Alte Schutzscheune bekommt neues Gewand

Glücksgeld fürs Gemäuer: Sanierung der Burg Tannenberg

Mit vereinten Kräften und Geld von der Glücksspirale: Der Knecht Jens Nüdling (von links), Stiftungskuratorin Veronika Kühnapfel, Burgwächter Jens Siebert (Otto von Wolfenau), Holger Petri von Lotto Hessen, Fördervereinsvorsitzender Marc von Baumbach, die Gastronomie-Tannenburg-Gesellschafter Stefan Ley und Stephan Rieß, und die Magd Silvia Nüdling freuen sich, dass der sogenannte Erbenstein der Tannenburg weiter restauriert werden kann. Foto:  Apel

Nentershausen. Da konnte sich der Förderverein der Burg Tannenberg freuen: Von der Glücksspirale und weiteren Gönnern gab es eine saftige Geldspende. Sie soll für die Sanierung der alten Schutzscheune genutzt werden.

Der Tag der Burgen und Schlösser kam Veronika Kühnapfel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Volker Petri von Lotto Hessen gerade recht, um auf der altehrwürdigen Burg Tannenberg mitten im Sommer Weihnachtsmann zu spielen. Mit einem ansehnlichen Scheck im Sack, denn die Stiftung stellte zum dritten Mal Mittel aus der Lotterie Glücksspirale für Arbeiten zum Erhalt der alten Burg zur Verfügung.

Diesmal waren es 40.000 Euro, die für die Restaurierung des Mauerwerks und der Gewölbe im sogenannten Erbenstein des Baudenkmals bereitgestellt werden. Weitere 40.000 Euro steuert das Landesamt für Denkmalpflege bei, und 30.000 Euro bringt der Verein der Freunde des Tannenberg e.V. auf. Dem Verein ist die Erhaltung und Belebung der Tannenburg seit der 1984 im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags erfolgten Übergabe der von-Baumbach’schen Familienburg an den Förderverein eine Herzensangelegenheit.

Schutzscheune für Händler

Der Erbenstein ist eines der Gebäude auf dem Gelände der Tannenburg. Er ist eine wehrhafte, zweigeschossige, im Kern mittelalterliche Schutzscheune außerhalb der eigentlichen Burg mit einst vier Toren und zwei Kellergeschossen. Er diente Erfurter Händlern bei ihren Reisen als Schutzposten. Erhalten gebliebene Dokumente belegen, dass vertragliche Vereinbarungen zwischen Burgherren und Händlern bestanden, und dass die Kaufleute Geld zur Instandhaltung der Burganlage aufbringen mussten.

Zunehmender Bewuchs an den Außenmauern des Erbensteins führte über Jahrzehnte hinweg zu starken Mauerwerksschäden, Steinzerfall und ausgewaschenen Verfugungen. Obwohl bis jetzt schon viel Geld in die Restaurierung des Bauwerks geflossen ist, muss nach der Sicherung der nördlichen Wandscheibe, in der sich das große Tor befindet, weiter saniert werden.

„Der Statiker hat sich bei seinem ersten Besuch gewundert, dass die Scheune überhaupt noch steht“, berichtet Marc von Baumbach, der Vorsitzende des Fördervereins. Von seinem Vater Friedrich-Wilhelm von Baumbach weiß er, dass das Bauwerk Anfang des 20. Jahrhunderts noch intakt war, dass es Keller und ein Fachwerkgeschoss gab, dass irgendwann aber „alles weg“ war.

Kein Wunder also, dass das im westlichen Erbenstein gelegene Tonnengewölbe zur Hälfte eingestürzt ist und restauriert werden muss. Das ist möglich, seitdem ein Erdschuttkegel entfernt worden ist und eine Niveaubegradigung stattgefunden hat, sodass jetzt eine solide Arbeitsplattform zur Verfügung steht.

„Diese Burg hat Glück gehabt, dass sie Freunde gefunden hat, die sich um sie kümmern“, resümiert Veronika Kühnapfel, die die Funktion der Ortskuratorin Witzenhausen/Werratal der Denkmalschutzstiftung ausübt. Was man unterstreichen muss, wenn man bedenkt, dass in den 1970er-Jahren darüber nachgedacht worden ist, einen Teil der Burg abzureißen, einen modernen Anbau zu errichten und die ganze Anlage in eine Jugendherberge zu verwandeln.

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