Umwelt- und Naturschutzverein veranstaltete Aktion für Neugeborene

Bäume pflanzen für Babys in Nentershausen

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Auf dass Henrys Kaiser Wilhelm und natürlich auch Henry selbst viele Früchte tragen: Patentante Isabelle Schulze (hinten von links), Kathrin Assenmacher, Ute Schäfer, André Assenmacher, Volker Schäfer, Otto Assenmacher, der Initiator der Aktion „Lebensbaum“ Karl-Heinz Berndt sowie die Kinder Tristan Schulze, Nele Assenmacher und Henry Assenmacher bei der Baumpflanzung in Weißenhasel.

Weißenhasel / Nentershausen. Seit 2002 werden in Nentershausen sogenannte Lebensbäume für Neugeborene gepflanzt. Jetzt war es wieder soweit. 

Karsamstag gegen 10 Uhr, hoch überm Haseltal. Ein Feldlerchenmännchen singt, irgendwo überm feuchten Acker fliegend, sein von Hoffnung auf wärmere Tage kündendes Lied, ein schon etwas älteres Herrchen führt gut gelaunt seinen Hund aus, und eine Gruppe naturverbundener Menschen ist unterwegs in Richtung Weinberg.

Die Sonne will noch nicht so recht scheinen, aber Karl-Heinz Berndt vom Umwelt- und Naturschutzverein Nentershausen und die mit Opa Otto, Oma Ute, Opa Volker, Patentante Isabelle mit Sohn Tristan hierhergekommenen Mitglieder der jungen Familie Assenmacher wissen ganz genau, was sie wollen. Vor sieben Monaten hat der kleine Henry das Licht der Welt erblickt, und für ihn soll, wie es in der Tannenberggemeinde seit 2002 ebenso schöner wie sinnvoller Brauch ist, ein Lebensbaum gesetzt werden.

Äpfel von Kaiser Wilhelm

„Heute ist Pflanzwetter“, ruft der Initiator der Aktion, der Ruhestandsförter Karl-Heinz Berndt. Er hat schon ein Loch ausgehoben und zusammen mit Vater André und Opa Volker bemüht er sich nach allen Regeln der Kunst, einen ansehnlichen Apfel-Hochstamm der Sorte Kaiser Wilhelm so zu setzen, dass der gut weiterwachsen und zur Freude aller recht bald recht viele schmackhafte Backäpfel ansetzen kann.

Mit passenden Stücken von der Wäscheleine von Berndts Mutter wird er vorsichtig an einem Pfahl festgebunden und gegen Rehbock-Bisse mit einem dunkelgrünen Fegeschutz ummantelt. Opa Volker Schäfer, als Obermeister der Innung ausgewiesener Experte für anspruchsvolle Steinmetzarbeiten, verspricht vor Zeugen, schnellstmöglich eine Unterlage für ein Schild anzufertigen, damit auch jeder weiß, wem der Baum gehört. Opa Otto Assenmacher, als Steuerberater handwerklich sicherlich nicht ganz so geschickt, hat nichts dagegen, und zusammen mit dem im Kinderwagen warm eingepackten Stammhalter Henry posiert er mit der Verwandtschaft für Oma Ute, die heute mal nicht als Steinmetzsekretärin aktiv ist, sondern als Fotografin und Osterhäsin. Denn Ostereiersuche steht auch noch auf dem Programm, ehe alle durch die von Holunderbüschen befreite Flur von dannen ziehen.

Alles für die kleine Sophia Hermann: Papa Alexander hat ihr einen Lebensbaum gepflanzt, Schwesterchen Louisa hat ihn mit Ostereiern geschmückt und Mama Natascha hat sogar noch ein Vogelhäuschen besorgt.

Karl-Heinz Berndt, der Tage vorher auf Wunsch des Weißenhaseler Schreinermeisters Reinhard Ehmer schon einen Gravensteiner für dessen in Hongkong geborenen Neffen Oskar Ehmer gesetzt hat - sein Bruder Thomas und seine Schwägerin Beate arbeiten und wohnen im Fernen Osten, fährt gleich weiter nach Nentershausen. Dort wird am Anspannsberg gepflanzt. Für Sophia Hermann ein weiterer Kaiser Wilhelm und für Henri Sauer ein Jakob Fischer.

Als beide Apfelbäume stehen, sind es insgesamt 267 Bäume, die von der Naturverbundenheit der Einwohner der Großgemeinde künden.

Werte vermitteln

Oder wie Vater Alexander Hermann es ausdrückt: „Mit der Teilnahme an der zur Tradition gewordenen Lebensbaumaktion wollen wir ein bisschen auch Wertevermittlung betreiben und unterstreichen, dass man auf alles achten muss!“ Und voller Hoffnung fügt er mit Blick auf seine Sophia noch hinzu: „Mögen beide gut gedeihen, unser Kind und ihr Baum.“

HINTERGRUND: Aktion Lebensbaum 

Seit 2002 werden auf Initiative und mit Unterstützung des Umwelt- und Naturschutzvereins Nentershausen e.V. in allen Ortsteilen der Tannenberggemeinde auf Streuobstwiesen Obstbäume für die im vergangenen Jahr geborenen Kinder gepflanzt. Vor allem natürlich Eltern, aber auch Großeltern, die sich für ihre fern der Heimat geborenen Enkelkinder engagieren, beteiligen sich an der Aktion. Angesichts der rückläufigen Zahl der Geburten und der Tatsache, dass nicht alle Eltern bei der Aktion mitmachen, sind dieses Jahr nur vier Bäume gepflanzt worden: zwei in Weißenhasel (für Henry Assenmacher und Oskar Ehmer) und zwei in Nentershausen (für Sophia Hermann und Henri Sauer).

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