Kapelle auf Friedhof wird saniert

Neues Holz für den Glockenturm der Geyso-Kapelle in Mansbach

Ortstermin: Bauamtsleiter Patrick Pignitzer (links) und Bürgermeister Andre Stenda begutachten die Arbeiten an der Decke der Mansbacher Geyso-Kapelle.
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Ortstermin: Bauamtsleiter Patrick Pignitzer (links) und Bürgermeister Andre Stenda begutachten die Arbeiten an der Decke der Mansbacher Geyso-Kapelle. Für die Sanierung wurde auf Höhe der Empore eine zusätzliche Arbeitsebene eingezogen.

Die Geyso-Kapelle auf dem Mansbacher Friedhof wird seit dem Frühsommer umfassend saniert.

Mansbach – Eingerüstet bis über die Turmspitze ist derzeit die Geyso-Kapelle auf dem Mansbacher Bergfriedhof. Auch im Inneren haben die Gerüstbauer auf Höhe der Empore eine vorübergehende Arbeitsebene eingezogen.

Grund ist die umfassende Sanierung des kleinen Gotteshauses, die im Frühsommer begonnen hat. Errichtet wurde das Bauwerk im Jahr 1684 von der Adelsfamilie von Geyso als standesgemäße Friedhofskapelle mit Familiengruft. Generalleutnant Karl von Mansbach ließ 1859 das charakteristische Türmchen aufsetzen, für das ein Jahr später seine Tochter, die Freifrau zu Lövenskold eine Gussstahlglocke stiftete.

Komplett erneuert wurde die Holzkonstruktion des Glockenturms.

Eben jener nachträglich aufgesetzte Glockenturm habe in den vergangen Jahren Sorgen bereitet, erklärt Hohenrodas Bauamtsleiter Patrick Pignitzer. Anders als beim ursprünglichen Kapellengebäude sei das Turmgebälk seinerzeit nicht aus langlebigem Eichen-, sondern aus Nadelholz gezimmert worden. Der Zahn der Zeit hatte daran derart stark genagt, dass die Glocke ab dem Jahr 2017 zu Beerdigungen nicht mehr geläutet werden durfte. Bauliche Mängel stellte ein Gutachten damals aber auch in der Decke und im Dach fest, weshalb der kleine Sakralbau gesperrt werden musste.

Die alten Balken waren nicht mehr zu retten.

Die Balken des Turms seien stark angegriffen und deshalb bei der Sanierung nicht mehr zu retten gewesen, berichtet Patrick Pignitzer. Die Holzkonstruktion wurde deshalb in den vergangenen Wochen komplett neu aus Eichenholz aufgebaut und verstärkt. Denkmalgerecht sanieren ließen sich hingegen die Deckenbalken aus Eiche, bei denen nur die schadhaften Abschnitte herausgetrennt und neues Holz eingesetzt wurden. Sie sind inzwischen wieder unter einer ersten Schicht aus Lehmputz verschwunden. Auch die Dachgiebel wurden bei dieser Gelegenheit gesichert.

Im Zuge der Arbeiten, die noch etwa vier Wochen dauern, erhält das kleine Gotteshaus auch einen neuen Außenanstrich. Die Hausbockkäfer im Gebälk sollen durch eine Begasung bekämpft werden.

Ungewohnte Perspektiven: Bis zur Spitze des Glockenturms (links) ist die Hohenrodaer Geyso-Kapelle für die Sanierung eingerüstet worden. Das nutzten Baumamtsleiter Patrick Pignitzer und Bürgermeister Andre Stenda (hinten, von links) für einen Blick von oben auf das Bauwerk.

Die idyllische Lage der Kapelle am Abhang des Dörrberges sei in Verbindung mit den nassen Sommer beim Transport des Materials eine gewisse Herausforderung, erklärte Bauamtsleiter Patrick Pignitzer.

Als Hauptzufahrt wurde ein steiler Feldweg neben dem Friedhof neu geschottert. Für den Weg zwischen Parkplatz und Kapelle nutzen die Handwerker zudem einen motorisierten Mini-Dumper. Kosten wird die Sanierung der Geyso-Kapelle voraussichtlich rund 185 000 Euro. Dabei erwartet die Gemeinde einen Zuschuss von 46 000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie weitere 84 300 Euro aus dem Förderprogramm Werra-Weser-Ulster-Fonds des Bundes. (Jan-Christoph Eisenberg)

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