Hochleister unter Strom

Kara Deiseroth aus Niederaula hat am Erfinderlabor teilgenommen

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Bei der Arbeit: Kara Deiseroth lötet Teile der Brennstoffzelle und des Motors zusammen.

Bad Hersfeld. Die 17-jährige Kara Dieseroth von der Modellschule Obersberg hat im Erfinderlabor der Hochschule RheinMain zum Thema Elektromobilität geforscht. 

„Abends gehe ich mit meinen Freunden auch normal weg“, betont die 17-jährige Kara Deiseroth aus Niederaula als sie von ihren guten schulischen Leistungen und der Teilnahme am 24. Erfinderlabor des Zentrums für Chemie berichtet. Die Schülerin der Q2 der Modellschule Obersbergs durfte zusammen mit 15 weiteren hochbegabten Schülern aus Hessen Ende Januar eine Woche lang an der Hochschule RheinMain in Rüsselsheim zum Thema Elektromobilität und Brennstoffzellen forschen. Möglich macht das zweimal im Jahr das Zentrum für Chemie mit Sitz in Bensheim an der Bergstraße.

Für den Themenbereich Physik hat Kara innerhalb von drei Tagen in einer Gruppe von vier Schülern ein Schiff gebaut, dessen Motor mit einer Brennstoffzelle angetrieben wird. Den Rumpf, die Schiffsschraube und den Wasserstofftank des Schiffes mussten die jungen Forscher komplett selbst zusammenbauen. Für den Schiffsrumpf und die Schiffsschraube nutzten sie ungewöhnliche Materialien, wie Plastikflaschen und Strohhalme. Das fiel Kara und ihrer Gruppe erst gar nicht so leicht. Schließlich hatten sie so etwas vorher noch nie gemacht. Sie brauchten einige Versuche, um ein stabiles Schiff, das auch noch geradeaus fahren kann, zu bauen.

Die Schiffsschraube stellte sich dabei als besonders problematisch dar. „Schwer war es, die theoretischen Ansätze im Praktischen anzuwenden“, erklärt Kara. Mithilfe von Strohhalmen konnte jedoch auch das gelöst werden.

Forschen und Präsentieren

Nicht nur Forschen mussten Kara und ihr Team, sondern auch Präsentieren. Das fertige Produkt wurde am Goethe-Gymnasium in Bensheim am vierten Projekttag rund 200 Gästen vorgestellt. Das Publikum bestand aus Gästen aus der Hochschule, der Wirtschaft und der Politik. Die Ergebnisse wurden von einer Jury beurteilt.

An Physik hat Kara nicht direkt Interesse. Sie strebt ein Studium der Wirtschaftsingenieurwissenschaften an. Die Forschung im Bereich der Elektromobilität hat sie dennoch gereizt, da dies eine Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Naturwissenschaft ist. Denn neue Technologien sollen wirtschaftlich und ökologisch sein. Besonders gut hat Kara der Praxisbezug gefallen und dass sie produktiv mit anderen zusammenarbeiten konnte. Jeder hat etwas zu dem Projekt beigetragen und sich gleichermaßen beteiligt.

Den Anreiz für die Teilnahme am Erfinderlabor gab Corina Klose, Leiterin des mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachbereichs der Modellschule Obersberg. Die Schulen können zu jedem Erfinderlabor Schüler mit besonderen Leistungen vorschlagen. Dabei müssen die Leistungen in allen Fächern gut sein. Zusätzlich musste die Schule kurz begründen, warum sie Kara als geeignet betrachtet.

Kara wurde vorgeschlagen, da sie nicht nur einen Notendurchschnitt von 0,9 hat, sondern auch außerschulisch aktiv ist und ein ganz normales Leben führt, das nicht nur aus Lernen besteht. Sie spielt Tennis, reitet, geht schwimmen, spielt Klavier und trifft sich mit Freunden. Das Lernen fällt ihr leicht, erzählt sie.

Von Patrizia Lerch

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