NVV-Idee zum Erhalt des öffentlichen Nahverkehrs

Das Auto ergänzt die Buslinie: Mobil auf dem Land

Nentershausen. Was in Nentershausen erprobt wird, könnte Vorbild für die Region werden: Autos sollen helfen, den öffentlichen Nahverkehr zu erhalten.

Eine besondere Auszeichnung gibt dem bundesweit einmaligen Pilot-Projekt Mobilfalt des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) jetzt Rückenwind.

Es gehört zu den zehn Preisträgern des Deutschen Mobilitätspreises. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und das Verkehrsministerium prämierten in Berlin wegweisende Projekte. Der NVV biete eine innovative Lösung, um Mobilität intelligenter zu machen, hieß es.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg nimmt die Gemeinde Nentershausen an dem Versuch teil, bei dem Privatautos Beifahrer mitnehmen und so vor allem Buslinien ergänzen – wir berichteten. Das Projekt soll den öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Regionen attraktiv erhalten, gerade dort, wo immer weniger Menschen leben und daher traditionelle Verkehrsangebote zum Beispiel mit Bussen immer schwerer zu finanzieren sind, teilt der NVV mit.

Kern von Mobilfalt ist das Verknüpfen des individuellen Verkehrs in den Pilotregionen Sontra/Nentershausen/Herleshausen und Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) sowie Niedenstein im Schwalm-Eder-Kreis mit allem, was bisher in den Fahrplänen des NVV zu finden ist, egal ob Anrufsammeltaxi, Bürgerbus, Bus, Tram oder Zug.

Deutschlandweit bewarben sich 350 Teilnehmer um die Auszeichnung mit dem Mobilitätspreis. NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch kündigte an, das Projekt weiter zu entwickeln. In Kürze soll das Buchen mit Smartphone, Tablet oder PC erheblich leichter werden.

„Durch die Zersiedlung der Gemeinden im ländlichen Raum müssen wir die Weichen für eine ergänzende Mobilität für alle Bürger stellen“, betont der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes. Die Mobilfalt sei ein einfaches und günstiges Angebot. Es wäre zu wünschen, dass noch mehr Bürger es nutzen, sagte der Bürgermeister.

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