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Niederschläge kommen Landwirten in Waldhessen nach extremen Vorjahren zugute

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Von: Christopher Ziermann

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Philipp Pfister von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft
Philipp Pfister von der AGLW © Jan-Christoph Eisenberg

Das Wetter in Deutschland war in den vergangenen Jahren von Extremen geprägt: Hitze, Trockenheit, Starkregen. Bisher blieben wir davon verschont. Die moderate, gewöhnliche, „normale“ Witterung kommt den heimischen Feldern zugute. Das belegen auch Daten, die die Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) erhebt.

Hersfeld-Rotenburg – Der Niederschlag, der vor allem im April zuverlässig die Erde befeuchtete, ist eine Grundlage dafür, dass AGLW-Chef Philipp Pfister bezüglich der diesjährigen Ernte optimistisch ist. „Das ist gerade im Moment eine gute Nachricht, wo wegen des Ukraine-Krieges das Getreide knapp ist“, sagt er.

Nach dem sehr warmen und trockenen März wurden im April in der Region durchschnittlich 55 Liter Niederschlag pro Quadratmeter aufgezeichnet. Das langjährige Mittel seit 1990 liegt bei 42 Litern. Der Mai war mit 38 Litern hingegen trockener als gewöhnlich (65 Liter). Dabei gibt es in Waldhessen lokal große Unterschiede. Während in Aua im Mai 72 Liter Regen fielen, waren es in Unterhaun nur 21. Auch Niedergude bekommt meist weniger Niederschlag ab, am meisten regnet es traditionell in Mansbach. Pfister weist darauf hin, dass es die Region insgesamt vergleichsweise gut getroffen hat. In Thüringen beispielsweise gibt es auch dieses Jahr wieder deutlich zu wenig Regen.

Unterm Strich haben sich die Grundwässerstände in Waldhessen erholt, auch dank der überdurchschnittlichen Niederschläge im Winter. Starkregen und heftigen Hagel, die die Ernte beeinträchtigen können und in den vergangenen Jahren häufig vorkamen, sind diesmal bis dato kein Problem – das gilt auch für Schädlingsbefall.

Im März hatte die Wärme tagsüber in Verbindung mit dem nach wie vor kalten Boden bei Pfister noch für Sorgenfalten gesorgt. Mitte April stiegen dann aber die Temperaturen nachhaltig, das Wachstum der Pflanzen wurde angekurbelt.

„Nun müsste es langsam mal wieder regnen“, betont Pfister allerdings auch. Das warme und sonnige Wetter freut zwar Sonnenliebhaber, die Pflanzen brauchen nun aber auch wieder Feuchtigkeit. (Christopher Ziermann)

AGLW berät 16 der 20 Kreis-Kommunen

Die AGLW wurde 1990 gegründet, um durch Beratung der Landwirte die Trinkwasserqualität zu verbessern. Ihr gehören neben dem Kreisbauernverband, dem Wasserverband Ost und der Energienetz Mitte GmbH 16 der 20 Kommunen des Kreises Hersfeld-Rotenburg an, hinzu kommen Ringgau, Herleshausen und Eiterfeld. Um die Landwirte beraten zu können, wertet die AGLW Wetterdaten aus der Region aus.

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