Fachärzteversorgung im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Bald wieder ein Neurologe in Rotenburg?

Hersfeld-Rotenburg. Auf einen Termin beim Nervenarzt müssen Patienten im Kreis Hersfeld-Rotenburg monatelang warten.

Bis Mitte Februar muss sich eine Patientin mit Parkinson gedulden, die einen Termin beim Medizinischen Versorgungszentrum am Markt in Bad Hersfeld haben möchte. Bei dem Neurologen und Psychiater Roland Sporleder in Bad Hersfeld werden zurzeit Termine ab Anfang April vergeben – vier Monate Wartezeit. Trotzdem heißt es vonseiten der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kreis sei mit Nervenärzten überversorgt. Und dies, obwohl es seit einigen Monaten keinen niedergelassenen Neurologen mehr in Rotenburg gibt, nur noch in Bad Hersfeld. Laut KV-Sprecher Karl Roth sei die Überversorgung erst Ende November vom Landesausschuss bestätigt worden. Dem Gremium gehören Ärzte und Krankenkassen in Hessen an, sagte Roth.

Neurologen und Psychiater

Roland Sporleder vertritt eine andere Auffassung. Sowohl neurologisch als auch psychiatrisch sei der Kreis derzeit unterversorgt, sagt er. Er plädiert für eine getrennte Bewertung der beiden Bereiche, während die KV Neurologen und Psychiater unter „Nervenärzte“ zusammenfasst und eine Zahl von 4,5 Kassenarztsitzen insgesamt als ausreichend ansieht.

Schwächen des Systems

Sporleder spricht von weiteren Schwächen des Systems. So seien die Verwaltungsaufgaben für die Ärzte zu hoch, die Zeit gehe für die Patienten verloren. Zudem komme jeder dritte Patient nur deshalb in die Facharztpraxis, weil Hausärzte die erforderlichen Medikamente und Krankengymnastik nicht verschreiben wollten, um ihr Budget nicht zu überschreiten. Kritik übt der Neurologe und Psychiater zudem an der Vergabe „dringender Termine“ beim Facharzt durch die KV. Hier müssen Hausärzte eine Dringlichkeit bestätigen, damit dann die KV einen kurzfristigen Termin vermittelt. Es handele sich häufig nicht um wirklich dringende Fälle, sagt Sporleder.

Bald wieder ein Neurologe in Rotenburg?

 

Wenn der Kassenarztsitz am Medizinischen Versorgungszentrum des Kreiskrankenhauses (KKH) Rotenburg wieder voll besetzt würde, würde sich die Situation im Bereich der Neurologie entspannen. Diese Hoffnung hat auch Ulrich Hornstein, Geschäftsführer am KKH. Dieses hatte bis zum Sommer in Zusammenarbeit mit dem Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) neurologische Sprechstunden in seinem MVZ angeboten. Inzwischen habe das HKZ der Neubesetzung zugestimmt, sagte Hornstein. Er erklärte, er habe einen Neurologen, der Anfang 2017 anfangen könnte. Es fehle noch die Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.