Fünf Windkraftanlagen in Planung

Entwurf des Regionalplans für Nentershausen steht - Proteste in der Gemeinde

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Hier könnten fünf Windkraftanlagen entstehen: Die Fotomontage macht deutlich, wie der Ausblick von der Hohen Süß aus über das Dorf Süß hinweg in Richtung Monte Kali aussehen könnte, wenn die geplanten Anlagen gebaut werden.

Nentershausen/Wildeck. In der Gemeinde Nentershausen wird eine Fläche als Vorrangfläche für Windenergie ausgewiesen.

Das sieht der Entwurf des Teilregionalplans Energie des Kasseler Regierungspräsidiums vor. Dabei geht es um die Fläche mit der Kurzbezeichnung HEF 15. Sie liegt auf dem Höhenzug südlich von Bauhaus und Süß zwischen Schnepfenbusch (Triesch) und Pochmühle. Die ursprünglich angedachte Fläche wird halbiert. Das teilte Bürgermeister Ralf Hilmes in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung mit.

Eine zweite Fläche (HEF 10), die ebenfalls als Vorrangfläche für Windkraft ins Auge gefasst wurde, kommt vor allem aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage. Dort sind der Rotmilan und der Schwarzstorch zu Hause. Die Fläche liegt im Wald zwischen Nentershausen und Ulfen.

Fünf Anlagen geplant

Die Firma ABO Wind plant, auf der Fläche südlich von Süß fünf Windkraftanlagen zu bauen und zu betreiben. Die Anlagen sollen typenunabhängig beantragt werden. „Das heißt, wir wissen noch nicht, mit welcher Leistung und in welcher Größe sie gebaut würden“, sagte der Bürgermeister. „Da es dort offensichtlich Probleme mit der Windhöfigkeit gibt, befürchten wir, dass die Anlagen sehr hoch werden.“ Hilmes betonte, es gäbe Zweifel daran, dass der Wind ausreiche, um die Anlagen wirtschaftlich betreiben zu können.

Nähe zum Rhäden

Nicht nachvollziehbar sei auch, warum ein Teil der Fläche HEF 15 herausgefallen sei und der andere als Vorrangfläche ausgewiesen wird, betonte der Bürgermeister. Die bestehenden Ausschluss-Gründe seien in beiden Bereichen gleich: der Vogelschutz, die Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet Rhäden, überregionale Wanderwege, die Zerschneidung eines Waldgebietes mit alten Buchenbeständen, ein wichtiges Naherholungsgebiet und schützenswerte historische Güter im Wildecker Tal wie die Ruine Blumenstein.

Auch die Gemeinde Wildeck wäre vom Bau der Anlagen südlich von Süß stark betroffen: Die Fotomontage zeigt den möglichen Blick über Hönebach auf die Anlagen.

Die naturschutzrechtliche Beschreibung der Fläche sei auch zwischen der ersten und der zweiten Offenlegung erheblich verändert worden. Dies sei nicht nachvollziehbar, sagte der Bürgermeister. „Die Grenzen wurden willkürlich gezogen, auch nach Eigentumsverhältnissen“, vermutet Hilmes.

Jetzt sei zu erwarten, dass ABO Wind einen Bauantrag bei der Gemeinde einreichen werde. Die Gemeinde könne weiteren Einfluss nur noch im möglichen Genehmigungsverfahren nehmen, wenn der Antrag fachlich und naturschutzrechtlich geprüft werde. Die Gemeinde habe jetzt einen fachlich versierten Rechtsanwalt eingeschaltet.

Massive Kritik

Hilmes hatte zuvor auch die Ortsbeiräte und Ausschüsse der Gemeindevertretung über den Stand der Dinge informiert. „Aus diesen Gremien und auch aus der Bevölkerung gibt es massive Kritik an den Windkraft-Plänen für diese Fläche“, erklärte Hilmes.

„Unsere schöne Landschaft würde durch den Bau dieser Anlagen zerstört“, betonte auch Karlheinz Bornschier in der Parlamentssitzung. „Davon betroffen ist vor allem auch der Blick von der Hohen Süß. Das tut mir als Süßer besonders weh.“ Deshalb müsse die Gemeinde weiter versuchen, die Anlagen auf dieser Fläche abzuwenden – so sein persönliches Anliegen. Auch Ralf Painczyk wünschte diesen Verhandlungen Erfolg.

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