Weißenhasel rückt in der Krise zusammen

Bienenstich und Video-Party: Corona-Hilfsnetzwerk startet erste Aktionen

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154 Päckchen mit Kuchen verteilten die fleißigen Helfer an ältere Menschen in Weißenhasel. Sicherheitshalber in Plastik-Beutel verpackt waren unter anderem leckerer Bienenstich, Kirschkuchen und Mohnkuchen. Auf dem Foto holt Ute Gebhardt gerade Kuchen-Päckchen im Johanneshof ab.

Auch die Menschen in Weißenhasel rücken in der Corona-Krise eng zusammen. „Jetzt erst recht“ scheint ihr Motto zu sein. Die ersten Aktionen des Hilfsnetzwerks sind gestartet.  

Mit dem neu gegründeten Netzwerk „Vom Dorf fürs Dorf“ zeigt der Nentershäuser Ortsteil, dass die Corona-Krise nicht heißt, dass man den Spaß am Leben verlieren muss. Dazu gehören eine Aktion mit Kuchen-Päckchen für ältere Menschen und eine außergewöhnliche Party mit viel Musik – live übertragen auf Facebook.

„Der Ursprungsgedanke, ein Hilfsnetzwerk zu gründen, kam aus dem Ortsbeirat“, berichtet Anna-Lena Noll, die selbst im Ortsbeirat und in der Kirmesgruppe aktiv ist. „Wenn Sie zur Risikogruppe gehören und Hilfe benötigen, oder wenn Sie aktiv bei der Unterstützung unserer Mitmenschen helfen möchten, melden Sie sich bei uns“, heißt es in einem Flyer des Ortsbeirats.

„Es ist wichtig, dass wir uns in dieser schwierigen Zeit solidarisch zeigen“, heißt es weiter. Konkret geht es zum Beispiel um Hilfe bei Einkäufen oder anderen Erledigungen.

"Auch bei uns funktioniert die Nachbarschaftshilfe gut"

Schneller als gedacht meldeten sich zahlreiche Helfer in dem Nentershäuser Ortsteil. „Wir haben die Aktion dann vom Ortsbeirat losgelöst und eine Initiative, Vom Dorf fürs Dorf, gegründet“, berichtet Anna-Lena Noll. Ansprechpartner sind die 27-Jährige selbst, ihr Vater Rex Bornschier und Ortsvorsteher Frank Hauck.

Der Flyer mit den Informationen zu der Initiative wurde zunächst im Info-Kasten im Dorf ausgehängt und auf Facebook veröffentlicht – später dann von Helfern im ganzen Ort verteilt.

„Bisher war noch kein Einsatz nötig. Wie in anderen Orten funktioniert auch bei uns die Nachbarschaftshilfe gut. Bislang reicht das aus“, betont Anna-Lena Noll. In Weißenhasel stehen jetzt 15 Helfer der neuen Initiative bereit, für den Fall, dass Hilfe gebraucht wird.

Für eine besondere Überraschung sorgte die Initiative am Ostersonntag. Sie verteilte 154 Päckchen mit Kuchen an alle Haushalte in Weißenhasel, in denen Mitbürger ab 65 Jahre wohnen. Bis in die späten Abendstunden hatten Mitarbeiter des Johanneshofs den Osterhasen unterstützt und Kuchen gebacken für die Osterüberraschung. In jedes Päckchen legten sie außerdem ein Osterei bei.

Beim Verteilen half auch Patrik May. Mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts ist das gesamte Bild zu sehen.

„Der Johanneshof hat die ganze Aktion auch komplett gesponsert“, berichtet Anna-Lena Noll. Verteilt haben die süßen Päckchen dann die Helfer der neuen Dorf-Initiative – natürlich wegen der Corona-Krise mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen. „Strahlende Gesichter, Freude und Rührung, das war der Dank der Beschenkten an uns“, berichtet die 27-Jährige.

Einen Tag vorher, am Ostersamstag, hatte die Kirmesgruppe eine eigene Aktion gestartet, als Ersatz dafür, dass nicht überall Osterfeuer stattfanden. Die etwas andere Osterparty sollte eine kleine Aufmunterung sein. Maximilian Meissl stellte sich von 18 bis 20 Uhr als DJ zur Verfügung, der zu Hause allein unter dem Carport Musik spielte. Übertragen wurde das Event per Live-Video auf der Facebook-Seite „Kirmes Weißenhasel“.

Lieferung bis zur Haustür: Rex Bornschier gibt Kuchen für Ferdinand Schmauch und dessen Frau ab.

Die Facebook-Nutzer konnten sich Musiktitel wünschen. Und Wünsche gab es jede Menge. Der Song „Fallen“ von den Toten Hosen gehörte genauso dazu wie von Klubbb3 das Lied „Das Leben tanzt Sirtaki“. Und so feierten die Weißenhaseler gemeinsam ihre Osterparty, auch wenn sie nicht zusammen sein konnten.

Musikanten spielen sonntags gemeinsam

Schon bevor die Initiative Vom Dorf fürs Dorf gegründet wurde, waren die Weißenhaseler Musikanten aktiv. Sie spielten an einem Sonntag um 18 Uhr jeder von seinem Grundstück aus Beethovens berühmte Melodie „Ode an die Freude“. Das kam so gut an, dass sie an den folgenden Sonntagen jeweils um 18.15 Uhr wieder „gemeinsam“ spielten. „Aus ganz verschiedenen Ecken am Ort zum Beispiel die Nationalhymne zu hören, ist einfach richtig klasse“, findet Anna-Lena Noll.

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