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Neue Kauf- und Pachtangebote: Abstimmung über Niederellenbacher See könnte sich erneut verzögern

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Von: Carolin Eberth

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Rechtliche Unklarheiten: Ob der Niederellenbacher See für einen Verkauf hätte öffentlich ausgeschrieben werden müssen, das muss für zukünftige Schritte zunächst überprüft werden.
Rechtliche Unklarheiten: Ob der Niederellenbacher See für einen Verkauf hätte öffentlich ausgeschrieben werden müssen, das muss jetzt erst einmal geprüft werden. © Jörg Becker/Archiv

Seit fast drei Jahren diskutiert die Alheimer Politik immer wieder über den Niederellenbacher See. Jetzt gab es eine überraschende Kehrtwende.

Alheim - In der nächsten Gemeindevertretersitzung am 5. April sollte eigentlich über die Zukunft des Geländes endgültig abgestimmt werden – doch auf den letzten Drücker wurden mehrere Kauf- und Pachtangebote bei der Gemeinde abgegeben und die Firma Beisheim hat am Freitag sowohl ihr Pacht- als auch ihr Kaufinteresse zurückgezogen.

Außerdem kam bei der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses und des Ausschusses für Bauangelegenheiten, Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr am Dienstagabend heraus, dass die Alheimer Verwaltung nicht weiß, ob man das Gelände für einen Verkauf hätte öffentlich ausschreiben müssen. Die Debatte um den Niederellenbacher See hat sich also kurz vor der Abstimmung nochmal um 180 Grad gedreht.

Die Mitglieder der Ausschüsse waren sich am Dienstag einig, dass sich nicht nur viel gedreht habe seit der letzten Sitzung, sondern auch zuerst die Rechtssicherheit gegeben sein müsse, bevor sie eine Empfehlung für die Gemeindevertretung aussprechen könnten. Nach der langwierigen Diskussion über den Niederellenbacher See käme es auf vier Wochen auch nicht mehr an.

Mit „einer Hausaufgabe“ wurde Bürgermeister Jochen Schmidt schließlich beauftragt, die rechtliche Situation bis zur Gemeindevertretersitzung am kommenden Dienstag zu klären. Eine endgültige Abstimmung über den See, wie in dieser Sitzung geplant war, rückt damit wieder in die Ferne.

Der frisch gegründete Verein Arbeitsgemeinschaft (Arge) Ellenbacher See hatte vor zwei Wochen offiziell ihr Pachtinteresse angemeldet und ein Konzept erarbeitet, das einen Umgang mit den Gefahrstellen des Geländes findet, bei dem das Haftungsrisiko der Gemeinde übernommen werden kann und auch eine Badenutzung möglich ist (wir berichteten).

Neben Martin Spieker und Jörg Becker von der Arge stellten sich in der Sitzung am Dienstagabend auch zwei neue Kaufinteressenten vor, die erst in der vergangenen Woche ihr Angebot abgegeben haben: Tim Simons von der VTW Projektentwicklung GmbH und Wolfgang Hahn von der Heinebacher Bäder- und Heizungsbau-Firma. Beide wollen das Gelände kaufen und streben an, dass der See auch öffentlich zugänglich bleibt.

Mit Unterstützung der Vereine Niederellenbacher See und der Arge Ellenbacher See könnte dies beispielsweise möglich gemacht werden. Wolfgang Hahn ließ bei seiner Vorstellung zudem durchblicken, dass er sich eventuell auch eine Nutzung mit Badebetrieb vorstellen könnte.

Auch wenn es in der nächsten Gemeindevertretersitzung eher unwahrscheinlich ist, dass dort entschieden wird, wer den See pachten oder kaufen darf, könnte vielleicht die Frage geklärt werden, ob es verpachtet oder verkauft werden soll. Zur Debatte steht zudem auch weiterhin der Verein Niederellenbacher See, der das Grundstück pachten möchte.

Von Carolin Eberth

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