Festakt war Auftakt für Sportfeier

Neue Laufbahn in Obersuhl eingeweiht: Startschuss im Günther-Schlosser-Stadion

Von Herbert Vöckel

Gehörte zu den ersten Startern: Carolina Oeste von der LGA Rotenburg-Bebra durfte die nun auch offiziell eingeweihte Laufbahn auf Herz und Hürden testen.

Mit einem Festakt hat die Gemeinde Wildeck am Samstag die neue Kunststofflaufbahn im Stadion in Obersuhl nun auch offiziell eingeweiht.

Obersuhl – Dabei hat die Sportanlage auch einen neuen Namen erhalten und heißt nun, in Erinnerung an den engagierten Obersuhler, Günther-Schlosser-Stadion. Die Feier war zudem Auftakt für ein Sportfest des Obersuhler Turnvereins (TVO) nach mehreren Jahren Pause, mit dem die Leichtathleten die neue Kunststofflaufbahn offiziell in Betrieb nahmen. Trainieren dürfen sie dort schon wieder seit der Fertigstellung im November.

„Dies ist ein besonderer Tag für uns“, sagte Bürgermeister Alexander Wirth bei der Begrüßung der geladenen Gäste, darunter Vize-Regierungspräsident Dr. August Friedrich Wachter und Landrat Torsten Warnecke sowie die Landtagsabgeordneten Karina Fissmann und Kaya Kinkel. Ehrengast der Feier war mit Margit Klinger eine ehemalige Weltklasseathletin, die in ihrer aktiven Zeit ihre Trainingsrunden im Obersuhler Stadion gelaufen ist. Bürgermeister Alexander Wirth erinnerte an ihre Erfolge in den 80er-Jahren: Sechsmal Deutsche Meisterin, Dritte beim Europacup-Finale und Vierte bei der Weltmeisterschaft 1983 sowie Siebte bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles. Ihr Bundestrainer war Günther Schlosser, Leiter der Blumensteinschule in Obersuhl.

Eine Stele für Günther Schlosser

Mit der Umbenennung des Stadions würdigt Wildeck das Wirken von Günther Schlosser. „Ohne ihn hätten wir 1971 keine Kunststofflaufbahn in Obersuhl gebaut, ohne ihn würde die Großsporthalle des Landkreises vermutlich in einem anderen Ort stehen und ohne ihn hätten wir hier diese ganz besondere Kulisse nicht“, so Bürgermeister Wirth über die Leistungen des Obersuhlers, der 2017 im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Schlosser sei Kämpfer für die Gesamtschule in Obersuhl, Bundestrainer im Mittelstreckenbereich und sein Schulleiter gewesen, so Wirth. Am Eingang des Stadions wird er nun mit einer Stele geehrt.

Wirth blickte in seiner Ansprache auf die Geschichte des Obersuhler Stadions zurück. Die Sportstätte erhielt als erste in Hessen bereits 1971 eine Kunststofflaufbahn. Damit begann ein unvergleichlicher Leichtathletikboom in der damals noch selbstständigen Gemeinde.

Werbung
Werbung

Eine Stele am Eingang zeigt es an: Die Sportstätte an der Sportplatzstraße in Obersuhl hat mit Günther-Schlosser-Stadion einen neuen Namen erhalten.

Nach knapp 40 Jahren musste die Laufbahn saniert werden. Die Erneuerung 2010 war nicht von Dauer: Blasen bildeten sich, die Bahn wurde erst in Teilen und später ganz gesperrt. Nachdem Pfusch immer offensichtlicher geworden war, klagte die Gemeinde erfolgreich gegen Planer und Baufirma.

Bürgermeister Wirth: Die Leidensgeschichte ist beendet

„Die Leidensgeschichte der Schulen und Vereine begann, die mit der erneuten Sanierung der Laufbahn erst jetzt beendet ist“, so der Bürgermeister. Die Sanierung der Laufbahn und der Rasenfläche hat etwa 1,15 Millionen Euro gekostet. Wirth lobte den Einsatz aller Beteiligten, ebenso wie die Gäste in ihren Ansprachen, darunter Schulleiterin Doritha Rudschewski, Sportkreisvorsitzender Christian Grunwald und Luisa Wunn vom Turnverein Obersuhl. Grunwald kündigte für den Sommer ein großes Sportfest mit Sportabzeichenabnahme im Obersuhler Stadion an.

Freuen sich über die neue Zeitmessanlage: die Leichtathletinnen Marie Wagner, Jette Thenert und Emma Krämer sowie Markus Bachmann, Oliver Wöll, Luisa Wunn und Martin Krauß von der Sparkasse.

Wunn erhielt als Ideengeberin und für ihr Fachwissen bei der Erneuerung ein Erinnerungsstück von der neuen Laufbahn. Auch der ehemalige Vorsitzende des Turnvereins, Manfred Strube, wurde für seinen Einsatz ausgezeichnet. Auf den Festakt folgte das Sportfest, bei dem sich der TVO auch über eine neue Zeitmessanlage im Wert von 3000 Euro freute, die von der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg gesponsert worden ist. (Herbert Vöckel)

Mehr zum Thema

Wildeck
Kommentare zu diesem Artikel