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Neuer Nutzer für ehemalige Kreisbahn-Strecke gefunden

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Derzeit ungenutzt:  Unser Bild zeigt die Gleise zwischen Schacht Hera und Ransbach.
Derzeit ungenutzt: Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn und die Regiobahn Thüringen haben einen Pachtvertrag für das Reststück der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn unterzeichnet. Unser Bild zeigt die Gleise zwischen Schacht Hera und Ransbach. © Jan-Christoph Eisenberg

Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn und die Regiobahn Thüringen unterzeichneten einen Pachtvertrag für die Bahnstrecke nach Heimboldshausen.

Schenklengsfeld – Das gibt Vereinssprecher und -schatzmeister Klaus Peter Wenke in einer Pressemitteilung bekannt. An der Unterzeichnung in Schenklengsfeld haben laut Mitteilung der gesamte Vereinsvorstand als Verpächter sowie für die Regiobahn Thüringen (RBT) als Pächter Geschäftsführerin Maria Elisabeth Meyer sowie die Prokuristen Hubertus Erbstößer und Wilfried Erbert teilgenommen.

„Die jahrelange Suche nach einer für alle Parteien befriedigenden Lösung zur Sicherstellung der Bahnstrecke, fand ihr Ende. Mit der Regiobahn Thüringen fand sich ein Partner der dieselben Interessen wie der WFBV verfolgt: Die Ertüchtigung der Strecke zur Nutzung als Güterverkehrsstrecke“, heißt es in der Pressemitteilung des Vereins.

Die beiden Mitgliedskommunen Schenklengsfeld und Hohenroda seien frühzeitig in die Planungen eingebunden worden – auch im Hinblick auf zukünftige Gewerbegebiete, die von einer Bahnanbindung profitieren könnten. „Mit der Regiobahn Thüringen haben wir einen Pächter gefunden der die Erfahrung und das Know How eines Bahninfrastrukturunternehmens mitbringt und dieses Projekt umsetzen kann“, so der Vorsitzende Fördervereins, Jürgen Baumgardt.

Als nächste Schritte solle von der Regiobahn Thüringen nun die Bestellung einer Eisenbahnbetriebsleitung für die Strecke in die Wege geleitet und beim Regierungspräsidenten in Kassel eine sogenannte Baugleiserklärung beantragt werden, um die Gleise freischneiden und für Instandsetzungsarbeiten mit Baufahrzeugen befahren zu dürfen.

Der Förderverein Werra-Fulda-Bahn war 1994 für den Erhalt der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn (ab 1984 Hersfelder Eisenbahn GmbH) gegründet worden, die den Zugverkehr 1993 eingestellt hatte. Nach der Demontage der Gleise zwischen Bad Hersfeld und Schenklengsfeld im Jahr 1999 konzentrierten sich die Bemühungen auf das Reststück zwischen Schenklengsfeld und Heimboldshausen, das der Verein im Jahr 2009 von der Hersfelder Eisenbahn GmbH (HEG) übernahm. Ein regelmäßiger Fahrbetrieb mit Unterstützung wechselnder Partner wurde mehrfach angekündigt, kam aber nie zustande. Für ein bundesweites Medienecho sorgte der Verein, als er die zwölf Kilometer lange Bahnstrecke samt Lokschuppen und Fahrzeugen im Frühjahr 2017 wegen fehlenden Nachwuchses und weitgehend aufgebrauchten Kapitals auf der Internet-Plattform Ebay Kleinanzeigen zum Verkauf anbot.

Nachdem die im Jahr 2018 von der Mitgliederversammlung beschlossenen Übergabe der Strecke an einen niederländischen Geschäftsmann geplatzt war, forcierte der Vereinsvorstand den Verkauf an die Anrainer-Kommunen Schenklengsfeld und Hohenroda. Für Irritationen sorgte zwischenzeitlich die mit einem Spendenaufruf verbundene Suche nach Schwellenpaten für die Kreisbahnstrecke eines Vereins aus Sachsen-Anhalt.

Nach längerer Debatte um Kaufpreis und Bindefristen gab die Gemeinde Schenklengsfeld im vergangenen Februar ein Kaufangebot von 35 000 Euro ab. Im August votierte die Mitgliederversammlung des Vereins schließlich für die langfristige Verpachtung an die Regiobahn Thüringen (RBT). Das Unternehmen mit Sitz in Vacha betreibt unter anderem die Bahnstrecke Bad Salzungen-Unterbreizbach, die nach der Stilllegung wieder in geringerem Umfang für Güterverkehr sowie zum Abstellen von Waggons genutzt wird.

Das Schenklengsfelder Gemeindeparlament hatte sich im Dezember ebenfalls für die Verpachtung gemeindlicher Grundstücke an die RBT ausgesprochen. Dabei handelt es sich um einen Großteil des Gleisfeldes des Schenklengsfelder Bahnhofs, welches in Besitz der Gemeinde ist. (Jan-Christoph Eisenberg)

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