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Neue Häuser oder Altenheim: Schenklengsfelder Parlament will Wohnraum schaffen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Platz für elf Häuser oder ein Altenheim: Auf dem Gelände rund um die baufällige Obermühle wollen die Schenklengsfelder Gemeindevertreter Wohnraum für Familien oder Senioren schaffen. archiv
Platz für elf Häuser oder ein Altenheim: Auf dem Gelände rund um die baufällige Obermühle wollen die Schenklengsfelder Gemeindevertreter Wohnraum für Familien oder Senioren schaffen. archiv © Mario Reymond/Archiv

Mehrere Beschlüsse des Schenklengsfelder Gemeindeparlaments sollen dazu beitragen, insbesondere im Kernort neuen Wohnraum zu schaffen.

Schenklengsfed – Häuslebauern sollen insbesondere im Kernort von Schenklengsfeld künftig geeignete Flächen zur Verfügung stehen. Mehrere Beschlüsse, welche die Gemeindevertretung am Donnerstagabend während ihrer Sitzung im Bürgerhaus gefasst hat, sollen die Gemeinde diesem Ziel näherbringen.

Obermühle

Als mögliches Baugebiet hat die Kommune schon vor geraumer Zeit das Gelände an der baufälligen Obermühle ins Auge gefasst. Der Flächennutzungsplan sieht dort bislang gemischte Bauflächen sowie landwirtschaftliche Nutzflächen vor. Für eine letztlich nicht verwirklichte Ansiedlung war bereits die Änderung in ein Gewerbegebiet beschlossen worden. Einstimmig gaben die Mandatsträger jetzt die Erweiterung als Wohnbaufläche, gemischte Baufläche oder Sonderbaufläche in Auftrag, sodass dort elf Bauplätze geschaffen oder eine Seniorenresidenz mit 55 Plätzen angesiedelt werden könnte, für deren Bau der Gemeinde laut Beschlussvorlage eine Anfrage vorliegt.

Mit der Begründung, dass eine einseitige Erschließung weder aus wirtschaftlicher noch aus städtebaulicher Sicht sinnvoll sei, fassten die Mandatsträger ebenfalls einstimmig den Grundsatzbeschluss, auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Obermühle ebenfalls ein Baugebiet mit sechs bis vierundzwanzig Bauplätzen schaffen zu wollen.

Rosenweg Konrode

Auch in Verlängerung des Rosenwegs in Konrode sollen laut einem weiteren, ebenfalls einstimmig gefassten Grundsatzbeschluss des Parlaments auf beiden Straßenseiten insgesamt zwölf Bauplätze ausgewiesen werden – vier mehr, als derzeit im Flächennutzungsplan vorgesehen. Im Eigentum der Gemeinde sind davon bislang allerdings nur vier Plätze. Der Eigentümer der übrigen Flächen sei laut Rathauschef bisher nicht verkaufsbereit gewesen, werde aber bei der Erschließung für seine vier Bauplätze beitragspflichtig, erklärte Bürgermeister Möller.

Die vier gemeindeeigenen Plätze werden nun auf einstimmigen Beschluss des Parlaments auf die Hessische Landgesellschaft übertragen, die die Erschließung im Auftrag der Kommune abwickeln wird.

Ortskern

Auf die Zielgerade gebracht hat das Parlament ein Bauleitverfahren, das eine Nachverdichtung im Schenklengsfelder Ortskern zwischen Hersfelder Straße, Kirchweg, Konroder Straße und Frauenberg ermöglichen soll. Einstimmig bei Enthaltung der Zumit-Fraktion wogen die Gemeindevertreter die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wie Behörden und Infrastrukturbetreiber ab und fassten den Satzungsbeschluss. Die umfangreichen Unterlagen dazu hatte der Bürgermeister den Mandatsträgern direkt vor der Sitzung ausgehändigt, da diese erst kurz zuvor vom beauftragen Fachbüro eingetroffen seien. Diese kurze Vorbereitungszeit dürfe nicht zur Regel werden, mahnte Andre Wenzel (Bürgerliste). Da die Entscheidung auf bisherige Beschlüsse aufbaue und um das bauwillige Paar nicht weiter auszubremsen, stimme seine Fraktion dennoch zu. Auch für Thilo Weimar (SPD) stand dieser Aspekt im Vordergrund. Von „Bauchschmerzen“, den komplexen Sachverhalt ohne entsprechende Vorbereitungszeit durchzuwinken, sprach hingegen Dr. Frank Klein (Zumit).

Landershausen

Um mehr Bauplätze im Kernort ausweisen zu können, hatte das Gemeindeparlament im Dezember beschlossen, die seit 1967 in Landershausen vorgehaltene Baulandreserve von 1,9 auf 0,2 Hektar zu reduzieren. Danach hat der bisherige Eigentümer die Flächen in Landershausen der Gemeinde zum Kauf angeboten. Bürgermeister Möller sah darin die Möglichkeit, dort kurzfristig Bauplätze zu vermarkten. Er hatte deshalb ursprünglich den Kauf eines rund 20 000 Quadratmeter großen Geländes beantragt. Ein vom Rathauschef nach den Sitzungen der Ausschüsse eingereichter Änderungsantrag sah schließlich vor, zunächst einen Optionsvorschlag für eine 18 900 Quadratmeter große Teilfläche abzuschließen und in den kommenden sechs Monaten die tatsächliche Bauplatz-Nachfrage in dem Ortsteil zu eruieren.

Die Mehrheit der Gemeindevertreter fürchtete allerdings, dadurch die angestrebte Bauplatz-Entwicklung im Kernort auszubremsen. „In den vergangenen 55 Jahren wäre genügend Zeit gewesen, die Grundstücke zu verkaufen“, merkte Thilo Weimar (SPD) an.

Möllers Änderungsantrag wurde schließlich bei zwei Ja-Stimmen aus der Zumit-Fraktion sowie zwei Enthaltungen mehrheitlich abgelehnt, sein Ursprungsantrag fiel bei den Mandatsträgern bei drei Enthaltungen einstimmig durch. (Jan-Christoph Eisenberg)

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