Zweiter Bauabschnitt für 110.000 Euro ist fertig

Erfolg beim Erbenstein: Nebengebäude der Tannenburg wird mit Fördergeld saniert

+
Blick in die Vergangenheit: Diese Zeichnung von der Tannenburg entstand um 1800. Sie zeigt links auch das damals noch gut erhaltene Nebengebäude, das Erbenstein genannt wird.

Die Tannenburg oberhalb von Nentershausen macht das Abtauchen ins Mittelalter möglich. Größte Baustelle des Projekts: Der Erbenstein. Zwei Drittel der Sanierung sind geschafft.

Die Tannenburg zieht einen sofort in ihren Bann, wenn man den Weg zu ihr hinaufstapft. Spätestens am Stall der beiden Burgesel schmelzen die Herzen auch der härtesten Jungs dahin. Wer die Burg betritt, taucht tief ein ins Mittelalter. Ein außergewöhnliches Erlebnis für Jung und Alt. Wie viel Arbeit in diesem Projekt steckt, können nur die ermessen, die seit Jahren viel Kraft, Zeit und Geld investiert haben.

Größte Baustelle bleibt zurzeit der Erbenstein, ein Nebengebäude der Burg, das wohl den fahrenden Händlern als Unterkunft diente und stark verfallen war. Der zweite Abschnitt der Sanierung ist abgeschlossen. Damit sind zwei Drittel der Ruine saniert. Einsturzgefährdete Gewölbe wurden gesichert, die westliche Mauer und die Hälfte der südlichen Mauer saniert. Das berichtet Marc von Baumbach, der Vorsitzende des Vereins Freunde des Tannenberg.

Zum offiziellen Abschluss dieses Bauabschnitts kamen vor Kurzem die Förderer der Burg zu Besuch, um eine Bronzeplakette zu übergeben, auf der das finanzielle Engagement der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vermerkt ist.

Förderung mit privaten Spenden und Hilfe der Glücksspirale

110 000 Euro hat der zweite Sanierungsabschnitt gekostet – finanziert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (40 000 Euro), dem Landesamt für Denkmalpflege (40 000 Euro) und dem Förderverein Freunde des Tannenberg (30 000 Euro).

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz finanziert sich ausschließlich durch private Spenden, berichtet Dr. Andreas Rühling. Auf der kleinen Tafel steht: „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mithilfe der Glücksspirale“. Rühling lobte das große Engagement des Fördervereins und die „erheblichen Eigenleistungen in hoher denkmalpflegerischer Qualität“.

Bleibt eine spannende Baustelle: Der Erbenstein, ein Nebengebäude der Tannenburg, wird saniert. Der zweite Abschnitt ist abgeschlossen. Die Burgbesatzung hofft, dass die Arbeiten im nächsten Jahr weitergehen können. Der Innenraum darf zwar nicht betreten werden, aber auch von außen ist die Ruine beeindruckend und gut einsehbar. Besucher können sie jederzeit anschauen. Sie liegt unterhalb der Burg am Zugang zum Premiumwanderweg P 18 Tannenburg.

Die Tannenburg gehört zu über 210 Denkmalen, die die private Denkmalschutzstiftung dank privater Spenden und Erträgen aus der Lotterie Glücksspirale von Lotto Hessen fördern konnte. Seit dem Jahr 2007 hat die Stiftung für Restaurierungsarbeiten an der Tannenburg insgesamt 140 000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Erbenstein soll begehbar und erlebbar werden

Der Erbenstein hatte ursprünglich mindestens vier Geschosse, berichtet Marc von Baumbach. Wo heute der große Torbogen zu sehen ist, befand sich das Erdgeschoss. Darunter lagen mindestens zwei Untergeschosse, darüber ein Fachwerk-Obergeschoss mit Satteldach.

„Wir wollen den Erbenstein als begehbare, erlebbare Ruine wiederherstellen“, betont von Baumbach. Kinder sollen hineinlaufen und sie erkunden können. „Die Plattform kann später dann auch als Bühne beim Burgfestival dienen“, ergänzt Stefan Ley. Er ist Mitglied des Vereins Freunde des Tannenberg und Geschäftsführer der Burggastronomie.

Sanierte und noch nicht sanierte Teile der Mauer des Erbensteins sind gut zu erkennen: Unser Foto zeigt von links Marc von Baumbach mit der kleinen Bronze-Plakette, Stefan Ley, Holger Petri von Hessen-Lotto und Dr. Andreas Rühling von der Stiftung.

In diesem Jahr ruhen die Sanierungsarbeiten. Die Burgbesatzung hofft, dass die Arbeiten im kommenden Jahr weitergehen können. Dabei soll auch ein Zugang zu einem weiteren, noch tieferliegenden Gewölbe geschaffen werden, das jetzt noch verschüttet ist. Die spannende Reise in die Vergangenheit geht also weiter.

Service: Die Burgtore öffnen sich um 11 Uhr

Die Tannenburg oberhalb von Nentershausen ist von Mitte Februar bis Ende Dezember geöffnet. Sie kann von Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden. Die Burgbesatzung bittet Erwachsene um eine Eintrittsspende von einem Euro. 

Die Öffnungszeiten des Restaurants weichen von den Besichtigungszeiten ab. Montags und dienstags bleibt das Burgtor geschlossen. Es gibt einen Parkplatz vor und einen unterhalb der Burg. Ausführliche Informationen auch zu Veranstaltungen auf der Burg gibt es im Internet unter www.tannenburg.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.