Investition von 4,5 Millionen Euro

„Der Kurier“ erweitert sein Expressangebot in Neuenstein

Kapazitäten erweitern: Dr. Dietmar Rau, Geschäftsführer von Der Kurier in Neuenstein, zeigt den bereits fertiggestellten Teil des Neubaus. Wenn hier gepflastert werden kann, wird er in Betrieb genommen, damit alte Gebäudeteile abgerissen und weitere Hallen neu gebaut werden können. Fotos: Zacharias

Neuenstein. Der Kurier- und Expressdienstleister „Der Kurier“ erweitert seinen Zentralumschlag in Obergeis und steigert dessen Kapazität damit um 50 Prozent. Insgesamt investiert das Tochterunternehmen der GLS Germany laut Pressemitteilung 4,5 Millionen Euro.

„Mit dem Ausbau machen wir das Herz des Der Kurier-Verbunds fit für die Zukunft“, sagt Dr. Dietmar Rau, Director Express der GLS. Das Hub in Neuenstein, direkt an der A7 gelegen, schlägt derzeit täglich rund 15 000 Express-Sendungen von 183 Stationen um. In der zweiten Ausbaustufe der Erweiterung soll sich diese Zahl auf bis zu 22 000 Tagespakete erhöhen. Dadurch entstehen mehr als 15 zusätzliche Arbeitsplätze.

Das Grundstück wächst um mehr als das Doppelte auf fast 10 000 Quadratmeter. Die bisher 2 800 Quadratmeter große Halle wird auf 5 440 Quadratmeter mit zehn Eingangs- und 118 Ausgangstoren vergrößert. Keine leichte Aufgabe auf dem bisher schon gut gefüllten GLS-Gelände. Jetzt werde praktisch die letzte freie Fläche zugebaut, erläutert Rau.

Erdhügel abgetragen für Lärmschutzwälle an der A 7

Dort befand sich vor einem Jahr noch ein großer Erdhügel, der aus Material vom Tunnelbau der Schnellbahnstrecke bestand. Dieser Hügel wurde nun zu großen Teilen abgetragen und das Material (30- bis 35 000 Kubikmeter Erde und Steine) genutzt, um Lärmschutzwälle entlang der Autobahn aufzuschütten. „Da hat uns die Gemeinde Neuenstein sehr unterstützt“, sagt Rau, denn wenn die Firma die Kosten für die Deponierung des Materials hatte tragen müssen, wäre der Neubau zur Erweiterung kaum möglich gewesen.

Überlegt wurde auch, aus Neuenstein wegzugehen. „Beim nächsten Hub in Guxhagen hätten wir genug Platz gehabt und kaum etwas bauen müssen“, sagt Dr. Rau. Aber von dort hätte es Probleme gegeben, das sehr enge Zeitfenster für die Express-Sendungen einzuhalten. Das funktioniere nur in direkter Nachbarschaft zur Deutschlandzentrale in Neuenstein.

Zeitfenster drei Stunden

Gerade mal drei Stunden beträgt das Zeitfenster für den nächtlichen Warenumschlag. Von 23 bis 2 Uhr müssen die Fahrzeuge, die aus ganz Deutschland, teilweise auch aus den Nachbarländern nach Neuenstein kommen, zunächst entladen werden. Die Ware wird über große Bandsysteme sortiert und wieder in die Kleinlaster der Sprinterklasse gepackt. Bis um 8 Uhr am nächsten Morgen müssen die Pakete beim Empfänger sein. Mehr als 130 Springer sind in dieser Zeit auf dem GLS-Gelände unterwegs. Damit der Umschlag reibungslos laufen könne, seien mehr Tore und größere Hallen notwendig, erläutert Dr. Rau.

Zur Innenausstattung gehören moderne Vierstrang-Förder- sowie Mess- und Wiegetechnik und durchgängige Video-Paketverfolgung.

Zur ressourcenschonenden Gestaltung der Erweiterung setzt „Der Kurier“ auf eine Regenwasser-Nutzungsanlage, recycelbare Baustoffe und energieeffiziente LED-Beleuchtung innen und außen. Das entspricht den Grundsätzen der GLS-gruppenweiten Umweltinitiative Think Green.

Dauerregen und Frost haben die Bauarbeiten ein wenig verzögert. Dietmar Rau geht jedoch davon aus, dass der Neubau im Sommer in Betrieb genommen werden kann.

Von Christine Zacharias

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.