Neue Kinderstube

Nisthilfe für Störche an der Ulster bei Philippsthal aufgestellt

Dieter Siebold, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Dreienberg (rechts), und Landwirt Rainer Rößner vor der neuen Nisthilfe an der Ulster bei Philippsthal.
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Hoffen, dass hier bald Störche brüten: Dieter Siebold, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Dreienberg (rechts), und Landwirt Rainer Rößner vor der neuen Nisthilfe an der Ulster bei Philippsthal.

Im Ulstertal bei Philippsthal sollen in Zukunft wieder Störche brüten. Jetzt wurde eine Nisthilfe für die Tiere aufgestellt.

Philippsthal - Darauf, dass bald Störche´“einziehen“, hoffen die Mitglieder der Ortsgruppe Dreienberg des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), die dort mit Hilfe weiterer Unterstützer und Sponsoren eine Nisthilfe aufgestellt haben.

In den 1970er-Jahren sei der Weißstorch aus Hessen fast komplett verschwunden gewesen, erinnert sich der Nabu-Vorsitzende Dieter Siebold aus Lautenhausen. Im benachbarten Thüringen habe es im Werratal hingegen durchgängig einzelne Brutpaare gegeben.

Auch in Hessen haben die Bestände wieder deutlich zugenommen: Landesweit verzeichnete der Nabu in der letzten Saison rund 800 Brutpaare. Dieter Siebold ist deshalb zuversichtlich, dass auch der neue Nistplatz an der Ulster nicht lange ungenutzt bleiben wird: „Im Frühjahr suchen zwei- bis dreijährige Jungstörche, die aus den Winterquartieren in Südspanien und Westafrika zurückkehren, neue Nistgelegenheiten.“

Bewährt hätten sich dafür auf Holzmasten montierte Plattformen, wie sie jetzt in Sichtweite des Radweges nach Unterbreizbach direkt am Flussufer aufgestellt wurde. Dieser Standort biete den Störchen die Möglichkeit, auf den umliegenden extensiv genutzten Wiesen und Weiden auf Futtersuche zu gehen. Zum Nahrungsspektrum der Schreitvögel, die volkstümlich auch als Adebar oder Klapperstorch bekannt sind, zählen unter anderem Kleinsäuger, Froschlurche, Eidechsen, Schlangen, Fische, große Insekten und ihre Larven sowie Regenwürmer und gelegentlich Aas.

Den Holzmast für die Nisthilfe hat der Energieversorger EAM den Naturschützern zur Verfügung gestellt. Darauf wurde eine Plattform aus witterungsbeständigem Robinienholz und Weidengeflecht montiert. Den Anstrich übernahm der Malerbetrieb Möller aus Röhrigshof, die Philippsthaler Metallbaufirma Ritz steuerte die Halterungen bei. Mithilfe der Bagger der Friedewalder Baufirma Maier wurde der Mast aufgestellt. Finanziell unterstützt hat das Projekt die Raiffeisenbank Werratal-Landeck. Weil der Storchenmast im Überschwemmungsgebiet der Ulster steht, war für den Bau eine Ausnahmegenehmigung notwendig. Ihr Einverständnis gaben zudem die Marktgemeinde Philippsthal und die Landwirtsfamilie Rößner, die die angrenzende Wiese bewirtschaftet. (Jan-Christoph Eisenberg)

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