Anlage lag für vier Jahre brach

"Teich-Grafen" machen Schwanenteich in Nentershausen wieder zu einem attraktiven Freizeitgelände

Mit Arbeitsfloß in Aktion: Die Männer halten das Grünzeug in Schach. Auch die Böschung des Teiches hat die engagierte Truppe wieder befestigt. Außerdem schneidet sie immer wieder Bäume und Hecken auf der Anlage zurück. Zwei Mal im Jahr veranstalten die Freunde eine kleine Teichfeier, bei der auch Forellen geräuchert werden – und Gäste willkommen sind. Foto: privat

Nentershausen. In Nentershausen werden sie schon liebevoll die „Teich-Grafen“ genannt. Die neun gestandenen Männer zwischen 17 und 73 Jahren finden für sich die Bezeichnung „Teich-Freunde“ aber treffender.

Wie auch immer – den Ehrentitel haben sie sich redlich verdient: Sie haben das Gelände des Schwanenteichs hinter dem Freibad in Nentershausen wieder zu einem attraktiven Freizeitgelände für Jung und Alt gemacht – und wollen auch in Zukunft dafür sorgen, dass es ein Schmuckstück bleibt.

Fische, Enten oder Schwäne zu füttern, ist erlaubt: Das macht Erich Rotta vor. Die Freunde bitten aber darum, nicht mehr Futter in den Teich zu werfen, als die Tiere fressen wollen. Das könne dem Teich schaden. Fotos: Dupont

Nachdem der frühere Pächter des Teichs aus Altersgründen aufgehört hatte, blieb die Anlage vier Jahre lang sich selbst überlassen. Die Gemeinde als Eigentümer ließ ab und an das Schilf zurückschneiden. 2013 dann wurde eine Gruppe Nentershäuser auf den Teich aufmerksam. „Zunächst war unsere Idee, einfach einen eigenen Teich zu pachten, in dem wir angeln können“, berichtet Dirk Engel. Doch schon bald wollten sie mehr: die ganze Teichanlage wieder zum Leben erwecken. Dass das viel Arbeit bedeuten würde, wurde ihnen schnell klar. Das schreckte sie aber nicht.

Die Pflege

Ausgerüstet mit einer großen Sense rücken sie dem Schilf und anderen Wasserpflanzen immer wieder auf einem Arbeitsfloß zu Leibe, wenn die den Teich zu sehr in Beschlag nehmen wollen. „Manchmal ziehen wir auch unsere Watthosen an und gehen ins Wasser“, erzählen die Teichfreunde.

Unterstützt werden sie bei der Teichpflege zum Beispiel auch von den Schwänen, die das Grünzeug abknabbern. Aber allein können die Tiere es nicht in Schach halten.

„Die Schwäne sind übrigens erst zu der Anlage zurückgekehrt, seit wir sie betreuen“, berichten die Teich-Freunde nicht ohne Stolz. Sie haben mit Erfolg unter anderem durch Ruhezonen gute Bedingungen für den Nachwuchs geschaffen – und nicht nur bei den Schwänen, sondern auch bei den Enten und Teichhühnern. „Geschicktes Teich-Management“, erzählen sie schmunzelnd.

Der Teich wurde auch eingezäunt, als Schutz für die Schwäne und die Menschen, weil Schwäne manchmal auch aggressiv reagieren können.

Die Truppe hat außerdem den Teich wiederbelebt und sich um einen guten Fischbestand gekümmert.

Der Glücksfall

Liebevolle Betreuung: Diese Stockenten haben die Teichfreunde sogar zu Hause groß gezogen, weil sie sonst von den Schwänen getötet worden wären. Jetzt, wo sie groß sind, besteht keine Gefahr mehr.

Mit all dem sorgen die Teich-Freunde dafür, dass die Anlage wieder zu einem Schmuckstück geworden ist und das Leben zurückkehrt. Bei jungen und alten Gästen ist sie schon wieder sehr beliebt. „Und genau das ist es, was wir erreichen wollen und worüber wir uns freuen“, sind sich die Teichfreunde einig. Auch Bürgermeister Ralf Hilmes und Ortsvorsteher Kurt Gawletta sprechen von einem „Glücksfall“ für die Gemeinde.

Die Kneipp-Anlage

Unabhängig von den Teich-Freunden hat eine andere Nentershäuser Gruppe die Kneipp-Anlage, die an den Teich angrenzt, grundlegend saniert und wieder schön hergerichtet.

Der Spielplatz

Auf der anderen Seite des Teiches will die Gemeinde einen Spielplatz aufbauen und dafür zum Teil Geräte nutzen, die vom Abbau des kaum genutzten Spielplatzes bei der Kita stammen. Die ersten Geräte sollen in zwei bis drei Wochen aufgebaut werden.

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