Genanalyse bestätigt

Nun gibt es auch eine Besengrunder Wölfin: Territorium in Alheim und Ludwigsau nachgewiesen

Dieser Wolf wurde im Wildpark Knüll fotografiert
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Nordhessen hat ein zweites Wolfsterritorium. Das Bild entstand im Wildpark Knüll.

Rechts der Fulda ist die Stölzinger Wölfin schon lange bekannt. Links der Fulda hat sie offenbar schon seit zwei Jahren eine Nachbarin.

aktualisiert 22. März, 18.55 Uhr: Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hat am Montag bestätigt, dass eine Kotprobe, die vom HLNUG mit der Ortsbezeichnung „Bad Hersfeld“ geführt wird, von Ende Januar von derselben Wölfin stammt, die bereits im März 2019 an zwei gerissenen Schafen bei Licherode genetisch nachgewiesen wurde.

Die hessischen Landesbehörden gingen damals noch von „Einzeltieren auf der Durchreise“ aus. Der Vorfall bei Licherode war der erste offiziell bestätigte Riss von Schafen seit der nun dauerhaften Rückkehr des Raubtieres nach Hessen. Danach wurden von dieser Wölfin keine weiteren nachgewiesenen Angriffe auf Nutztiere registriert.

Aufgrund des engen räumlichen Zusammenhangs und der großen Zeitspanne zwischen den beiden Nachweisen sind die offiziellen Kriterien für die Anerkennung eines Territoriums erfüllt. Ob die Wölfin, die das Kürzel GW1142f hat, einer der beiden Wölfe ist, die Ende Februar bei Schloss Ludwigseck auf dem Bild einer Fotofalle zu sehen waren, ist unklar.

Im Dezember war dort auch ein männlicher Wolf an einer toten Hirschkuh genetisch nachgewiesen worden. Möglich ist, das die beiden Tiere sich verpaart haben – Belege dafür gibt es aber nicht. Wolfsjunge kommen in der Regel im Frühling zur Welt.

Die Territorien der Stölzinger Wölfin und der Besengrunder Wölfin.

Der Kot, der nun zur Bestätigung des Territoriums geführt hat, wurde nach Informationen unserer Zeitung bei Rohrbach im Grenzgebiet zwischen Luwigsau und Bad Hersfeld gefunden. Das HLNUG gibt Bad Hersfeld als Ort an. Exaktere Angaben macht die Behörde „aus verschiedenen Gründen in Absprache mit den Meldenden“ nicht.

Im Bereich rund um Rohrbach und Ludwigseck hat es in den vergangenen Monaten mehrere Sichtungen und mutmaßlich von einem Wolf gerissene Wildtierkadaver gegeben. Als offizielle Nachweise gelten beim HLNUG aber nur die DNA-Proben von der toten Hirschkuh und dem Kot sowie das Fotofallenbild. Das Tal im östlichen Knüllgebirge, durch das der Rohrbach bis zur Mündung in die Fulda fließt, wird im Volksmund Besengrund genannt. Früher gab es dort viele Korbmacher und Besenbinder. Zum Besengrund gehören historisch die Dörfer Gerterode, Nieder- und Oberthalhausen und Beenhausen. Auch in Ersrode war die Besenbinderei verbreitet. Heute wird das gesamte Tal mit Tann, Rohrbach, Reilos und Friedlos als Besengrund bezeichnet – das Einkaufszentrum an der B 27 heißt Besengrundcenter. 

Ebenso wurde am Montag eine sesshafte Wölfin im Rheingau-Taunus-Kreis bestätigt.

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